Psychosoziales Gesundheitsmanagement im Betrieb

 


Zu Letzteren zählt das bereits beschriebene Eindringen von Dämonen als Folge einer Tabuverletzung oder einer von Gott geschickten Krankheit. Etwa 25 g Sojaprotein pro Tag könnten zu einer Senkung des koronaren Risikos beitragen. In diesem Modell wird explizit die Interaktion zwischen den Arbeitsanforderungen und individuellen Dispositionen berücksichtigt.

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Ein Kontakt und eine Beziehung zu Mitpatienten kann aufgebaut werden. Das Gefühl, mit der Erkrankung alleine dazustehen, reduziert sich. Durch ein neues Konzept, das in Zusammenarbeit mit der Fa. Baxter entwickelt wird, soll den Patienten die Auswahl des Dialyseverfahrens erleichtert werden. Dabei wird bereits den prädialytischen Patienten. Eine Lebensverlängerung ist nur in Abhängigkeit von technischen Geräten möglich.

Die ständig auferlegten Dialysetermine und Zeitaufwand der Behandlung wirken sich sehr einschränkend auf sein Leben aus. Dies kann zu einer Widerstandshaltung des Patienten führen. Jede Krankheit hat immer Auswirkungen auf die seelische und soziale Ebene eines Menschen. Die körperliche Leistungsfähigkeit wird durch die Dialyse wesentlich verbessert. Diese sogenannte "Rückkehr von den Toten" birgt eine gewisse Lebensfreude, Hoffnung und Zufriedenheit in sich. Das hat eine dankbare Annahme der Lebenserhaltenden Therapie zur Folge.

Trauer und Hoffnungslosigkeit machen sich breit. Die Krankheit fordert einen Tribut. Der Patient kann z. Diese Depression kann zu einem Selbstmord auf Raten führen. Der Patient verdrängt seine Erkrankung und zeigt dadurch keine Compliance. Die Langzeitanpassung Der Patient versucht sich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen und diese zu akzeptieren.

Es wird jedoch immer ein Wechselspiel von Zufriedenheit und leichter Depression bestehen bleiben. Die Dialysebehandlung tritt in den Vordergrund und somit einige Aktivitäten des Patienten in den Hintergrund. Viele Patienten sehen dadurch die Erkrankung als Strafe an und kommen nur schwer mit der neuen Situation zurecht. Wieder reihen sich weitere Termine im Leben ein, die verbleibende Freizeit reduziert sich.

Für einen Dialysebesuch ist der Patient ca. Dafür sollten sich Pflegekraft und Patient in einem Gespräch austauschen z. Sehr hilfreich kann ein Besuch bei einer Selbsthilfegruppe für Nierenerkrankte z. Dabei erhält der Erkrankte Kontakt zu gleichgesinnten und kann so Probleme und Erfahrungen besprechen.

Einstellung des Patienten zur Krankheit Auf das ernste, lebensbedrohende Krankheitsbild, das auch bedrückende Unsicherheitsfaktoren mit sich bringt, reagieren viele Kranke verständlicherweise mit Trübsal, Tränen, Interesselosigkeit und Isolierung. Das Selbstwertgefühl des Patienten wird anfänglich stark in Mitleidenschaft gezogen. Psychisch stabile Patienten können sich leichter der neuen Situation anpassen.

Psychisch labile hingegen lassen sich in ein tiefes Loch ziehen und wenden sich von ihren Mitmenschen ab. Eine Vereinsamung ist vorprogrammiert. Der Patient wird in die Behandlung miteinbezogen. Das Gefühl der Bevormundung ist geringer. Alte einsame Patienten, die alleine leben, sehen die Behandlung in einem Zentrum als angenehm an. Um Gespräche mit Mitpatienten zu fördern, sollte bei der Zimmerauswahi auf bestimmte Kriterien wie z. Alter, Interessen geachtet werden. Dialysepatient und sein Partner Die chronische Niereninsuffizienz fordert vom Partner hohe Anpassungsleistungen, da dieser ebenfalls ständig mit den Belastungen der Erkrankung konfrontiert wird.

Der Patient fühlt sich nicht mehr vollwertig. Die Dialyse wird als Behinderung angesehen Dies führt zu partnerschaftlichen Beziehungsproblemen Auftretende Konflikte in der Partnerschaft werden nicht angesprochen, um sich und den Lebensgefährten nicht noch mehr zu belasten. Die gesamte Energie wird auf die Bewältigung der Dialyse und deren Probleme gerichtet.

Folglich können Depressionen, Verlust- und Versagensängste auftreten. Der Gesunde darf auf den Kranken keinen Druck ausüben und die durch die Dialysebehandlung entstandene Abhängigkeit nicht ausnutzen Um dem entgegenzuwirken sollte sich der Partner mit der Erkrankung auseinandersetzen, Informationen einholen und sich für die offene Bewältigung der Probleme bereit erklären.

Beide sollen sich gegenseitig dazu ermuntern ihre Probleme und Ängste anzusprechen, damit sie diese gemeinsam bewältigen können. Der erkrankte Lebenspartner soll von seinem Partner als vollständiger Mensch betrachtet werden. Dialysepatient und seine Familie Patienten ziehen sich vom sozialen Leben zurück, welches zu einer Verminderung der familiären Aktivitäten und Kommunikation führen kann.

Die Dauerbelastung mit der fortschreitenden Erkrankung mit Todesbedrohung führt zu einer Verunsicherung der Angehörigen. Besonders bei Behandlungsverfahren, die der Patient zu Hause durchführt, wird die Familie stark mit der Erkrankung konfrontiert. Eine ungewisse Zukunft und die ständige Angst vor Komplikationen kann bei den Angehörigen zu psychischen und somatischen Störungen führen.

Der gewohnte familiäre Ablauf wie z. Wichtig ist die Akzeptanz und Anerkennung des Patienten in der Familie. Je mehr sich die Familie über die Nierenerkrankung informiert und auseinandersetzt, um so besser wird das Verständnis gegenüber dem Patienten. Einige Angehörige können schwer verstehen, warum der Patient von der Behandlung schlapp und müde nach Hause kommt, obwohl er doch 4 oder 5 Stunden im Bett gelegen hat.

Verlust des Arbeitsplatzes Patienten sind oft nicht mehr in der Lage, neben der Dialysebehandlung noch ihrem erlernten Beruf nachzugehen. Dadurch kommt es zum Verlust eines bedeutenden sozialen Kontaktpunktes. Die Patienten befürchten ein vermindertes Ansehen in der Gesellschaft und ihrer Familie. Vor allem Männer verlieren den "Versorgerstatus" in der Familie, was zu Minderwertigkeitsgefühlen führen kann.

Einschränkung der Freizeitaktivität Aufgrund verschiedener Faktoren Urämiegifte, anstrengende Dialysebehandlung ist meist die körperliche Leistungsfähigkeit der Dialysepatienten erheblich eingeschränkt. Einigen sportlichen Aktivitäten kann nicht mehr nachgegangen werden. Die festen Behandlungszeiten im Dialysezentrum erschweren deutlich die Teilnahme an festlichen Aktivitäten im Familien- Freundeskreis.

Dies führt oftmals zur Enttäuschung der Freunde. Das Eingeständnis, mit den Anderen nicht mehr mithalten zu können, endet meist mit einem sozialen Rückzug.

Vor allem bei alleinstehenden Patienten droht die Gefahr der Vereinsamung. Das Pflegeteam hat die Aufgabe, die Patienten in einem Gespräch zu selbsttätigen sportlichen Aktivitäten zu motivieren.

Dies kann je nach Alter und körperlichem Befinden z. Schwimmen, Spaziergänge, Radfahren oder die Teilnahme an Gymnastikgruppen sein. Sinnvoll wären auch Bewegungsübungen durch einen Physiotherapeuten während der Dialysebehandlung. Indem das Dialysezentrum dem Patienten entgegenkommt und den Behandlungszeitpunkt verschiebt, besteht für die Patienten die Möglichkeit an für sie wichtigen familiären Feierlichkeiten teilzunehmen.

Zu einem besseren Verständnis im Freundeskreis führt eine Aufklärung über die Dialysebehandlung und deren Folgen durch den Patienten z. Eine falsche Rücksichtnahme und Bevormundung durch die Freunde kann beim Patienten zu einer völligen Unlust zu jeglichen Freizeitaktivitäten führen.

Das aktive Teilnehmen des Patienten in einer Sportgruppe verbessert erheblich Depressions- und Angstsymptome. Anhand eines "Europäischen UrlaubsdialyseVerzeichnisses" kann die Pflegekraft zusammen mit dem Patienten ein geeignetes Urlaubsziel auswählen. Patienten, die ein Selbstbehandlungverfahren Peritonealdialyse, Heimhämodialyse durchführen, sind nicht an feste Dialysezeiten gebunden und können dadurch ihren Bahandlungszeitpunkt besser ihren Freizeitaktivitäten anpassen.

Es kommt zu Wassereinlagerungen im gesamten Körpergewebe. Besonders stark betroffen sind Beine und die Lungen, was zu Schmerzen, Herz- und Atembeschwerden führen kann.

Eine Faustregel für die tägliche Trinkmenge ist: Der Patient ist dadurch in der Flüssigkeitsaufnahme stark eingeschränkt. Essen und Trinken ist ein elementarer Bestandteil unserer Lebensqualität. Ein gemütliches Zusammensein unter Freunden beinhaltet meist ein gemeinsames Essen und Trinken. Dies wird durch eine trockene Kehle, faden Geschmack im Mund, am Gaumen klebende Zunge und brennendem Verlangen nach allem was trinkbar ist noch unterstützt. Um den Durst besser in den Griff zu bekommen, benötigt der Patient vom Pflegepersonal Informationen und Tips, diesem entgegenzuwirken.

Diätvorschriften Dialysepflichtige Patienten müssen den Verzehr von kalium- und phosphalhaltigen Lebensmitteln einschränken. Durch aufwendige Zubereitungstechniken lassen sich beide Stoffe reduzieren. Das bedeutet einen weiteren Verzicht. Denn wenn seine Familie diese kalium- und phosphatarme Kost zu sich nehmen würde, käme es für sie auf Dauer zu einer Fehlernährung.

Der Patient soll einen Übersichtsplan, der alle zugeführten Nahrungsmittel einer Woche beinhaltet, anfertigen. Dieser kann mit Hilfe einer Diätassistentin oder geschultem Pflegepersonai ausgewertet werden, um etwaige Diätfehler zu erkennen und zu beseitigen.

Hinzu kommt ein Hinweis auf die Zubereitungstechniken der Lebensmittel. Damit es nicht zu einer gesellschaftlichen Ausgrenzung kommt, sollten auch die Familie, Freunde und Bekannte über die Ernährungssituation des Patienten informiert werden. Urämischer Körper- und Mundgeruch sowie signifikante Hautveränderungen gelb-graues Hautkolorit, trockene und schuppige Haut erschweren einigen Erkrankten die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

Ebenso kann die Aufnahme von sozialen Kontakten erheblich beeinträchtigt sein. Viele Patienten leiden unter starkem Juckreiz. Durch einen gestörten Kalzium-Phosphatstoffwechsel oder allergische Reaktion auf Behandlungsmaterialien Kapillare, Blutschlauchsystem, Heparin wird oftmals ein Juckreiz ausgelöst. Die Ursache für den jeweiligen Patienten ist häufig schwer zu finden.

Körper- und Mundgeruch ist bei Dialysepatienten immer ein sicheres Zeichen für eine nicht ausreichende Dialyseeffektivität. Häufig kann das Problem durch Verlängern der Dialysezeit weitgehend behoben werden. Ältere, alleinstehende Patienten sind oftmals nicht mehr in der Lage, die Körperpflege ausreichend durchzuführen. Der Patient kann seinen eigenen Pflegezustand teilweise nicht mehr richtig beurteilen.

Die Pflegekraft sollte mit dem Patienten sprechen und ihm, falls er es möchte, einen ambulanten Pflegedienst organisieren. Sexuelle Funktionsstörungen Bei niereninsuffizienten Patienten ist die Sexualität stark beeinträchtigt. Es kommt bereits zu Beginn der Erkrankung zu sexuellen Funktionsstörungen. Die Sexualität ist ein elementarer Bestandteil der Persönlichkeit des Menschen. Somit treten beim Erkrankten Ängste und depressive Gedanken auf, inwieweit der Partner ihn noch akzeptiert.

Für einen chronisch Erkrankten ist die Partnersuche deutlich erschwert. Dialysepatientinnen werden häufig steril, deshalb kommt es nur selten zu einer Schwangerschaft. Der Wunschtraum eine Familie zu gründen bleibt vielen Patientinnen vorenthalten. Leider wird in unserer Gesellschaft nur wenig über die eigene Sexualität gesprochen. Meist wird in ärztlichen Beratungsgesprächen auch dieses Thema nicht angesprochen. Der Patient und auch der Partner sollen vom Arzt über mögliche sexuelle Funktionsstörungen informiert werden.

Nicht immer ist nur die Dialysebehandlung schuld an sexuellen Funktionsstörungen. Die Verarbeitung der chronischen Erkrankung und die dabei einhergehenden depressiven Verstimmungen können dazu beitragen. Ein offenes Gespräch mit dem Partner oder einer Vertrauensperson kann hilfreich sein. Der Besuch einer psychologischen Beratungsstelle würde helfen. Der Patient hält Therapieempfehlungen nicht ein Non-Compliance. Solch ein Verhalten verärgert wiederum die Pflegekraft, was zu einem Aufschaukeln gegenseitiger Aggressionen führen kann.

Die optimale Zusammenarbeit zwischen Patient und Pflegekraft ist nicht mehr möglich. Die Aufgabe von Pflegepersonal und Ärzten ist es, alle therapeutischen Veränderungen ausführlich mit dem Patienten zu besprechen und ihn bei Entscheidungen mit einzubeziehen. Leider ist dies aus organisatorischen Gründen oft nicht von Anfang an möglich. Um den Patienten aktiv mitarbeiten zu lassen, kann man ihm anbieten, sich selbst zu punktieren oder nach der Behandlung sein Bett zu machen.

Werden Patientenwünsche nicht respektiert, kommt es schnell zum Vertrauensverlust gegenüber dem Pflegeteam. Fehlende "menschliche Wärme" der Pflegenden wird häufig von Kranken beklagt. Ein persönliches Gespräch fördert die Bildung eines Vertrauensverhältnisses gegenüber der Pflegekraft. Manche Patienten müssen direkt angesprochen werden, da sie sehr in sich gekehrt sind. Aktives Zuhören und das Führen von Gesprächen in einer für den Patienten verständlichen Sprache veranlassen den Patienten, vertrauen zu fassen.

Patientenwünsche sind von Seiten des Arztes und des Pflegeteams weitgehend zu berücksichtigen. Langjährige Dialysepatienten haben mit der Zeit gelernt in ihren Organismus hineinzuhorchen und die für sich optimalen Behandlungsmodalitäten herauszufinden. Vertrauliche Informationen des Patienten an die Pflegekraft müssen auch als solche behandelt werden. Sonst ist ein Vertrauensverlust vorprogrammiert. Ebenso wird es ohne Aufrichtigkeit im Umgang mit dem Patienten nicht möglich sein, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.

Eine Aufklärung, was während der Behandlung mit seinem Blut passiert, das Zeigen. Es ist sehr wichtig, dem Patienten bei Maschinenalarmen den Grund dafür zu erklären, damit keine Angst entsteht, es könnte zu Komplikationen kommen.

Besonders zu Beginn der Dialysebehandlung, wenn der Shunt noch nicht genügend ausgebildet ist, kann es zu Fehlpunktionen kommen. Einige Patienten leiden deshalb die Nacht vor der Dialyse an Schlafstörungen. Ruhiger Umgang durch das Pflegepersonal und den Ärzten ist unumgänglich. Um Fehlpunktionen weitgehendst zu vermeiden, sollen nur erfahrene Pflegekräfte oder ein Arzt schwierige Shunts punktieren.

Dem Patienten sollte ein hautbetäubendes Salbenpflaster angeboten werden, das eine halbe Stunde vor der Punktion auf den Shunt geklebt wird. Es kommt zur vermehrten Wassereinlagerung im Körper, was Atembeschwerden, schmerzhaft geschwollene Beine und das Gefühl des Aufgedunsenseins zur Folge hat. Das körperliche Befinden des Patienten ist stark beeinträchtigt. Erhöhte Phosphatwerte können zu einem unangenehmen Juckreiz und erhöhte Kaliumwerte zu Funktionsstörungen der Muskeln führen. Der Patient hat Angst, wegen der Trink- oder Diätsünden kritisiert zu werden.

Eine Verlängerung der Dialysezeit oder eine Zwischendialyse darf dem Patienten nicht aufgezwungen werden. Eine professionelle Ernährungsberatung kann helfen, Diätprobleme zu erkennen und zu bewältigen. Angst vor Komplikationen Das mögliche Auftreten einer Komplikation z.

Mehrfache Erkundigungen nach dem körperlichen Befinden des Patienten kann diesen beruhigen. Durch das Eingehen auf seine spezielle Situation fühlt sich der Patient wohlbehütet und oftmals bleiben dann die erwarteten RR- Abfälle und Muskelkrämpfe aus. Dadurch können die Pflegekräfte und Ärzte rechtzeitig eingreifen und das Wohlbefinden wieder herstellen.

Einige Patienten fürchten, die Punktionsstelle könnte später nachbluten auf der Heimfahrt oder zuhause. Während der Patient die Punktionsstelle abdrückt, darf die Pflegekraft den Behandlungsraum nicht verlassen. Pushban, Tip-Stop Pflaster können zur schnelleren Blutstillung eingesetzt werden.

Bestehen neben der Nierenerkrankung mit Dialysebehandlung noch weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen, kann der Patient zusätzliche Merkzeichen beantragen. Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrente Patienten, die weder in ihrem erlernten, noch in einem ihm zumutbaren Beruf volle Leistung bringen können, dürfen die Berufsunfähigkeitsrente beantragen.

Fällt die Erwerbskraft fast völlig oder ganz weg, besteht die Möglichkeit, eine Erwerbsunfähigkeitsrente zu beantragen. Genauere Auskünfte kann der Patient bei seinem zuständigen Rentenversicherungsträger erhalten.

Die Erwerbsunfähigkeitsrente ist wesentlich höher, da sie eine Lohnersatzfunktion einnimmt. Dies beinhaltet einen bezahlten, zusätzlichen Urlaub von 5 Tagen pro Jahr und einen Kündigungsschutz. Nähere Auskünfte erteilt die Hauptfürsorgestelle. Es gibt eine Sonderregelung für Personen mit geringem Einkommen. Wird ein von den Krankenkassen jährlich neu festgelegter Betrag über die Bruttoeinnahmen des gesamten Haushaltes nicht überschritten, erhält der Patient einen Befreiungsausweis.

Dieser bezieht sich auf Rezeptgebühren, Zuzahlung zu Heilmitteln, Zahnersatz und Fahrtkosten zur ambulanten oder stationären Behandlung. Ebenso kann der Patient Vergünstigungen in der gesetzlichen Sozialversicherung, Wohnungsbauförderung und Wohngeld erhalten. Mit Hilfe des behandelnden Arztes kann ein Antrag über das Arbeitsamt gestellt werden. Junge Dialysepatienten, die eine Erstausbildung anstreben, können sich an die Berufsberatung beim Arbeitsamt wenden. Sie werden dort von einem Berufsberater bei der Berufswahl und der Suche einer Ausbildungsstätte unterstützt.

Eine Einzeltherapie bietet sich bei Depressionen, Suizidtendenzen, Ängsten, Schlaflosigkeit, sexuellen Funktionsstörungen und Interaktionsschwierigkeiten mit dem Dialysepersonal an.

Dies sind alles Probleme, die der Patient nicht in einer Gruppe besprechen möchte. Angehörige sollten ebenfalls immer in die Therapie miteinbezogen werden. Um Kontakt zu Mitpatienten mit gleichen oder ähnlichen Probiemen zu bekommen, bietet sich eine Gruppentherapie an. Der Patient kann sich von bereits gut an die Dialysebehandlung gewöhnten Patienten einige Tips geben lassen, um sich selbst besser adaptieren zu können. Durch den Besuch einer Selbsthilfegruppe für Dialysepatienten in gemütlicher Atmosphäre in einem Restaurant kann der Patient ebenso Kontakt zu Mitpatienten aufnehmen.

Autogenes Training kann sich positiv auf eventuelle Schlafstörungen auswirken. Eswird in Kursen bei der Volkshochschule angeboten. Dialyse und Nephrologie für Pflegeberufe. Dialyse Internationale Dialysefachtagung für Krankenschwestern und Krankenpfleger. Pabst Science Publishers 4. Fachpflege Nephrologie und Dialyse 2. Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.

Zu Beginn bestanden diese vor allem in dem Wunsch, PolitikerInnen zum Thema "Behinderung" zu interviewen, man könne sich auch noch Meinungen von Experten von behindertenspezifischen Institutionen vorstellen. Ob auch Menschen mit Behinderung interviewt werden sollten, war noch nicht festgelegt. Mir war dieser Punkt aber wichtig, was auch Zustimmung fand. Für mich machte diese Projekt nur Sinn, wenn meine Mitarbeiter [ 16 ] , also Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung, die Fragen selbst formulieren würden.

Alles andere wäre eine Reduktion auf Vorlesen und Abfilmen gewesen. Auf meine mehrmalige Versicherung, dass meine Mitarbeiter in der Lage sind, inhaltlich relevante Fragen zu stellen, stimmte man diesem Ansinnen zu.

Normalerweise stammt die Idee, worüber berichtet werden soll, mittlerweile von meinen MitarbeiterInnen, weshalb sie auch meist schon einige, oft sehr konkrete Fragen im Kopf haben. In diesem Fall kam die Idee von einem externen Auftraggeber, der bereits Vorstellungen zur Thematik einbrachte, die wir berücksichtigen mussten.

Aus den daraus resultierenden Erzählungen, vor allem von Herrn T. Ich möchte das Zustandekommen dieser Fragen anhand eines Beispieles verdeutlichen: Bei Frage 5 ging es mir darum, den Themenkomplex "Bild des behinderten Menschen in der Öffentlichkeit" zu bearbeiten.

Ich fragte also die beiden, wie sie glauben, dass behinderte Menschen in der Öffentlichkeit gesehen werden, ob sie positiv oder negativ aufgenommen werden und ob dieses Bild veränderbar wäre.

Keine leichte Frage, aber Herr T. Er stellte die Frage in den Raum, warum das so sei, - warum ihn wildfremde Menschen, die ihn ja gar nicht kennen, einfach auslachen oder "blöd reden" würden. Er berichtete auch, dass er einmal gefragt wurde, warum er behindert sei und dass der Fragende "wenigstens mit mir geredet" hat.

Insgesamt erzählte er zu diesem Thema über eine halbe Stunde, bevor ich versuchte, seine Erzählungen in eine Interviewfrage zu komprimieren und dabei ihn selbst formulieren zu lassen.

Da die am ersten Drehtag zu interviewenden Politiker in Wien seine Erzählungen nicht hören würden, benötigten wir einen Einstiegssatz, der das Wesen seiner Erlebnisse innehätte. Ich schlug "Manchmal oder oft werden behinderte Menschen gehänselt oder ausgelacht" vor, Herr T.

Da er mehrmals erwähnt hatte, nicht zu wissen, was er gegen das Gerede und Gelächter zu können, war naheliegend, diesen Punkt als Frage zu formulieren: Was kann ich dagegen tun? Was kann man dagegen tun? Kurz vor dem ersten Drehtag wurde ich seitens der Auftraggeber von Fr.

Ich lehnte die Streichung ab, stimmte der Hereinnahme der neuen Thematik aber grundsätzlich zu. Da ich aber mit Herrn T.

Werden die Menschenrechte auch für Menschen mit Behinderung eingehalten? Da unsere Auftrageber befürchteten, dass einige Fragen für die Interviewpartner unverständlich oder zu ungenau sein könnten, hat Fr.

Ich teilte diese Befürchtung nicht. Als Kompromiss wurden einzelne Fragen ergänzt, sodass die letztlich verwendeten Fragestellungen wie folgt lauteten:. Ist jedes Haus oder Gebäude rollstuhlgerecht bzw. Was muss getan werden, damit das Leben für Menschen mit Behinderung sicher wird? Die erste Reihe von Befragungen wurde in Form von strukturierten Einzelinterviews durchgeführt. Wie diese zustande kamen und welche Konzeption ihnen zugrunde liegt, wurde bereits in Kap.

Interviewer war Herr T. Für diese Untersuchung sind die Ergebnisse der ersten Interviewserie dann berücksichtigt worden, wenn sie Aufschluss über folgende Themenbereiche lieferten:. Auf die Frage "Was ist für Sie Behinderung? Also, es gibt so einen Spruch der Behindertenbewegung, - man ist nicht behindert, man wird behindert! Und dann gibt's natürlich diese klassischen Definitionen und Bestimmungen von Behinderung, aber ich denk ma immer, ich schau mir das gerne von der anderen Seite an, wo man behindert wird.

Das kann vieles sein, das kann ein Besuch in einem Kino sein, wo ich nicht hinein komme, das kann aber auch ein Autobus sein, den ich nicht benützen kann.

Ich möchte hier zunächst ein zusätzliches Kriterium einführen, zu dem ich durch Beobachtung gelangt bin. Das ist grundsätzlich sehr heikel und erfordert eine definierende Begründung. Im oberösterreichischen Behindertengesetz von wird Behinderung wie folgt definiert: Sinnesbehinderungen - in einem lebenswichtigen sozialen Beziehungsfeld, insbesondere im Zusammenhang mit ihrer Erziehung, ihrer Schulbildung, ihrer Berufsbildung, ihrer Persönlichkeitsentwicklung bzw.

Persönlichkeitsentfaltung, ihrer Erwerbstätigkeit sowie ihrer Eingliederung in die Gesellschaft wegen wesentlicher Funktionsausfälle dauernd erheblich beeinträchtigt sind oder bei denen eine solche Beeinträchtigung nach den Erkenntnissen der Wissenschaft in absehbarer Zeit eintreten wird, insbesondere bei Kleinkindern" URL: Für die betreffenden vier Personen könnte man aus der Beobachtung ein nicht vorwiegend alterbedingtes körperliches Leiden oder Gebrechen annehmen.

In der ICF vgl. Hierzu lässt sich bei den betreffenden vier Personen durch Beobachtung ebenfalls eine körperliche Schädigung begründen, d. Dabei fällt auf, dass bei drei von vier Antworten, jenen der drei Herren, die primäre Behinderung, also in diesem Fall die eigene körperliche Schädigung, nicht als vorrangig betrachtet wird, sondern sekundäre Behinderungen im Vordergrund stehen. Besonders hervorgehoben werden Beeinträchtigungen des täglichen Lebens durch Barrieren Stufen, Gehsteigkanten, zu enge Türen.

Weil vor 40 Joa war i a no a totaler Fremdkörper in da Gsöschaft, aber inzwischen sogt ma, na bei eich Rollstuhlfahrer, Und in weiterer Folge, noch einmal bezugnehmend auf die Frage, was für sie Behinderung sei, schloss sie mit den Worten: Und das ist auch OK so, aber i kann trotzdem mit meiner Behinderung ein eigenständiges, autonomes, selbstbestimmtes Leben führen, und um des geht's ma.

In ihrem Fall deckt sich das auch weitgehend mit meinen Beobachtungen. Frau Haidlmayr hat uns, als in Wien nicht ortskundige, z. Während dieser Zeit wurde sie von Passanten angesprochen und zwar nicht als Mensch mit Behinderung oder Rollstuhlfahrerin, sondern als Politikerin und Parlamentarierin zu Alltagsthemen.

Es war hierbei bei den sie ansprechenden Menschen kein Unterschied im Verhalten feststellbar, zu dem, wie man es bei anderen, nicht behinderten PolitikerInnen erwarten würde. Auch hier war für mich kein Unterschied zu einer nicht behinderten prominenten Persönlichkeit festzustellen und die körperliche Beeinträchtigung offensichtlich kein Thema.

Aus den Antworten von Herrn Dr. Die primäre Behinderung, in diesem Fall eine deutliche körperliche Beeinträchtigung, spielt für die genannten Personen im Alltag, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle oder stellt kein Problem dar. Deutlich problematischer werden aber sekundäre Behinderungen gesehen, zumeist Barrieren, die es den betroffenen Menschen erschweren oder verunmöglichen, an bestimmten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens teilzunehmen.

Die Antwort von Frau Mag. In der Folge sollen die Antworten auf weitere in Kap. Huainigg zur Frage Solltet Ihr mehr über Behinderung wissen?: Da braucht man nicht spotten, sondern In Holland beispielsweise haben im letzten Jahr Personen aktive Sterbehilfe in Anspruch genommen und es gibt auch jetzt die Tendenz in den Niederlanden, dass man bereits behinderte Embryos zur Euthanasie frei gibt.

Und hier dieser Widerspruch, auf der einen Seite behinderten Embryos spricht man das Lebensrecht ab, auf der anderen Seite gibt man Tieren Menschenrechte, das find ich sehr bedenklich und hier gilt es, dagegen zu halten. Und das ist falsch und das ist unrichtig. Nur das Leben in der Gesellschaft ist die Grundlage um wirklich auch ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Natürlich braucht es dazu die notwenigen Rahmenbedingungen, die selbstverständlich auch sichergestellt werden müssen.

Es ist so, dass wir doch in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens benachteiligt werden, gegenüber nicht-behinderten Menschen. Und da gibt's noch sehr viel zum Aufholen. Es ist halt auch so, dass das vielen betroffenen behinderten Menschen teilweise noch gar nicht so sehr bewusst ist, dass sie benachteiligt werden, dass sie diskriminiert werden.

Und für nicht-behinderte Menschen erst recht, weil die merken das gar nicht, die sind nicht betroffen und sie kommen nicht in die Situation wie behinderte Menschen. In Österreich werden die Menschenrechte prinzipiell nicht sehr hoch geschätzt. Wenn man zum Beispiel überlegt, wie MigrantInnen in Österreich behandelt werden. Wie schwierig es ist, dass Frauen die gleichen Chancen kriegen.

Und bei behinderten Menschen ist das nicht anders. Und bis vor kurzem, ich sag einmal, so lange ist das gar nicht her, war es rechtlich erlaubt behinderte Menschen umzubringen. Das ist ein ganz fundamentales Lebensrecht und zwar das Recht auf Leben. Viele Rechte in Österreich sind für behinderte Menschen noch nicht gegeben und deswegen wird unser Kampf für Menschenrechte noch sehr lange dauern.

Normal ist das, was die Mehrheit als normal empfindet. Im Moment gibt es noch in Österreich ein Gesetz, das sagt, dass behinderte Föten in Österreich abgetrieben werden dürfen, nicht-behinderte nicht. Und das ist zum Beispiel auch noch in Österreich Gesetz Alle Interviewpartner sehen behinderte Menschen als von der Gesellschaft diskriminiert und die Einhaltung der Menschenrechte vgl.

Weiters werden Defizite beim Recht auf selbstbestimmtes Leben und in nicht näher definierten Bereichen des Alltagslebens angegeben. Die Tatsache, dass es eigene Anstalten für behinderte Menschen gibt, wird ebenfalls kritisch gesehen und ist ein weiteres Indiz für die Be- und Aussonderung dieser Gruppe von Menschen in der Gesellschaft. Die Gründe für die anhaltende Ungleichbehandlung werden in Unverständnis und fehlender Information gesehen.

Auch gebe es noch viele behinderte Menschen, denen gar nicht bewusst sei, dass sie diskriminiert werden. Nicht behinderten Menschen seien überdies die Probleme behinderter Menschen nicht bewusst, da sie nicht in vergleichbare Situationen gelangen würden. Als Lösungsvorschläge gegen die negative Bewertung behinderten Lebens werden vermehrte Information und die Integration in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens angeregt, um dadurch vorhandene Vorurteile abzubauen.

Die zweite Interviewserie wurde mit den selben Fragestellungen wie in Kap. Im Unterschied zur in Kap. So konnten wir aus Termingründen Frau Mag.

Frau Carina Metka kann auf Grund einer schweren körperlichen Beeinträchtigung nicht verbal kommunizieren und benutzte für ihre Antworten einen Computer mit Sprachausgabe. Da sie für das schriftliche Erstellen ihrer Antworten mittels eigener Kopfsteuerung Zeit benötigte, bekam auch sie die Fragen bereits im Vorfeld zugeschickt. Die Kriterien, nach denen ausgewertet wurde, sind die selben wie bei der ersten Interviewserie. Die Gesellschaft sieht einen Menschen als behindert, aber für mich ist es ganz normal behindert zu sein!

Ich bin schon so auf die Welt gekommen. Wie a Behinderung is eigentlich a Krankheit, die olle möglichen Leit hom kinnan und wan die sogenannten gsunden Leit des net vastehn woin Behinderung is für mi a Schicksal, wo ma net aus kann Man muas hoit lerna, schauen und lerna, dos ma sei Krankheit in Griff hot, dann geht's an meistens guat und olle paar Joa kummt dann wieda a klaner Rückfall oder was.

Und dann muas ma wieda schauen und so geht's dahin. Die Leit kennan a behindert machen. Zwei der InterviewpartnerInnen, Frau Mag. Herr Engelmann sieht dies ebenfalls als einen Faktor an, bezeichnet Behinderung aber grundsätzlich als Schicksal, dem man nicht auskommen könne.

Frau Metka definiert Behinderung im Bezug auf ihre persönliche Situation als normal, ebenso ihr Angewiesensein auf fremde Hilfe und den Umstand, dass sie diese Hilfe bekommt, obwohl sie letzteres als nicht selbstverständlich annimmt.

Ich sehe die im Kap. Die primäre Behinderung spielt, wiewohl sie eine erschwerte Ausgangslage definieren kann, für die betroffenen Personen im Alltag, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle, da sie als eigenes So-Sein letztlich zur persönlichen Normalität gerechnet wird. In der Folge sollen wiederum die Antworten auf weitere in Kap. Sehr wichtig ist es auch für Erwachsene, da Informationen zu bekommen, aufgeklärt zu werden, um Barrieren abbauen zu können, aber es ist sehr wichtig Carina Metka zur Frage Manchmal werden behinderte Menschen gehänselt und benachteiligt.

Was kann man dagegen tun?: Ich frage die Menschen durch meine Assistentinnen ich kann nicht verbal sprechen , ob sie von mir ein Foto haben wollen! Wenn die Leute dann immer noch nicht aufhören, lasse ich sie blöd reden und schauen. Dann schaue ich sie solange böse an, bis die fremden Menschen aufhören, mich mit ihren Blicken zu nerven!

Es gibt viel zu wenig Arbeitsplätze für körperbehinderte Menschen! Im geschützten Bereich sind die Plätze jahrelang besetzt. Mich freut es, dass in den nächsten Jahren immer mehr Arbeitsplätze für Menschen mit schweren körperlichen Einschränkungen geschaffen werden! Menschen mit schweren Behinderungen haben keine körperliche Privatsphäre oder Intimsphäre durch Betreuung von anderen Leuten.

Viele Eltern von behinderten Kindern geben ihre Kinder in ein Heim! Meine Eltern machten es Gott sei Dank! Meine ganzen Familienangehörigen wissen auf welche Art sie mit mir reden können! I find des a sehr traurig, oba Teilweise tans eh scho wos, abo Zum Beispiel des Wort Deppat Aus der Innenansicht der befragten Personen werden Menschen mit Behinderung vom System Gesellschaft nicht als gleichberechtigte Mitglieder dieses Systems angesehen bzw.

Hierbei wird von "blöd anschauen oder blöd anreden" berichtet und angeführt, dass die Bezeichnung "deppat" als abwertender Begriff für verminderte Intelligenz sehr häufig zu hören sei. Auf Grund dieser von den InterviewpartnerInnen erlebten negativen Sichtweise der Umwelt entsteht überdies der Eindruck, nicht behinderte Menschen würden glauben, mit behinderten Menschen machen zu können, was sie wollen, vor allem, wenn vom umgebenden System angenommen wird, es handle sich um einen Menschen mit geistiger Behinderung.

Für den Bereich der Hörbehinderung berichtet Frau Mag. Hier scheint sie auf ein Kommunikationsproblem zu verweisen. Obwohl die österreichische Gebärdensprache seit dem Jahr von der österreichischen Bundesverfassung als eigene Sprache anerkannt ist vgl.

Umgekehrt ist sie aber für Menschen mit einer Hörbehinderung oft ihre Muttersprache und die österreichische Amtssprache Deutsch ist für diese Menschen eine lebende Fremdsprache. Der "ironische" Einwand von Frau Mag. Als Lösungsweg aus der Problematik der systemischen Benachteiligung von Menschen mit Behinderung wird einmal mehr die frühest mögliche Integration angesehen. Erst wenn das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung zur alltäglichen Normalität gehört, wird ein offener Zugang zum Anders-Sein ermöglicht.

Besonders bemerkenswert war diesbezüglich das Interview mit Frau Carina Metka. Obwohl auch sie von unschönen Begebenheiten mit nicht behinderten Menschen im Alltag berichtet, scheinen dennoch für sie positive Aspekte zu überwiegen. Dies erklärt sie mit Einblicken in ihre persönliche Lebensgeschichte.

Da ist zunächst der Umstand, dass sie als schwerst körperlich beeinträchtigtes Kind von ihren Eltern nicht in ein Heim gegeben wurde. Frau Metka sieht das als keineswegs selbstverständlich an, da sie der Meinung ist, dass viele Eltern behinderter Kinder diese in einer Einrichtung unterbringen würden. Weiters gibt sie an, dass sie auf ihre geistigen Fähigkeiten hin überprüft wurde und im Anschluss daran keine Probleme bei ihrer schulischen Integration gehabt habe.

Das Menschen mit einer schweren Behinderung mit einer Einschränkung ihrer Privat- und Intimsphäre leben müssten, die aus der notwendigen Betreuung durch "andere Leute" resultiere, ist für sie ein weder positiv noch negativ bewertetes Faktum siehe dazu auch ihre Antwort zur Frage, was für sie Behinderung sei, im Kap. Selbst dem Umstand, dass es für körperlich behinderte Menschen zu wenige Arbeitsplätze gebe, setzt sie ihre Freude darüber, dass in den nächsten Jahren vermehrt Arbeitsplätze für diese Personengruppe geschaffen würden, entgegen.

Ich werte die Antworten von Frau Metka nicht als Widerspruch zu den von den übrigen InterviewpartnerInnen berichteten Benachteiligungen durch übergeordnete bzw. Frühest mögliche integrative Beteiligung von Menschen mit Behinderung am sozialen Leben wirkt sich positiv auf die Sichtweisen umgebender Systeme aus, wodurch die sich aus diesen Sichtweisen und den daraus resultierenden Handlungsweisen ergebenden Sekundärbehinderungen abnehmen.

In den vorangegangenen Interviewserien siehe Kap. In der dritten Interviewserie ging es um die Ansichten von Menschen mit der Diagnose "geistige Behinderung". Befragt wurden 10 Personen, die in einer Einrichtung für geistig und mehrfach behinderte Menschen leben. Etwa die Hälfte der Befragten wurde zusätzlich als "mit deutlicher Verhaltensauffälligkeit" behaftet eingestuft vgl.

Alle befragten Personen konnten verbal kommunizieren. Die Befragung erfolgte in Einzelgesprächen im Rahmen eines teilstrukturierten Interviews, d. Auf Rückfragen seitens der Befragten, insbesondere wenn diese signalisierten, die Frage nicht verstanden zu haben, habe ich in Einzelfällen die Fragen leicht modifiziert bzw. Die Mehrzahl der Befragten 7 von 10 konnte Angaben über die Art der Einrichtung, in der sie leben und betreut werden, machen. Drei Personen gaben an, dass sich in dieser Einrichtung behinderte Menschen befinden, zwei weitere, dass diese Einrichtung für behinderte Menschen sei.

Zwei Personen gaben dazu etwas detailliertere Auskünfte, indem sie die Institution als "für schwerst behinderte Bewohner" mit einer angeschlossenen Pflegestation bzw. Letzteres kommt der Eigendefinition der Einrichtung schon sehr nahe, die sich als Institution für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung sieht.

Drei Personen konnten oder wollten zu dieser Frage keine Angabe machen. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass alle Befragten zehn von zehn den Begriff Behinderung mit dem Bild eines Rollstuhls verbunden haben. Die körperliche Beeinträchtigung des Nicht-Gehen-Könnens stellt also für diese Personengruppe das Synonym für einen behinderten Menschen dar. Diese Einschätzung wird noch durch zusätzlich gegebene Antworten, wie "einen Rollator haben" und "die zusammenfallen" untermauert.

Erst danach kommen Probleme der Kommunikation zwei Antworten und Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme eine Antwort. Eine geistige Behinderung wurde, obwohl alle Befragten eine diesbezügliche Diagnose aufwiesen, von niemandem angeführt.

Ich habe nur manchmal kleine Krankheiten z. Merkt man aber nicht mehr so, weil ich schnell spreche. Wie schon bei der vorangegangenen Frage, was Behinderung sei, setzt sich auch bei den Antworten zur eigenen Behinderung der Befragten ein deutlicher Bezug zu körperlichen Beeinträchtigungen fort. Zwei Personen sahen sich als nicht behindert an, drei Personen machten dazu keine Angabe. Auch hier fällt auf, dass, obwohl alle Befragten eine Diagnose bezüglich einer geistigen Behinderung aufwiesen, diese von niemandem angeführt wurde.

Warum leben Sie in Name der Einrichtung? Ich war vorher in einer anderen Einrichtung und kam mit 18 Jahren hierher. Auf die Frage, warum sie in einer Einrichtung für geistig und mehrfach behinderte Menschen leben würden, gaben drei Personen "weil ich da lebe" an.

Zwei Befragte meinten, sie wären bereits von klein auf hier, je einer gab an, obwohl es ihm gefiele, nicht anders zu können bzw. Ein Interviewpartner gab an, sich das auch schon oft gefragt zu haben. In der Antwortsituation hatte ich dabei den Eindruck, die Person hätte bis dato noch keine Antwort auf diese Frage gefunden, was auch die Körpersprache zu bestätigen schien. Eine weitere Person gab an, mit 18 Jahren in die Einrichtung gebracht worden zu sein, aber nicht zu wissen, warum.

Eine Befragte machte dazu keine Angaben. Auf die Frage "Leben Sie gerne in dieser Institution? Ein Interviewpartner verneinte und gab an, nicht hierher zu gehören. Drei Befragte wünschten sich eine eigene Wohnung im Rahmen einer teilbetreuten Wohnform. Zwei InterviewpartnerInnen machten keine Angaben.

Besonders hervorgehoben wurden das Angebot an Werkstätten, die Freizeitgestaltung und das Vorhandensein vieler netter Leute, wobei hier die begriffliche Trennung von BetreuerInnen und FreundInnen nicht unerwähnt bleiben soll. Kritisch werden vor allem Besprechungen des Personals über BewohnerInnen gesehen, besonders dann, wenn das Negative betont werde, und der Umstand, dass man mit vielen Leuten zusammenleben müsse.

Zwar wurde die Aufnahme neuer MitbewohnerInnen in Einzelfällen mit den Befragten besprochen, als Entscheidungsträger wurden aber nur Fachdienste bzw. Ein Befragter wünschte sich einen Zugang zum Internet und eine eigene Wohnung, je ein weiterer ein besseres Zusammenleben ohne Streitereien bzw. Hilfe vom Betreuungspersonal, "wenn sie sehen, dass es mir nicht gut geht".

Kann man aus dieser Tatsache schlussfolgern, dass diese Diagnose für die Befragten keine nennenswerte Rolle spielt und deshalb die erwähnte Hypothese auch für sie Gültigkeit erhält? Um zu erfahren, ob die, in Kap.

Zwei Personen gaben an, geistige Behinderung hätte irgendetwas mit dem Kopf zu tun. Zwei weitere Befragte antworteten, dass diese Bezeichnung im Zusammenhang mit Problemen beim Denken stehen würde. Ein Interviewpartner erklärte geistige Behinderung als Problem, langsamer zu sein, ein weiterer als Umstand, der bewirke, bestimmte Dinge, wie Auto fahren, nicht tun zu können. Vier Personen machten dazu keine Angaben.

Im Anschluss daran habe ich jenen sechs Personen, die die Frage nach dem Begriff geistige Behinderung beantwortet hatten, noch die Frage gestellt, ob sie selbst geistig behindert wären. Zwei Personen verneinten dies. Ein Befragter meinte, dass man das so nicht sagen könne, da es ihm gut gehe und er fähig wäre zu denken. Die zwei übrigen InterviewpartnerInnen zählten körperliche Beeinträchtigungen oder kleiner Krankheiten auf.

Dies wird durch die Antworten auf die Frage nach der eigenen Behinderung nochmals bestätigt. Es deutet nichts darauf hin, dass für die Befragten eine Intelligenzminderung bzw. Dies könnte auch eine Begründung dafür sein, warum ihnen nicht bewusst zu sein scheint, weshalb sie in einer Einrichtung für geistig und mehrfach behinderte Menschen leben. Der Umstand, dass sie es dennoch tun, wird aber keineswegs negativ gesehen, wiewohl der institutionalisierte Lebensraum im Falle einer eigenen Entscheidungsmöglichkeit nicht die erste Wahl wäre.

Die Vorzüge, die durch das breite Angebot der Einrichtung gegeben sind, scheinen die Probleme, die sich aus dem nicht selbst gewählten Zusammenleben mit anderen ergeben, auszugleichen oder sogar zu überwiegen.

Dies wird auch dadurch deutlich, dass sich einige der befragten Personen zwar einen Wechsel in eine andere Wohnform, vorzüglich eine eigene Wohnung, vorstellen könnten bzw. Die Frage, ob sich die als geistig behindert diagnostizierten Menschen selbst als geistig behindert wahrnehmen, kann verneint werden.

Zur selben Schlussfolgerung kam auch Georg Feuser, der in einem Vortrag vor den Abgeordneten zum Nationalrat im Österreichischen Parlament in Wien anführte, dass er sie in bezug auf alle Menschen, mit denen er zu tun hatte und die wir für geistigbehindert halten, im Gesamt seiner Berufspraxis bestätigt fand vgl. Damit wird klar, dass für die betroffenen Menschen geistige Behinderung keine Bedeutung hat.

Für diesen Teil der empirischen Untersuchung wurde ein standardisierter Fragebogen siehe Anhang entworfen. Dieser Fragenbogen wurde zunächst den SchülerInnen einer Abschlussklasse des berufsbegleitend zu absolvierenden Diplommoduls der Lehranstalt für Heilpädagogische Berufe in Linz vorgelegt, mit der Bitte ihn eigenhändig auszufüllen.

Durch diese Vorgangsweise war es möglich, Menschen, die in unterschiedlichen Einrichtungen der Behindertenhilfe Oberösterreichs tätig sind, zu befragen.

Insgesamt 19 SchülerInnen nahmen an dieser Untersuchung teil. In einer zweiten Serie sollten DiagnostikerInnen aus den Fachgebieten Medizin und Psychologie ebenfalls eigenhändig diesen Fragebogen ausfüllen. Auf diese Weise wurden acht Personen befragt, jeweils vier MedizinerInnen bzw. Gemeinsam ist ihnen, dass sie bereits mit der Diagnostik einer geistigen Behinderung betraut waren und entweder in Einrichtungen für geistig und mehrfach behinderte Menschen beschäftigt oder als externe Professionisten für eine derartige Einrichtung tätig sind oder es waren.

Von den insgesamt 19 befragten Personen sind 17 im Betreuungsdienst für Menschen mit Behinderung tätig, 14 davon in Einrichtungen für geistig und mehrfach behinderte Menschen, zwei in der mobilen Betreuung und eine Person arbeitet mit körperlich behinderten Menschen. Zwei Personen gaben psychiatrische Abteilungen als Tätigkeitsbereich an.

Diese Punkte wurden addiert. Dies führte zu folgendem Ergebnis:. Die folgenden beiden Abbildungen zeigen die Ergebnisse auf die Frage, in welchem Zeitraum nach Meinung der Befragten die Diagnose einer geistigen Behinderung überprüft und neu bewertet wird bzw. Wie schätzen Sie die Fähigkeit zu selbstbestimmter Lebensführung von Menschen mit der Diagnose "mittelgradige geistige Behinderung" F Im Anschluss an die strukturierte Erhebung gaben alle befragten DiagnostikerInnen auf Basis des Fragebogens noch Statements zu der behandelten Thematik im Rahmen von teilstrukturierten Interviews ab.

Dabei gab die Mehrheit der Befragten an, dass es sehr schwierig wäre, geistige Behinderung bei Erwachsenen zu diagnostizieren, da die meisten validen Testmethoden auf die Diagnostik bei Kindern bzw. Jugendlichen bis etwa 16 Jahren abgestimmt wären. Auch würden gängige Intelligenztests, wie z.

Man sei deshalb auf den Augenschein und die Angaben von Personen, die den betreffenden Menschen mit geistiger Behinderung nahe stünden, angewiesen. Vorwiegend stütze man die eigene Diagnostik aber auf bereits vorhandene Expertisen.

Die Hälfte der interviewten DiagnostikerInnen brachte überdies zum Ausdruck, dass sie die Frage nach der Erstellung der Diagnose "Geistige Behinderung" für nicht oder nicht sehr relevant hielten. In der Folge sollen die Antworten der im Betreuungsdienst tätigen Personen mit den Antworten der DiagnostikerInnen verglichen und analysiert werden.

Besonders interessant erscheint die Reihung der Wertigkeit der angeführten Einschätzungshilfen, die zur Erstellung der Diagnose "Geistige Behinderung" herangezogen werden. Da die beiden Gruppen eine unterschiedliche Zahl von Befragten aufwiesen, wurden die Punktewerte der im Betreuungsdienst tätigen SchülerInnen auf die Zahl der befragten DiagnostikerInnen herunter gerechnet.

Die Ergebnisse sind in nachstehender Tabelle zu sehen, die Werte in Klammern sind die Originalwerte vor der Angleichung der Befragtenzahlen. Während für die BetreuerInnen beinahe alle Angaben eine hohe Wertigkeit haben mit Höchstwerten beim Augenschein und den Aussagen der Menschen mit Behinderung selbst und dieser Gruppe nur bereits vorliegende Diagnosen als nicht besonders wichtig erscheinen, ist dies für die befragten DiagnostikerInnen beinahe spiegelverkehrt. Sie geben mit deutlichem Abstand bereits vorliegende Diagnosen als besonders wichtig an, gefolgt vom Augenschein und Aussagen von BetreuerInnen und Angehörigen.

Aussagen der betroffenen Menschen selbst und standardisierte Test spielen dabei eine untergeordnete bis gar keine Rolle. Einigkeit herrscht bei beiden Gruppen darüber, dass die Diagnose einer geistigen Behinderung nur sehr selten bis nie überprüft bzw.

Während die DiagnostikerInnen dies aber für weitgehend gerechtfertigt halten, findet die Gruppe der BetreuerInnen, eine Überprüfung und Neubewertung sollte deutlich öfter stattfinden. Das Sozialprestige von Menschen mit der Diagnose "Geistige Behinderung" wird von beiden Personengruppen als sehr gering bis gering angesehen. Interessant erscheint auch der Vergleich der Einschätzungen zur Fähigkeit zu selbstbestimmter Lebensführung von geistig behinderten Menschen.

Zwar nimmt für beide Gruppen diese Fähigkeit mit dem Schweregrad der diagnostizierten geistigen Behinderung ab, die im Betreuungsdienst tätigen Menschen starten aber auf deutlich höherem Niveau, d. Dies erwies sich als nicht möglich. Zwei Einrichtungen gaben an, dass sie derzeit noch keine vollständigen diesbezüglichen Daten hätten und noch mit der Erhebung bzw.

Modernisierung und Kodierung der Diagnosen beschäftigt wären. Von einer Institution kam die Antwort, dass alle in dieser Institution betreuten Menschen eine geistige Behinderung aufweisen müssten, da dies ein Kriterium für die Aufnahme sei. Vom vierten Anbieter war zu erfahren, dass man zwar nach ICD 10 diagnostiziere, aber keine gesammelten Gesamtdaten hätte. Eine diesbezügliche telefonische Anfrage bei Frau Mag.

Es gäbe bezüglich der Anzahl von Menschen mit der Diagnose einer geistigen Behinderung aber nur Näherungswerte, da zwar viele Menschen unter der Bezeichnung geistig behindert "laufen" würden, aber die Erstellung der diesbezüglichen Diagnosen nicht adäquat erscheine.

Aus den ersten beiden Interviewserien geht hervor, dass aus der Innenansicht der befragten Menschen die primäre Behinderung, in diesem Fall eine deutliche körperliche Beeinträchtigung, wiewohl sie eine erschwerte Ausgangslage definieren kann, im Alltag, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle spielt, da sie als eigenes So-Sein letztlich zur persönlichen Normalität gerechnet wird. Für die befragten Menschen mit einer diagnostizierten geistigen Behinderung hat dies ebenfalls Gültigkeit.

Wichtig ist für diese Gruppe die Sichtweise ihrer Umwelt und die Möglichkeiten, die ihnen diese Umwelt bietet. Die ihnen zugeordneten mentalen Schwächen haben für diese Personen buchstäblich keine Bedeutung.

Diese Schlussfolgerung aus den Angaben der meist körperbehinderten InterviewpartnerInnen der ersten beiden Befragungen, die durch positive Beispiele aus den Lebensgeschichten Betroffener untermauert wird, sollte auch für Menschen mit geistiger Behinderung gelten. Aber obwohl in den Diagnoserichtlinien der ICD 10 zur Intelligenzminderung ausdrücklich erwähnt wird, dass sich diese Diagnose nur auf das gegenwärtige Funktionsniveau beziehen kann, da sich intellektuelle Fähigkeiten verändern können vgl.

Dies kann im Umstand begründet sein, dass es, nimmt man die Antworten der befragten DiagnostikerInnen als Grundlage, keine validen standardisierten Testmethoden zur Diagnose einer geistigen Behinderung bei Erwachsenen gibt.

DiagnostikerInnen stützen sich bei der Einschätzung von geistig behinderten Menschen daher meist auf frühere Expertisen von KollegInnen, den Augenschein, also die Kategorisierung mittels Verhaltensbeurteilung in einem meist sehr begrenzten Zeitraum, und die Aussagen von BetreuerInnen und Angehörigen. Hervorzuheben ist auch, dass alleine der Umstand, dass eine Diagnose einer geistigen Behinderung vorliegt, das Verhalten der umgebenden Systeme bezüglich des betroffenen Menschen offenbar deutlich beeinflusst.

Ich hätte einen neutraleren Namen vorgezogen, nicht zuletzt, um den konzeptionellen Unterschied zu einer normalen Werkstätte für behinderte Menschen zu verdeutlichen. Diese sollen hier zunächst noch einmal kurz vorgestellt werden, da sie nur gemeinsam ein Bild ergeben, dass eine zielführende Schlussfolgerung ermöglicht.

Zunächst wurde der geschichtliche Hintergrund der internationalen Klassifikationssysteme der Krankheiten vorgestellt. Der Wunsch nach einheitlichen Diagnosekriterien und regionaler und internationaler Vergleichbarkeit führte zu den derzeit gültigen Manualen.

Ziel der verpflichtenden Einführung in Österreich ist, die Gesundheitsplanung auf Bundes- und Länderebene zu ermöglichen, ein leistungsorientiertes Finanzierungssystem zu implementieren, Entscheidungsgrundlagen für die gesundheitspolitische Steuerung zu ermöglichen und Grundlagen für nationale und internationale Studien zu schaffen vgl. Die aus diesem Grund geschaffene ICF verfügt zwar über eine ressourcenorientierte Philosophie mit einem Schwerpunkt auf der Ermöglichung der Partizipation der PatientInnen am gesellschaftlichen Leben, das Manual selbst erscheint aber bis dato noch nicht besonders ausgereift und die Umsetzung der als positiv anzusehenden Bestrebungen der Verfasser der ICF steht noch in den Anfängen, weshalb sie sich als Ergänzung zur ICD noch nicht durchgesetzt hat.

Intelligenzminderung sind aber nur ein Aspekt dieser Beeinträchtigung. Ein weiterer sind die Sichtweisen umgebender Systeme und das daraus resultierende Verhalten gegenüber den von der Diagnose betroffenen Menschen. Diese sind, folgt man den Ausführungen Maturanas, von subjektiven Erkenntnissen geprägt, da es objektives Wissen nicht geben kann.

Aus der Systemtheorie von Nikolas Luhmann geht hervor, dass Systeme operativ geschlossen und grundsätzlich selbstbezogen sind, und überdies einen Hang zur Komplexitätsreduktion aufweisen, also nach Möglichkeit vereinfachen. Aus den Antworten von körperbehinderten Menschen geht hervor, dass ihre primäre Behinderung für sie im Alltag, wiewohl sie eine erschwerte Ausgangslage definieren kann, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle spielt, da sie als eigenes So-Sein letztlich zur persönlichen Normalität gerechnet wird.

Diese Annahme hat auch für Menschen mit einer diagnostizierten geistigen Behinderung Gültigkeit. Für einen, für in Institutionen lebende Menschen gravierenden, Teil dieser Systeme, nämlich BetreuerInnen und DiagnostikerInnen, hat, im Gegensatz zur Innenansicht der Betroffenen, die primäre Diagnose einer geistigen Behinderung einen sehr hohen Stellenwert.

Die Vorstellungen, die sich systemintern zu dieser Diagnose bilden, bestimmen z. Dies kann enorme Folgen für den Handlungsspielraum dieser Person haben.

Basis, für sowohl die Institutionalisierung der Betroffenen als auch die potentielle Einschränkung ihres Rechts auf Selbstbestimmung, sind Diagnosen, die selten bis nicht überprüft werden und deren Validität aufgrund fehlender standardisierter Testverfahren bezweifelt werden darf.

Georg Feuser beschreibt die Situation so: Wir tun dies, obwohl die nicht zufriedenstellende Art der Zuordnung, also der Diagnoseerstellung, weitgehend bekannt zu sein scheint, was Angaben von Institutionen indirekt und die Sozialabteilung des Landes Oberösterreich direkt zu bestätigen scheinen. Laut Duden ist Soziogenese "die Entstehung und Entwicklung Betrachtet man das Bild, das sich aus den zusammengetragenen Mosaiksteinen ergibt, den Umstand, dass für als geistig behindert diagnostizierte Menschen diese Primärbehinderung nicht existent oder bedeutend erscheint, sie aber mit den sekundären Beeinträchtigungen einer mit untauglichen Mitteln zustande gekommenen Diagnose, erstellt von zur Vereinfachung neigenden umgebenden Systemen, leben müssen, so kann "Geistige Behinderung" als soziogen bezeichnet werden.

Unter Mitwirkung von Reinhard Markowetz. Internationale Klassifikation psychischer Störungen. Auflage, Verlag Hans Huber.

Dyk, Irene; Weidenholzer, Josef et al. August Asklepios Klinik Schaufling. Glaserfeld, Ernst von Einführung in den radikalen Konstruktivismus in: Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben?

Auflage Verlag Piper S. Über Techniken der Bewältigung beschädigter Identität. Einführung in die systemische Soziale Arbeit. Die Gesellschaft der Gesellschaft. Einführung in die Systemtheorie. Kodieren mit der ICF: Universitätsverlag Winter, "edition S".

Alternativen zu Bürokratisierung und Spezialisierung im Heim. Zur sozialtheoretischen und epistemologischen Fundierung des Verfahrens der empirisch begründeten Theoriebildung. Theunissen, Georg, Plaute, Wolfgang Watzlawick, Paul, et al.

Bundesministerium für Soziale Sicherheit und Generationen Hrsg. Bundesministerium für Gesundheit und Frauen Hrsg. Handbuch zur Dokumentation der landesfondfinanzierten Krankenanstalten. Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit. ICF Stand Oktober Internationale Statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme Revision Version German Modification.

Research and Outreach http: Abschied von der Klassifikation von Menschen mit geistiger Behinderung. Der Paradigmenwechsel in der Diagnostik und seine Konsequenzen. Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft, Zum Verhältnis von Menschenbild und Integration - "Geistigbehinderte gibt es nicht!

Remodeling Grounded Theory [80 paragraphs]. Juli betreffend das Landesgesetz über die Hilfe Förderung und Betreuung für behinderte Menschen. ORF Ö1 Inforadio The Realization of the Living Dordecht: Office of the High Commissioner of Human Rights: Universal Declaration Of Human Rights. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte.