Lutherstadt Wittenberg

 


Dort fand die Hauptversammlung vom Verein "Buchstadt St. Zweige konnten in der freien Wirtschaft nicht überleben, andere wie das Baugewerbe profitierten vom Aufbau der Verkehrs- und der tourist.

Inhaltsverzeichnis


Der Tommy war bei uns anständig. Verloren haben wir alles. Nur mit Handkoffer konnte man wegkommen. Wie es uns auf der Seefahrt ging, wenn Interesse dafür, werde ich davon schreiben.

Anna ist bei mir; war auch als Verlorene gesucht und gefunden. Ich war dort zweimal. Auch von meiner Schwester nichts zu wissen, auch vom Schwager und von anderen Verwandten nichts. In Niendorf ist kein Bekannter. Wir sind nur zwei Bauern von Beruf. Die Bauern hier sind stur, haben für Flüchtlinge nichts übrig. Es ist ein trauriges Dasein, man sehnt sich nach der Heimat. Wenn Litauen frei würde? Lieber Bodo, ich schreibe einen langen Brief, denn es ist so, als hat man mit dem Nachbar gesprochen.

Gib auch meine Anschrift an: Man freut sich, was zu hören. Wie sieht es jetzt in unserem lieben Kairinn und in Memel aus? Gerne möchte man es sehen. Mein lieber guter Freund und Nachbar! Jetzt will ich kurz unsere böse Fahrt und auch die jetzige Heimat beschreiben: Wir fuhren von Gr. Zuletzt aber hat uns der Ortskommandant rausgeschmissen. So fuhren wir auch am Abend. Es war dunkel, windig, und es hat auch geregnet.

Das Eis war schon schwach, und es sind viele eingebrochen. Wir sind auch eingebrochen, aber man kam noch raus. Ach, da lagen Autos, Pferde- und Menschenleichen und allelei gute Sachen.

Den Abend blieben wir wieder unter freien Himmel in einer Schlucht. Längst der See sind wir drei Tage gefahren. Die Fahrt hat fünf Wochen, d. Erlebt haben wir Gefährliches und Fürchterliches. Nach einer Woche Fahrt wurde ich schwer krank, hatte hohes Fieber und Durchfall. Da ich magenkrank bin, habe ich ihn recht verdorben, und ich lag Tag und beinahe jede Nacht im Wagen.

Meine Frau, die hatte einen schweren Husten, ich lag zum Sterben, der Ton kam plötzlich weg. In jeder Stadt lief sie immer nach Medizin für mich, aber es half wenig, haben kaum Geld, auch an Lebensmitteln, auch für die Pferde war schlecht Futter zu bekommen: So wurden wir hier von der Partei einquartiert.

Meine Absicht war nach Schleswig-Holstein zu fahren, aber leider zwangen meine Pferde nicht mehr, die hätten bestimmt ausgekizzt.

Ach, meine lieben Pferde lagen unterwegs in machen Stalle. Waren sieben auch neun Pferde. Hier sind wir gut untergebracht. Sind bei einem Bauern von Morgen, hat 14 Milchkühe, auch viel Jungvieh, gleich vom ersten Tag an bekommen wir das Essen und so ist es auch bis heute, aber müssen auch arbeiten, alles, was anfällt.

Es ist nicht leicht für uns alte Menschen; zu Hause haben wir nicht so schwer gearbeitet. Morgens Kühe melken, ich melke auch. Winter über habe ich die Kühe besorgt, melken zu helfen, ausmisten, füttern, tränken, putzen. Etwas hat auch der Jaudzims geholfen, der auch mit seiner Frau und Tochter, auch bei demselben Bauer ist. Im Sommer ins Feld, vorigen Sommer haben wir geschafft, hofften, dieser Sommer wird anders werden, jetzt kommt wieder dieselbe Last.

Ich habe auch Siedlung angemeldet, aber leider bis jetzt noch keine bekommen; konnte bekommen, aber ohne Wohnung. Na, hoffentlich kommt was, denn so lange der Mensch lebt, lebt immer die Hoffnung.

Von dem anderen wie Fett, Fleisch und Nährmittel ist wenig. Meine Söhne habe ich mit Gottes Hilfe beide gefunden, beide haben mich zu Ostern besucht. Unterwegs wurden wir sehr bestohlen, am meisten an Kleidern und Wäsche. Was denkt ihr, werden wir noch Kairinn sehen, viele sind schon gefahren, auch Fr. Taleikies mit Baities und Fr. Haben die Memel erreicht oder sind nach Moskau gefahren?

Ihr werdet überrascht sein, ein Schreiben vom alten ehemaligen Nachbar der Heimat zu erhalten. Im selben möchte ich Euch unsere Erlebnisse mitteilen, wieweit uns das Schicksal geprüft hat.

Als den Sonnabend vor der Räumung meine Frau nicht mehr zur Stadt kam und die Gerüchte in der Stadt selbst immer lebhafter wurden und wir schon in Alarmbereitschaft standen, habe ich noch durch Mühe einen Drei-Stunden-Urlaub ausgefochten, habe den Wagen schnell zurecht-gemacht und bin dann wieder schleunigst zur Stadt auf Wache gefahren in der Hoffnung, in nächsten Tagen wieder meine Wirtschaft besuchen zu können.

Die Woche drauf nach drei erfolgten Bombenangriffen auf Memel bot sich mir Zeit und Gelegenheit meine in Sorgen gelassene Wirtschaft noch mal in Augenschein nehmen zu können, aber nicht mehr vom Hofe selbst. Meine Wirtschaft stand schon im Niemandsland. Bin sofort auf die Kanalböschung gegangen und habe mich dann bis gegenüber Gustav Schmidts Wirtschaft vorgearbeitet. Schmidt sein Wohnhaus war schon abgebrannt.

Die Artillerie bumste lebhaft in Starrischken rein. Habe mich dann bis zur H. Chef gemeldet, Grund meines Erscheinens und meine Wünsche. Dann kam ein Feldwebel mit in den Laufgraben. Ich bekam ein Fernglas in die Hand gedrückt, und habe zum letzten Mal mit meinen Augen mein Gehöft und das Gelände abgestreift.

Im Niemandsland grasten noch zwei Pferde und drei Kühe. Euer liebes Gehöft war auch schon damals im Besitze der Russen. So habe ich das viermal wiederholt bis zum Aber auf mein Gehöft durfte ich nicht mehr hin.

Letztmalig stand noch mein Gehöft. Kawohl, Wirzimts, Einars, Preukschat sowie das Insthaus Gürts neben uns, waren schon alle abgebrannt. Von Starrischken war schon damals nicht mehr viel übrig, brannte Tag und Nacht. Aus meist alten Leuten wurde ein Fähr- und Brückenkommando gebildet. Als die Sowjetarmee kurz vor Königsberg vorgedrungen war, haben wir den Brückenkopf Memel am Wir sollten in einem langsam geordneten Geleit nach Pillau auslaufen, leider klappte die Anordnung nicht.

Da die Sandkrugfähre nicht seefähig war, sollte uns die Memel auf Schlepptau nehmen. Wir gingen mit unserem Schiff auf Seetiefe und gerieten in eine Nebelbank. Wohl oder übel blieben wir mit einem unsicherem Fahrzeug auf hoher See. Bei Grad Kälte war das nicht ein Leichtes. Wir hatten keine Blinksignale noch Flaggensignale am Bord, drum konnten wir uns auch mit keinem fremden Schiff verständigen im Fall, wenn die Not am Mann geht. Letztenendes dachte ich, wir gehen bald zu den Fischen.

In der Bucht am Leuchtturm Brüsterort flaute die See allmählig ab. Bereits vier Stunden später als unser Geleit liefen wir vereist wie ein Eisklumpen, aber noch wohlbehalten gegen Abend in Pillau ein. Später nach drei Tagen bekamen wir wieder einen Einsatz: Es kam nur Eisen und Feuer vom Himmel herunter. Ich wurde in derselben Nacht amputiert und kam mit einem Sanitätsbus bis Stutthof auf die Frische Nehrung.

Von dort nach Hela, von Hela nach Dänemark Kopenhagen. Dort erwartete ich die Kapitulation. Das Lazarett wurde von dänischen Freiheitskämpfern umstellt.

Wer seine Wertsachen sowie Uhr und Geld nicht frühzeitig verwahrt hatte, dem wurden sie abgenommen. Im Juni kam ich ins Marine-Lazarett nach Cuxhaven. Eine Beinprothese hatte ich schon von Hamburg, aber mit dem Biest konnte ich noch nicht laufen. Unser Wiedersehen war schwer. Ich stand auf Krücken, meine einzige Tochter von 17 weilte nicht mehr in unserer Mitte. Sie ist am Als am genannten Tag meine Frau den Hausschlüssel zum letzen Male umgedreht hatte, ist sie in einer Tour mit kurzen Ruhepausen bis Labiau hingekommen.

Wie es ihr ergangen ist, bedarf keiner Erklärung, weil ihr das alles selbst erlebt habt. Das Pferd der Kommission vorgeführt und verkauft. Wir haben dann wieder die Klamotten gepackt und zur Bahn gebracht. Ein Transport ging nach Sachsen. Ich fuhr wieder nach Memel zu meiner Einheit zurück. Das war das allerletzte Mal, wie ich auf dem Königsberger Bahnhof mich von meiner Tochter verabschiedet habe. Im September sollte ein Transport angeblich nach der Heimat abgehen.

Meine Frau hat sich an dem Transport angeschlossen und sind bis Stettin ins polnische Gebiet schon reingefahren. Meine Frau sagte mir, die Begleitmannschaft des Transportes ist sehr anständig gewesen und habe auch gute Verpflegung bekommen. Dann später in verschiedene andere Lager. Mit Umwegen ist dann meine Frau hier nach Kröpelin in Mecklenburg gebracht worden, wo wir uns auch heute noch befinden. Unsere Postverbindung war schon im Februar von Pillau abgerissen.

Kurz nach Ankunft in Kröpelin nach kurzer Krankheit ist dann meine liebe Tochter von uns gegangen. Die Postverbindung zwischen uns war noch nicht aufgenommen. Vor Strapazen, Gram und Sorgen ist sie selbst krank geworden, und lag über zehn Wochen zu Bett, allein auf sich verlassen.

Nun liebe Familie Paul! Soweit mein Bericht über das Ende des schrecklichen Hitlerkrieges. Nun, lieber Paul, wie ist es denn Euch ergangen?

Habt Ihr Ihr dort eine Lebensexistenz und wie geht es Euch sonst? Entschuldige bitte, weil ich Du sage, wir sind ja alle unter einen Kamm geschoren.

Nun wünschen wir Euch allen alles Gute für die Zukunft. In Memel ging ich in die 1. Turnen hatten wir in der Kantschule. Auf dem Marktplatz wurde Stintsuppe ausgegeben. Da lagen auch Italiener.

Wir waren in den Sommerferien zu Oma nach Königsberg gefahren und kamen nicht mehr zurück nach Memel. Man durfte ja nicht sagen, dass man weg wollte, weil das ja Defätismus war.

Papa hatte Urlaub, war aber nach dem ersten Angriff weg. Vorher hatte er noch gesagt, wir müssen nach Dresden. Nach dem zweiten Bombenangriff sind wir dann nach Dresden. Verwandte durfte man ja besuchen. Mein Bruder hatte seinen Teddy Knuti verloren. Er wollte nicht weiter. Da haben wir ihm erzählt, dass Knuti zu seinen Brüdern ins Eismeer schwimmt.

Da ging er mit. Da war ein russisches Kriegsgefangenen-Lager. Mutti hatte bei ihnen Spielzeug bestellt. Wenn man ihnen Brot gab, dann schnitzten sie es. Weil es für Mutti zu gefährlich war, musste ich an den Zaun laufen und das Brot durchstecken und auch das Spielzeug annehmen. Mein Bruder wurde in Sachsen eingeschult, aber wir hatten kaum Schule, weil die wegen der Angriffe wochenlang ausfiel. Ich lag mit einer Gehirnerschütterung im Bett. Wir sind dann mit dem Zug weggefahren und mussten mehrere Sorten Kleider übereinander anziehen, Sommersachen und Wintersachen.

Wir bekamen Namenschilder und Gasmasken um den Hals gehängt. In den Tornister kam Essen. Der Zug war so voll, dass man gar nicht umfallen konnte. Wie die Heringe standen wir da. Aufs Clo gehen ging nicht, man musste es einfach laufen lassen. In Stendal gab es Fliegeralarm. Wir mussten alle raus und uns an den Bahndamm legen. Da sahen wir Möbeltransporte, die von Männern in Uniform verladen wurden, so schöne Möbel.

Und wir mussten ums Leben rennen. In Magdeburg mussten wir auch raus. Dauernd musste man so ums Leben rennen. Im Tunnel unter den Gleisen hatten wir ein Strohlager. Da gab es einen Treffer, die Wasserrohre waren kaputt und wir alle nass. Und das noch zu all den Läusen. Und man hatte uns den Koffer mit Silber geklaut. In Uelzen hatten wir gleich Tieffliegerbeschuss. Sie warfen schöne Silberpapierstreifen raus Anm.

Aber als wir sie zum Spielen aufsammelten, hatten wir verätzte Finger. Ich habe die Flucht nur indirekt im Bauch meiner Mutter [7] miterlebt und wurde am Mai in der Lüneburger Heide geboren.

Trotzdem war meine Kindheit von den Fluchterlebnissen meiner Eltern und meinen älteren Geschwister geprägt. Ich wurde während des letzten Fronturlaubes meines Vaters [8] in Memel gezeugt. Ich wurde 14 Tage zu spät geboren, denn ich wollte und wollte nicht kommen. Gleich nach der Geburt wickelte mich die Hebamme nach russischer Art als stramm eingebundenes Wickelkind. Meine Mutter fand das sehr praktisch, weil meine Arme und Beine durch das stramme Anlegen sehr gelenkig waren und ich gut zu behandeln war.

Nachts marodierten noch Soldaten durch die Wälder, so dass meine Mutter froh war, dass ich in meinen ersten Lebenswochen niemals schrie. Das Geschrei eines Babys hätte die Familie verraten können. Mein erster Gratulant war ein Neger. Sie befürchtete das Schlimmste, aber er sah das Baby und strahlte über das ganze Gesicht.

Er hatte es wohl von einer Leine abgenommen. In Dreilingen blieben wir nur sechs Wochen. Wir hatten zwei Zimmer und teilten uns die in der Mitte liegende Küche mit einer anderen Familie. Da hatte ich eine Mittelohrentzündung. Mutti hatte mich auf einen Tisch gesetzt. Weil Mutti im Bett lag, musste Papa kochen. Es war mir ein völlig absurdes Bild, wie er da mit der dampfenden Kartoffelschüssel an den Tisch trat.

Es passte nicht mit Papa zusammen, deshalb fiel er mir auf. Der Sommer war sehr warm. Wir bekamen Besuch vom Memeler Opa [9] und anderen Verwandten. An die Spiele dieses Sommers kann ich mich sehr gut erinnern. Dafür hatte ich meinen gleichaltrigen Freund Toni. Auf mich hatte es eher der böse alte Ganter abgesehen, der mir, wann immer ich über den Hof rannte, in Po und Waden biss. Opa hatte mir einen Dackel geschnitzt, mit Leder zwischen den Teilen.

Den zog ich an einem Bindfaden hinter mir her. Der Dackel konnte richtig wackeln und ich war stolz auf ihn. Oma [10] hatte mir einen braunen Dackel genäht. Den nahm ich mit ins Bett und hielt mich an seiner Rute fest. Ohne meinen Dackel konnte ich nicht einschlafen. Eines Abends hat Regina ihn immer wieder durch das Zimmer geworfen und dann zerrissen. Ich konnte nun nicht mehr schlafen, und irgendjemand musste abends bei mir am Bett sitzen und meinen Unterarm kraulen.

Es fuhren immer noch englische Panzer durchs Dorf, direkt am Haus entlang um die Kurve. Das Quietschen der Ketten war lange vorher zu hören und machte einen Höllenlärm. Aber niemals flog Schokolade aus einem Panzer heraus. Und Schmeckbares suchte ich immer. Der erste Panzer eines Konvois fuhr immer nur bis an die Kreuzung, oben guckte das Gewehr aus dem Loch und zeigte in alle Richtungen.

Einmal guckte es ganz lange Toni und mich an. Und am Himmel flogen Flieger mit einem Viereck hinten. Und wir rannten in Deckung. Ich folgte ihnen, verlor sie aber meist am Dorfrand aus den Augen. Sie brachten Propellergehäuse mit und machten daraus Paddelboote. Mich nahmen sie darin nicht mit auf den Fluss, obwohl ich so sehr bettelte.

Eines Tages war im Wald was hochgegangen, Tonis ältester Bruder war tot, ein anderer Dorfjunge verlor sein Bein, ein dritter seinen Arm. Da machten die Erwachsenen im Dorf einen Mordskrach und den Jungs wurde verboten, in die Wälder zu gehen. Sie schlugen Versteckspiel vor, ich sollte als Erste suchen. Beim Abzählen halfen sie mir noch, aber wenn ich dann über die Hofmauer geklettert war, waren alle weg.

Eines Tages waren sie ganz aufgeregt und zeigten mir neues Geld, über das sie in der Schule gesprochen hatten. Das Pfennig-Stück gefiel mir besonders, weil da eine Frau abgebildet war, die Kartoffeln ausbuddelt. Das fand ich nicht gut, denn Eicheln schmecken bitter.

Dafür durften wir jetzt mit den alten Münzen spielen. Immer eine gegen die Wand ditschen. Dann prallte sie gegen die Mauer und fiel in ein Feld zurück. Und da wo der Pfennig hinfiel, wurde mit einem Messer eine Linie in den Sand gezeichnet, wo Russland wieder ein Stück Land verloren hatte. Ganz schlimm war es, als ich einmal mit Toni gewettet hatte, wer von uns beiden am schnellsten die Treppe hinunterkullern kann.

Als ich vor Schmerz heulte, bekam ich noch Prügel obendrein. Und je mehr ich brüllte, desto mehr fuchtelte sie mit dem Kochlöffel vor mir rum und drohte für jedes Brüllen noch mehr Prügel an. Aber ich hatte bis zu ihrem Tod immer Angst vor ihr. Aber es war ein schöner Sommer mit Papa. Er nahm mich mit, Beeren zu sammeln und erklärte mir die Bienenvölker, zeigte mir Pilze und erzählte schöne Geschichten von der Roggenmuhme, vom Morgenstern und vom Siebengestirn.

Dann bekam er endlich Arbeit und verdiente Brot in Uelzen beim Stadtbauamt. Den Hasen traf er nämlich in Hansen an einem Feldrand, wie er mir erzählte, und der trug ihm eindringlichst auf, das Brot der Beate zu geben. Lange Jahre später erfuhr ich, dass er seine Tagesration für mich aufgespart hatte. Wann immer ich nach Uelzen fahre, geht meine Route durch Hansen und am Stadtbauamt vorbei, denn es ist für mich für alle Zeiten in dankbarer Erinnerung mit Brot verbunden.

Und Onkel Kurt wollte mir sogar die Zehnägel schneiden! Das war aber Papas Privileg. Ich hab mich richtig biestig gegen sie benommen. Sie hatten ein Radio als Geschenk mitgebracht und eine weiche Decke. Aber die konnte mich auch nicht für sie einnehmen.

Sie waren mir zutiefst unsympathisch, ich blieb zickig und endlich hauten sie ab. Viele Jahre später erfuhr ich in einem pubertären Streit mit meiner Mutter, dass die gekommen waren, um mich zur Adoption zu holen.

Eines Sonntags morgens sang Papa mir ein Lied vor: Ich hatte nämlich keine Schuhe und konnte nicht raus. Im Frühjahr zogen wir dann in eine Dreizimmerwohnung oben im Bauernhaus, und dort mussten wir immer ganz leise auf der Treppe sein.

Im Garten einer alten Frau entdeckte ich eines Tages eine Reihe Löwenmäulchen, schöne, gelb-lila gestreifte. Aber dort freute sich niemand. Papas Worte prasselten nur so auf mich nieder: Alleine musste ich gehen. Die alte Frau öffnete erstaunt und war ganz freundlich. Aber ich schämte mich sehr, denn ich wollte keine Diebin sein.

Den Nachbarbauern Krüger, den ich auf meinen Streifzügen durch das Dorf kennengelernt hatte, fürchtete ich. Bei unserer ersten Begegnung hatte er ausgerufen: Dich kann man ja in die Tasche stecken!

Ich bin ganz erschrocken weggerannt, denn in seine Tasche wollte ich nicht. Jedes Mal, wenn wir nun zusammentrafen, steckte er seine Hand in die Jackentasche, weitete diese und lachte. Eines Abends hatten wir nur ganz wenig Brot und ein Glas Marmelade. Mutti entfernte die Schimmelschicht aus dem Glas und schnitt dann das Brot. Für mich war nur der kleine Knust vorgesehen. Darüber war ich so aufgebracht, dass ich diesen wütend über den Tisch warf.

Da schlug Papa mir auf die Hand, dass meine Warzen anfingen zu bluten und sagte: Die Bäuerin verbot mir, sie in ihrer Küche zu besuchen, weil ihre Küche nichts für Flüchtlinge ist. Und ihre Toilette ist auch nichts für Flüchtlinge. Aber sie war sauber, so ganz anders als das Plumpsklo über den Hof im Schweinestall, wo ich immer Furcht hatte hineinzufallen.

Aber eben nichts für Flüchtlinge. Aber einmal hat sie mir nach dem Schlachten doch eine Kanne voll Schmecksuppe mitgegeben! Eigentlich sollte nur Toni eine bekommen, weil sein Vater für den Bauern arbeitete.

In der Suppe schwamm eine dicke aufgedunsene Wurst! Eine solch gut riechende Köstlichkeit hatte ich noch nie erlebt! Ich schleppte die Kanne wie eine Trophäe nach Hause und konnte mich an der aufgequollenen grauen Wurst gar nicht satt sehen. Sie erzählten von ihrem behüteten Dasein, von den Ausflügen zur Nehrung und von der Eisbude an der Fähre. Und dass es ganz entsetzlich stank. Immer wieder erzählten sie mir vom Feuer. Und von den Fliegern über Dresden.

Ich kann das Geräusch von diesen langsamen Fliegern bis heute nicht leiden. Es macht mir immer noch Angst, auch wenn es sich im Nachhinein als Rasenmäher herausstellt. Ich kann mir unter Behütetsein nichts vorstellen, vielleicht eine Art Gefangenschaft? Ich erinnere mich an Kälte und an Träume, in denen viel Feuer vorkam. Erst als wir ins Bauernhaus zogen und meine Oma [13] aus der Lungenheilanstalt entlassen wurde und zu uns gezogen war, kam Geborgenheit in mein Leben.

Sie betete jeden Abend mit mir. Sie erzählte mir Geschichten. Sie brachte mir Benimm bei. Sie war mein Hort! Ich liebte sie, aber ich durfte sie zeitlebens nicht küssen, weil sie nicht wollte, dass ich mich bei ihr anstecke.

Ich war 13 Jahre alt und dankte ihr für alles Gute mit einem Kuss auf die Stirn. Selbst da hätte ich nicht gewagt, sie durch die Zellophanhülle auf den Mund zu küssen. Und sie war so kalt und es krampfte mir die Brust zu. Der Abend war schön - wie fast alle Juliabende es am Kurischen Haff sind! Es war angenehm warm, die Sonne strahlte noch vorm Untergehen vom Himmel. Überall war Feierabend eingekehrt. Wir Kinder wurden - wie sonst auch — nach der Abendtoilette früh ins Bett gesteckt — meist früher als andere Kinder.

Deren Gekreische konnte man noch vom Bett aus hören. Und doch - am Juli - schien einiges anders als sonst zu sein! Die Erwachsenen hatten in den letzten Tagen öfter zusammengestanden und mit den Händen gestikulierend geredet, ihre Gesichter hatten dabei einen ziemlich besorgten Ausdruck gehabt.

Irgendetwas lag in der Luft! Das hatten auch wir Bowkes bemerkt. Vom Bett aus war zu vernehmen, dass noch jemand ins Haus gekommen war. Vater konnte es nicht sein; der war ja an der Front in Russland.

Kurze Zeit später hörten wir Mutter noch irgendwo in der Wohnung kramen. Das erschien uns schon komisch. Denn das war anders als sonst! Abends las sie meist in aller Ruhe ein Buch oder die Zeitung. Oder sie vertiefte sich in irgendeine Handarbeit. Dennoch entschlummerten wir Kinder nach durchtobtem Tag recht bald.

Am nächsten Morgen geschah etwas für uns ganz Ungewohntes: Auch Mutter hatte sich festlich gekleidet. Die ganze Familie frühstückte gemeinsam am Küchentisch — keiner fehlte.

Wir Kinder wurden an die Hand genommen. Mutter ergriff eine kleine Reisetasche, hängte sich den leinenen, sonst neben der Hauseingangstür hängenden Beutel um, in dem für den Fall eines Bombenalarms wichtige Dokumente zusammengetragen und verwahrt waren. Sie nahm die Jüngste von uns vier Kindern an die Hand. Unterwegs trafen wir Nachbarsfamilien, Freunde, Bekannte. Im Bus selbst ebenfalls viele bekannte Fahrgäste, ob an der Haltestelle mit eingestiegen oder sonst wo zugestiegen.

Alle festlich gekleidet, gewohnt ruhig, die Kinder in ausgelassener Stimmung. Der Bus machte halt an der Dange vor der Anlegestelle, von wo aus ich schon so oft mit der Fähre nach Sandkrug zur Kurischen Nehrung hinübergefahren bin. Doch nicht der altgewohnte Raddampfer liegt heute am Steg! In aller Gemütsruhe strömen die Menschen auf das Schiff und verteilen sich über die verschiedenen Decks.

Wir Kinder durchstöbern alle möglichen Ecken des Schiffs und sind immer wieder erfreut darüber, dass so viele Freunde von uns diese Reise mitmachen. Winken hinüber und herüber. Die Fahrt geht los. Das gibt ein herrliches Picknick! So, wie sonst bei Ausflügen zum Ostseestrand oder in die heimatliche Umgebung. Wir Kinder tollen überall umher. Die einzelnen Familien bekommen von irgendwelchen dienstbaren Geistern in Uniform Adressen auf Zetteln und ziehen darauf in unterschiedliche Richtungen der Stadt davon.

Die Adresse auf dem Zettel für unsere Familie lautet: Wir treten in den Hauseingang und drücken an der einzigen Klingel - bei Lange rührt sich nichts. Nach erneutem Klingeln tut sich etwas hinter der Tür. Sie wird halb geöffnet, und eine etwas verlebt und übermüdet wirkende Frau von etwa 60 Jahren schiebt sich langsam in die Öffnung.

Die Frau mustert uns alle der Reihe nach von oben bis unten - ganz Abwehr! Kochen und Baden verboten! Und absolute Ruhe, wenn ich bitten darf! Wie betäubt lassen wir uns auf das einzige Bett und auf die Liege im Zimmer sinken. Wir verstehen das alles noch gar nicht! Wir Memelländer waren ja auch die ersten Deutschen, die ihre Heimat fluchtartig vor der Roten Armee verlassen mussten! Er führte — gerade für uns Kinder - unter manch grausamer Erfahrung über Pommern, die zweite Etappe, in eine Kleinstadt am Rand des niedersächsischen Teufelsmoors — zur vorläufigen Endstation, die für uns nun schon über 60 Jahre Bestand hat.

Hier musste nun in völlig fremder, zunächst recht abweisender Umgebung die Grundlage für eine neue Heimat gelegt werden. Wer von uns ahnte damals, dass für viele die letzte Etappe auch die endgültige werden sollte und die frühere Heimat nur noch im Herzen bewahrt werden musste? Aber so ist das Leben halt! Es war ein Stück Arbeit in den kleinen Räumen, so ein Stück fertig zu machen. Inzwischen 1 paar lange Herrenstrümpfe gestrickt. Als Belohnung Äpfel Brot Gemüse u.

Also verhungern werde ich hier nicht. Wenn nur nicht immer das sinnlose Anstehen wäre. Dann die Ware erst haben. Und wenn einmal was da ist, dann steht man Schlange. Bis Königsberg kein Sitzplatz. August 11 Uhr abends aus Memel auf Dampfer Sumatra. Ein Schiff beladen mit Menschen und Tieren. Eine Arche Noah voller Not, die nicht landen kann, hinausgestossen in die stürmische See.

Ein Werk, das noch in Arbeit ist. Ein Zeitungsfoto hat sie dazu angeregt. Wieviel Menschen finden im Kunstkeller Raum, wenn sie dicht an dicht in einer Ausstellung stehen, und was von den Bildern, um die es hier eigentlich ginge, bekommen sie noch mit?

Nicht wenige haben sich verabschiedet und ihren Besuch auf später verschoben, was ich gut verstehe. Der Andrang war riesig. Die vielen positiven Kommentare zur Ausstellung lassen immerhin den Schluss zu, dass einige der Besucher auch noch Bilder entdeckt haben. Er wird vermutlich nächste Woche erscheinen. Die Ausstellung kreist das bin ich schön ein, hinterfragt es in vielen Positionen, bezieht die Besucher mit ein und entlässt uns nach dem Besuch mit noch mehr Fragen an uns, unser Wesen, unsere Gesellschaft.

Und gerade dieser offene Ausgang macht die Ausstellung für uns spannnend und sehenswert. Im art-room installieren wir nicht die Aquarelle wie vorgesehen. Gerne mache ich eine Gruppierung von vielen kleineren Ölbildern, die der Künstler gemalt hat. Die Aquarelle am Eingang, die globalen Städte, führen in den ersten Hauptraum, wo wir die vielen Städte mit ihren phantastischen Lichtern bei Dämmerung und Nacht begegnen.

Der dritte Raum öffnet sich auf helle Wasser und Bergrücken, sowie einmalige Schneebilder. Künstler, die für andere Künstler bedeutend sind, bevor sie kommerziellen Erfolg haben und ihre Arbeit von Kuratoren anerkannt wird. Gerade Thomas Kratky - hat eine ganze Künstlergeneration rund um Bern beeinflusst. Er ist mit seiner beeindruckenden Gesamtgestaltung weit über die Konditionen und Möglichkeiten hinausgegangen und so nicht in Frage gekommen, was ihm selbst allerdings klar war.

In der Ausstellung allerdings begeistern sie mich gerade mit ihrer guckkastenartig angelegten la route des Indes. Spannende Arbeiten von Dan Grahams sind da. Er hat sich früh mit Minimalismus, Konzept- Video-und Performancekunst auseinandergesetzt.

Eine reichhaltige, sehenswerte Ausstellung, die uns in oft Unbekanntes eintauchen lässt. Sehr schön das erste Stück: Words failed me, war mir fast zu lang.

Reflection ein Tanz zu zweit. Mission Eorohell, eine Wiedereinstudierung. Was da alles geleistet wird ist als nur-Zuschauer nicht zu ermessen. Von ihr wusste man nur noch aus alten Schriften. Im haus zum Kirschgarten, wo J.

Burckhardt aufwuchs werden über einhundert arabische Kostüme und Schmuck aus der bedeutenden Sammlung Widad Kamel Kawar ist Palästinenserin und lebt in Jordanien gezeigt. Die sehr schönen Exponate sind in die Dauerausstellung der Wohnkultur des Jahrhunderts integriert, was allerdings nicht immer zum gegenseitigen Vorteil ist.

Jetzte sollte ich Petra umfassender begegnen. Das warme ockerfarbene Papier, das der Künstler wählte sollte sich als genau richtig für die Atmosphäre der weiten dürren Ebenen und die ockerroten Sandsteinfelsen und Schluchten erweisen.

In Petra, der geheimnisvollen Felsenstadt, an einer wichtigen Kreuzung des Seidenweges gelegen, tauschten die Nomaden ihre Zelte mit den in Stein gehauenen Felsenorten. Vieles, auch Vermutungen zeigt die Ausstellung. Kurz aber gross war und weit reichte ihre Macht während ca zweihundert Jahren.

Verblüffend das ganze Wassersystem. Von den Römern gelernt? In den vor allem am Eingang verwirreeingebauten Stein- und Felskulissen begegnen wir Originalsteinen, Büsten und Friesen, die begeistern. Die Besucher sind eingeladen bei den Proben und Konzerten zuzuhören. Es steht in Flims. Ich wünsche ihnen viel und auch kaufkräftiges Publikum. Gigga Hug fand - wie wir wissen - in Prag zu ihren Puppen-Fotografien.

Puppen mit ihren Persönlichkeiten, die sie ausstrahlen, mit ihren Verletzungen, die ihnen der Gebrauch zugefüg hat. Mit Hilfe von Spiegeln bringt sie in der blauen Stunde ein besonderes Licht auf sie und zaubert Weichheiten in ihre Fotos, die die Puppen zum Leben erwecken. Gleich gegenüber nächtliche Architektur aus Kairo von Brigitte Lustenberger, was zusammen einen spannungsvollen Raum ergibt. Künstler arbeiten während 14 Tagen in ungenutzten Räumen.

Die nächsten 14 Tage arbeiten und überarbeiten nächste Künstler Bestehendes usw. Der Abendanlass auch zeigt, mit wie wenig das Publikum zufrieden oder gar begeistert ist - oder ist es vielleicht goodwill den Künstlern gegenüber eine nicht ganz übliche Situation zu honorieren? Was fange ich damit an? Im Kornhaus werden die Wettbewerbsarbeiten des Schindler Award gezeigt. Architekturstudenten in ganz Europa setzen sich mit der Schützenmatt und ihrer Umgebung auseinander.

Wie kann hier städtebaulich ein Anschluss Unihügel, Bollwerk, der Einbezug der Reithalle, der Eisenbahnbrücke, der Verkehrswege bis hinunter zum Aareufer und Altenberg gefunden werden. Erstaunlich, was sich die Studenten alles einfallen liessen. Nebenan das mit dem 1. Jetzt auch grossräumig mit Beton Blech, gepresstem Papier und Plastik. Farbabstimmungen werden wichtig, das Spiel der Flächen untereinander. Leider habe ich kein Foto von der witzigen Serie Plastikflaschen - aus Beton.

Sie stehen, neigen sich, versinken in sich selber. Jede hat ihren ganz speziellen Buck. Wie im Mittelalter baut die jeweils nächste Generation weiter. Beeindruckend, wie er die Formen des katalonischen Sandsteingebirges rings um das Benediktinerkloster Santa Maria de Montserrat in seine Architektur übersetzt. Nicht das Interesse von Klee für die asiatische Kunst und Haltung ist für mich so erstaunlich.

Aber die Wirkung seiner Arbeit auf Japan! Auf das Japan von heute! Paul Klee ist gestorben. Längst war er fällig, hatten wir doch nur Mailkontakt. Die letzte Arbeit, die ich gesehen habe war die Installation im Kunstmuseum Luzern mit ihrer Performance auf ihrer Bratsche.

Da hatte sie am Lucerne Festival auch ihren grossen Auftritt. Die Quellen wurden für ein Kurbadehaus gefasst. Er hat ihr die rote Farbe in ihre Zeichnungen gebracht. Sie denkt auch bereits über Ocker nach.

Das nächste Stipendium führt sie demnächst nach Berlin. Hier wird sie im März anlässlich der Berliner Festspiele mit einer grossen Installation in den Zuhörerraum hinein "Mercurial Touch" gegenwärtig sein und sie mit zwei Live-Performances bespielen.

Und - das hoffe ich - werden wir sie auch bald wieder bei uns im Kunstkeller Bern antreffen. Spannend zu sehen, wie ihn nicht die Auflage als solche interessiert, vielmehr die Möglichkeit dasselbe Motiv verschieden zu drucken: Hier können wir die Weiterentwicklung einer Platte verfolgen. So hatten sie für einen Tag ein neues Dasein und gaben dazu einen Blick auf die Geschichte frei.

Ganz oben im Museum in der riesigen Halle zehn oder mehr Videos, Wände füllend, projeziert. Je ein Zimmerausschnitt einer Villa, ein einzelner Musiker spielt auf seinem Instrument nur mit Kopfhörer mit anderen verbunden. Wir Zuschauer, Zuhörer hören das ganze Spiel, ja bewegen uns darin, sehen und hören diesem oder jenem zu.

Das besondere Erlebnis dabei ist eben das Mitten-Drin-Sein. Eine sehr schöne und poetische Ausstellung. Sie ist auch sehr geglückt haben sich doch die Künstlerin und der Künstler gegenseitig angeregt, ja herausgefordert mehr unter aktuell oder den Künstlern. Herzschläge als Urrhythmus für Tanz. Trace , eine Uraufführung. Agon , eine Uraufführung. Ein spannungsvoller, ausserordentlich schöner Abend. Erste Szenerie in pastellfarbenen Tönen ein offener Tanz voller Leichtigkeit, der doch sehr präzis in sich gegliedert wird und seinen gesteigerten Ausdruck in dem verschieden beleuchteten und bewegten Bühnenbaldachin erhält.

Wir sind aber anspruchsvoll und suchen eine Abfolge, die uns alle erfreut und überzeugt. Hier bereits einige Bilder. Der Kanton muss in der Kultur 1 Million einsparen. Die kantonaale Kunstkommission darf nichts ankaufen.

Sie setzt schwarze Punkte bei den Werken, die sie ankaufen würde. Keine Unterstützung und Anerkennung für junge Künstler! Kunst gibt es nur da, wo eine Gesellschaft kaputt geht. Etwa so war ihr Ausspruch. Vielleicht könnte man auch sagen: Kunst entsteht da, wo eine Gesellschaft in Bewegung ist, wo Neues entdeckt und formuliert wird. Der Film, besser die Arbeit von Abramovic the artist is present ist schlicht grossartig.

Durch die verschiedenen Performances, in die wir Einblicke erhalten, nimmt uns die Persönlichkeit der Künstlerin mehr und mehr gefangen. Noch ist die Bergwelt, sind die Berghütten i. Ein Blick in deren Keller zeigt uns aber das ganze Messsystem für einen präzisen Alkoholaus-schank.

Der Saisonabschluss bringt unendlichen Abfall. Als letzte Position links und rechts aussen je eine grosse Fotografie "Leichentücher", abgedeckte Gletscher. Die präzise Angabe der Örtlichkeiten machen die Realität noch realer, brutal sicht- und greifbar. Endlich meint man von aussen, waren doch sie es, die den Ton mit den Mitarbeitenden nicht gefunden haben.

Bernhard Pulver allerdings steht immer noch hinter ihnen, was doch sehr fragwürdig ist. Vieles könnte allerdings noch verbessert werden. Das Kellerlokal bietet auch Raum für Künstlerlager. Zur Einweihung an Halloween sind viele Künstler und Kunstliebhaber da.

Boris gibt Einblicke in seine spannende dreidimensionalen Arbeiten und seine vielfältigen Bilder. Sie stehen bereit für die Ausstellungen in Biel, Solothurn und Bern. Licht auf abstrakter Körperlichkeit auf schwarzem Grund. Knochiges auch als Objekt. In ihr Atelier gehören neben all den Kunstbüchern unzählige Funde und Erzeugnisse aus "zwischen den Welten": Tausend Dinge und mitten drin Sessel zum Sein.

Jedes Geschäft zeigt Ausserordentliches. Im Kunstkeller begegnen wir dem red car , einem aussergewöhnlichen Video von Kurt Caviezel aus unzähligen Webcamfotografien. Hier bei art-floral einem sher stimmungsvollen Blumenstrauss. Ein toller Überblick über sein Schaffen, das hier sehr wenig bekannt ist. Schwere Kost, heftige Pinselstriche in primär schwarz und weiss. Leere schwarze Räume, wo Goyas Hund bearbeitet wird. Ein schwerwiegendes Eempfinden wo wir uns mit dem intensiven Gewühle der schwarz-weissen Striche bei den Kreuzigungen nach Velasquez einlassen.

Neu zu sehen Maria Guadeloupe. Wie bei Silvia ? Die leichtere Art der Pinselführung und das Erfinden von Strukturen als abstrakte Teilchen im neuen Bild reisst mich aber weniger hin als das zwischen Präsenz und Zurückhaltung fein getupfte Bild von Silvia. Ergreifend das flämische Bildnis eine Frau um , das sie in verschiedensten Varianten und Ausschnitten zeichnet, laviert auch auf dem Kopf stellt.

Nahe bei diesen Zeichnungen Sarkophage, Pyramiden, die einen weiten Zeitraum öffnen und unser assoziatives Denken in eine Richtung lenken. Sehen und gesehen werden. Einen Gegenpol markiert der von Kurt Caviezel gestaltete Raum. Spannend die Entwicklung in diesen letzten zehn Jahren verfolgen zu können. Ich habe mir das Buch bestellt. Sie hat im Kunstkeller mit Rostfarbe die Astronauten auf die Wände gezeichnet und mit Projektionen in den dunklen Galerieraum Weltall gezaubert.

Soeben hat sie einen Werkbeitrag vom Kt. Gallen erhalten, der sie nach London bringen wird. Die direkte Malerei auf Wände hat sie weitgehend durch Hellraum projektionen abgelöst, wobei sie von mit weisser Dispersion bestrichenen und herausgekratzen Zeichnungen ausgeht. Da Biel diesen Sommer ein Ambulatorium eröffnet, sind nur Bielerkünstler eingeladen. Biel hat eine lebendige Kunstszene. Alice Henkes - wohnhaft in Biel - kuratiert sie. Pat Nosers Fliegen glänzen in Übergrösse überall zwischen den Arbeiten auf.

Mingjun Luo erinnert mit einer frühen Arbeit an ihre chinesische Herkunft und ihre Kulturen verbindende Arbeit. Ise Schwartz mit ihren Pflanzen- und Tepetenmustern - immer wieder spannend, in Bewegung und neu. Aber auch seine Bildtafeln mit zeichenhafter Malerei sprechen mich an. Spurensuche - profitiert hat. Interessant auch immer Nino Baumgartner. Der kunstpreis der Nationale Suisse geht an Kathrin Affentranger. Eine schlichte aber sehr schöne Arbeit.

Wie verschieden das immer gleiche Mass von immer neuen Positionen des Betrachters wirkt. Julia Steiner ist wieder bei den Preisträgern. Nina Haab mit einer Arbeit zur Alzheimerkrankheit. Dazu das Gespräch der Betreuerin mit der Kranken, das von Schreien der Patientin unterbrochen wird, die schon wieder vergessen hat, dass nur die Fingernägel geschnitten werden müssen und wiederholtem ruhigem Erklären.

Das minimal visuell vorhandene erklärt das Gehörte. Wozu die unendlich vielen Positionen des verängstigten Tiers? Um darauf hinzuweisen, dass Meerschweinchen keine Teddybären sind? Behandelt die Fotografin sie nicht selbst wie Teddybären? Ist das eine gute Geschichte, um dagegen zu wirken, was sie offenbar will? Interessant sind die doppelbelichteten Porträts, ihre Unschärfe bringt viel seelische Not zum Ausdruck.

Im Untergeschoss dann nicht-Definierbares, das scheinbar organisch wächst, wie auch der langsame Zerfall einer geleeartigen grünen Masse. Nein für einen Atelierbesuch ist er noch nicht bereit.

Er malt gerade zwei grosse Bilder, die er mir unbedingt zeigen möchte, aber sie sind noch nicht fertig. Pat Noser sucht ihre Fotos von Autostaus in öffentlichen Webcams, den Verkehrüberwachungskameras der Madrider Polizei und malt diese zu brillanten Bildern. Kurt Caviezel arbeitet seit zehn Jahren nur mit den Webcams, den Fotografien von den im öffentlichen und privaten Raum ins Netz gestellten Kameras, und hat Millionen Fotos heruntergeladen.

Seine künstlerische Arbeit ist die Auswahl der Bilder, die er für eine Serie, eine wortlose Reportage, nutzt. Dazwischen werden die Räumlichkeiten und der Tresorraum von Künstlern bespielt shine on you crazy diamond. Glänzende Fassaden brechen zusammen, werden aufgekratzt. Sousol im Tresorraum ist nichts mehr wie es war. Beni Bischoff hat die Wände verschrieben, Notizen angeheftet, Fragezeichen gesetzt.

Immer wieder finden junge Künstler Räume, um Fragen zu stellen, auf Entwicklungen aufmerksam zu machen, Herausforderungen anzunehmen.. Mai 36 zeigt Fotografien von Robert Mapplethorpe. San Keller im Helmhaus überspringe ich und wechsle ins Gebiet Aussersihl. Die Galerie Havanna, B. Liaskowski hat sich auf kubanische Malerei spezialisiert. Ich kann ihre Privatsammlung besuchen. Beeindruckend ist auch die architektonische Raumgliederung, die speziell für die Sammlung erstellt wurde.

Eine Reihe von Krümmungen in den senkrechten Stäben gibt hintereinander ein bewegtes Profil. Immer nimmt er den persönlichen Pinselstrich zurück, anonymisiert seine Arbeit, weist auf die Möglichkeiten des Kreises hin.

Die Künstlerin schneidet ganz schmal die Grenzen der Länder aus, was viel Leichtigkeit bringt. Manchmal versetzt sie die Grenzen auch. Das Gespräch unter uns Galeristinnen führt uns auf die Fremdenfeindlichkeit, die bei uns vor allem gegenüber dem grossen Kanton vorhanden ist.

In Deutschland werden Kollegen die in der Schweiz arbeiten gefragt, wie lange sie es denn da noch aushielten! Dabei ist belegt, dass die Fachkräfte uns nichts weggenommen haben. Immer weniger steht das Objekt im Vordergrund. Bestimmte Körperbewegungen werden Auslöser für ihre sinnliche Wahrnehmung, die sie zu fassen versucht und uns weitergibt.

Atelierwechsel, da der Progr immer teurer wird, auch lockt sie ein neues Projekt verwandt dem Palazzo-Wyler, bei dem viele Künstler nebeneinander arbeiten, was ein anregendes Klima gibt. Oder da sind alte Hotelboards, auf die die Fotos der Hotelgäste gepinnt werden, und die nach deren Abreise weggeworfen werden - vorüber - vergessen.

In der Mitte der Ausstellung die grosse Glocke, die im abgeschlossenen, stillen Raum nicht klingt, aber kraftvoll schweingt. Hier die Gegossene tonnenschwere Kugel Jahre. Sie ist trotz ihres Materials endlich, sie soll in Jahren explodieren, so ist ihr Innenleben präpariert. Eine Ausstellung von Madeleine Schuppli - ehemals Kunstmuseum Thun, die ich hier wieder einmal getroffen habe. Fotokunst aus der Sammlung. Hauptthemen sind der Körper und der öffentliche Raum. Leere Wände als Erholungsphasen - sehr schön und wohltuend.

Thomas Schmutz ist Kurator der Ausstellung. Gut besucht trotz Äschlimann-Corti-Stipendien-Anlass. Und er hat die Fotos vom Holcinkonzern ausgewählt! Ansehen, was da ist, diskutieren, was möglich ist, was einem Sponsor und Mäzen, die es unbedingt braucht, als Gegenleistung erbracht werden kann, weil er ja offenbar auch andere Ausstellungen sponsert.

MvG führt gschpürig durch das ganze Leben von Robert Frank, der sehr offen und klar auf seine Fragen auch mit Bonmots antwortet. Ja, wenn einer mit 84 Fotos eine Auswahl von mehreren tausend the Americans nicht fassen kann, dann schafft er es nie. Jetzt ist er im Kunstmuseum zu sehen 4-mal im Jahr darf ihn Robert Frank zeigen. Und wir sind eher enttäuscht, verwöhnt von den heutigen Möglichkeiten.

Je älter der Künstler wird je meditativer erscheint mir sein Werk. Gehört was ein Schriftsteller in der Freizeit malt auch schon ins Museum? Er hätte vielleicht nicht Freude daran. Ich bin gepannt auf die Podiumsdiskussion im Mai, die nach wiederholter Demonstration jetzt doch stattfinden wird.

Beeindruckend wie diese schwarze Frau ihren Weg geht. New York ist zu prüd, sie geht nach Paris, wo sie mit offenen Armen empfangen wird. Sie darf auch als Schwarze zum Haupteingang ins Theater. Während des Krieges unterstützt sie die Resistence. Beginnt danach ihren Traum vom friedlichen Dorf mit Menschen aller Nationalitäten und Rassen zu realisieren.

Sie adoptiert zwölf Kinder. Die beiden weissen Mörder wurden freigesprochen. Josephine Baker ist entsetzt und setzt sich ein. Begleitet von historischen Pianos singen Studenten Opernarien.

Zu oft noch werden die Töne für mein Empfinden gedrückt, aber eine tolle Möglichkeit vor Publikum zu proben. Die Forschung in den Künsten wird vorgestellt. Am setlichen Eingang empfängt uns eine Performance zum Thema Wolken , die die Besucher mit einer grossen Decke ein- und überhüllen.

Oben in der zweiten Etage dann Einzelperformances in den vielen Übungsräumen. Ähnlich kommen wir vor dem Münster vor geschlossene Türen. Die, wenn auch kurzen Konzerte, sollen nicht gestört werden. Ich erinnere mich als das Münster vor einigen Jahren Gast war: Variantenreiche Orgelmusik bis zur Verjazzung.

Matratzen im Kirchenschiff, um beim Zuhören in das Gewölbe der Kathedrale zu schauen. Vorne in der Apsis fangen Kinder die silbern glänzenden Papierstreifen auf, die von weit oben herunterschweben. Ja, das war vielleicht Jahrmarkt, aber mit hintergründigen Aspekten. Unzählige Menschen waren da, und haben eine starke Erinnerung mitgenommen. Ich habe noch heute drei solcher Silberstreifen in meinem Mantelsack.

Der Steinmatz am südlichen Eingang hat uns dann mit seinem Wissen und seinen Geschichten für die Enttäuschung ein wenig entschädigt. Im Casino machen wir Pause und sehen auf die belebte Kirchenfeldbrücke. Die Ausstellung gibt auch bei einem zweiten Besuch nicht viel her.

Das Grand-Palais gleich nebenan im ehemaligen Bahnhöfli hat ebenfalls geöffnet. Videos von Pfeifer ZH sind im winzigen Raum sehr geschickt integriert und im Timing auf einander abgestimmt. Chantal,die Leiterin ist den ganzen Abend ansprechbar. Yvonne weiss, dass die Kirche einmal umgedreht wurde d.

Das werde ich mir noch im Internet heraussuchen. Über den Bundesplatz gehen wir stadtabwärts. Ich kann damit wenig anfangen, auch nicht mit dem Begleitschreiben, das meines Erachtens viel hinein interpretiert, das nicht selbsttragend aus dem Video spricht. Nicht von ungefähr lacht das junge Publikum bei der Schlusszene, dem Weggang in den Kosmos, auf.

Er ist nicht gelöst. Beim beleuchteten Hotel Bellevue Palace vorbei. Die Burgerbibliothek mit ihren ausserordentlichen Schätzen habe ich früher schon besucht. Auch den unterirdischen Fluchtweg durch die Schutzanlage unter dem Casino durch zum Aarhang. Erleuchtet das Einsteinhaus und abwärtsgehts in die untere Altstadt, von wo wir nach Mitternacht heimfahren. Wenn er bei Beginn seiner Bilder noch alles machen kann, verlangt das Bild mehr und mehr spezifisch zu ihm Gehöriges bis der letzte Eingriff gemacht ist.

Interessante und auch bewegende Zwischenteile zu seiner Herkunft aus der DDR, wo ihm die propagandistische Malerei nicht entsprach. Lachend sagt er, er habe vom sozialistischen zum kapitalistischen Realismus gewechselt. Schlaimm der Auftritt der Medien bei seinen Vernissagen. Leider aber ein gutes Mittel, um die Leute in Bewegugng zu bringen, ihr interesse für die Bilder zu wecken. Nicht herausgearbeitet wurde, dass realistische Bilder, oft nach Fotografien, auch jetzt noch zwischen den abstrakten entstehen.

Er läuft noch im Kellerkino. Als ich Claude am Bahnhof abhole, sehe ich in der Ferne einen alten Mann, der seinen Rolator vor sich herschiebt, vorsichtig Schritt vor Schritt setzend. Auf der Einladungskarte zur Yvel-Ausstellung steht "live your life"! Die Vernissage ist sehr lebendig. Es wird viel geschaut, gefragt, erklärt und bestaunt: Ein grosses Gespräch auch später im Verdi. Im art-room die Zeichnungen von Martin Möll als fortlaufendes Projekt: Autowracks die er einmal linear, einmal flächig, einmal in Schattierungen nach Fotos erarbeitet.

Hans Ulrich Obrist stellt sein Buch über wichtige Kuratoren vor: Grosseltern-Generation wie Sandberg im Stedeljikmuseum in Amsterdam, der in der Nachkriegszeit das Museum zu einem Kraftwerk machte, das weit über das haus hinaus wirkte.

Rüdlinger in Bern, der national von Bedeutung war. Dann er selbst und wieder er und wieder Hans ulrich Obrist. Auch Künstler haben wichtige Ausstellungen kuratiert. Etwa, wenn sie bei der Jurierung durchfielen und gleich nebenan ihre Bilder zeigten, wo sie das Publikum in Scharen aufsuchte.

So etwa Courbet oder Manet. Alle sind sie Brückenbauer zwischen Künstler und Publikum. Dabei geht es um Kräfte, die sich in der Kunst zeigen und weiter ausstrahlen.

Wege jenseits der Kunst, etwa in der Architektur H. Obrist erzählt von seinen Interview-Projekten: Interview zu drtt, wenn ihn eine Person zu einer anderen Person führt, die er kennenlernen mövchte. Stadtporträts in Form von einem Marathon-Interview. Künstler werden 24 Stunden lang über eine Stadt befragt.

Sie wurde als eher langweilig taxiert. Heute noch eine Generation jünger sind die Off-Räume entstanden oder Räume wie der art-room im Kunstkeller. Ein weiteres Thema, das H. Wie werden Entscheide getroffen. Interessant aus meiner Sicht wäre auch: Der ganze Abend nicht uninteressant, aber in der Präsentation schlecht gegliedert und ohne Spannungsaufbau.

Ein Geleier in der Tonlage - leider. Die Räume fordern einiges. Ferdinand Hodler - Cuno Amiet, eine Künstlerfreundschaft. Die gegenseitige Anregung wird in der Ausstellung sehr schön aufgezeigt. Im Foyer des Museums habe ich Jürg Hugentobler getroffen. Er hat mir seine Ausstellung in der Galerie Medici geöffnet.: Inside werden von 15 verschiedenen Lämpchen in einem Wechselspiel immer wieder neue Teile einer vielfältigen Konstruktion aufgedimmt, um sofort wieder zu erlöschen.

Die ganze Installation wirkt sehr geheimnisvoll, gerade, weil die Licht- bezw. Dämmerungszeit so kurz bemessen ist, dass nichts Genaues erkannt werden kann. Jürg hat mir dann den Raum bei vollem Licht gezeigt: Atelierbesuch bei Rosmarie Vogt. Ihre Arbeiten mit jenen von Claude Yvel zu sehen wird spannend sein.

Beide kennen den Faktor Zeit. Hier ein fortwährendes Jetzt. War dann noch im Kunsthaus. Dieter Roth - auf der Suche nach sich selber. Unzählige Selbstporträts, die sich z. Vielleicht gerade wegen dem ständigen Hinsehen Komplexe psychische Zustände in einem ständig sich ändernden Kontext.

Schade, dass kein End gefunden wurde. Fast unerträgliches Zerdehnen, das der Qualität Abbruch tat. Wir stellen das einmalige Objekt , die gemeinsam entwickelten block-lamps zusammen. Sie wirken in ihrer Einfachheit sehr eindrücklich. Bilder mit leuchtenden Farben und hellem Licht siehe unter aktuell oder unter den Künstlern hier auf der homepage. Das Publikum ist begeistert. Sehr spannend und lebendig, wie die Wahl vor sich geht, vor allem wie bei gleicher Punktezahl die Werke verteidigt bezw.

Hier eines der zwei Siegerblätter - vorläufig ohne Namen, da das Proceder noch läuft. Sie fotografiert Stammbäume, Blutslinien, ganze Clans, bis zu 40 Fotos einer Sippe werden abgelichtet. Daneben Materialien aus deren umfeld. Wer sich nicht fotografieren lässt, erhält ein weisses Blatt.

Hans Frank, der Bewunderer Hitlers, Rechtsberater und Gouverneur von Polen hat das dritte Reich aals eine der grossartigsten entwicklungsepochen auch im Rückblick erlebt und verteidigt. Seine Sippe weist viele leere Bilder auf. Die Familie eines chinesischen Beamten ist da, ukrainische Waisenkinder - Menschen ohne Blutlinie, australische Hasen mit einem tödlichen Virus infisziert, da sie zu den schlimmsten Schädlingen zählen.

Erst aus der Nähe lassen sie Individuelles zu. Dann Schule Max con Mühlenen. Die Pariser Aufenthalte formen ihn. Die vier Jahreszeiten zum ersten Mal hier versammelt. Für den Winter kann ich mich immer wieder begeistern. Wie er das Untergehölz mit der feinen Schneedecke erfasst: Anna Lea Hucht berührt mich wenig. Begonnenes oder eine Erkenntnis ruft nach Fortsetzung. Verschiedene Aspekte eines Themas.

Oft recht schwierig, da zum Begreifen Hintergrundsinformationen zum Künstler nötig wären und eine einzige Position zu wenig wirken kann oder zu wenig klar herausgearbeitet ist. Sehr schönes Konzept von Livio Baumgartner. Weiträumig Objekte, Installationen und Zeichnungen bezw. Hommage an Balthasar Burkard, der mit einer Körperlandschaft den Ausgangspunkt festhält. Alles junge Bern-bezogene Künstler. Nino und Livio Baumgartner, der mit einer subtilen Lichtinstallation überzeugt.

Leider ist meine Zeit zu kurz bemessen, ich könnte noch lange schauen. Sie reicht ausgehend von der Anlehnung an die Antike, der Rekonstruktion des damaligen gesellschaftlichen Lebens bis zur persönlichen Archäologie, die von der Grossmutter bemalte Porzellanteller "freilegt". Reichhaltig und erstaunlich wieviele Künstler nach Wurzeln suchen - oder vielleicht doch nicht. Zu unsicher in der Wertgebung ist unsere Zeit.

Thematische Ausstellung in der Galerie Mehr eine Aufreihung als eine Gegenüberstellung, was mir immer problematisch erscheint. Spannende Weiterentwicklung seiner Auto-Crash-Recherchen. Da müssen unsere Bauern noch viel lernen. Ein sehr schöner Abend mit einem feinen Essen und gutem Wein.

Ein sehr starkes Gewitter mit enorm viel Regen brachte Abkühlung in der Nacht. Gestern Abend ist es spät geworden. Das Verarbeiten der Holunderbeeren hat viel Zeit gekostet.

Nun stehen 12 fertig abgefüllte und ausgekühlte Einmachgläser in der Küche. Ich freu mich sehr aber ich denke für dieses Jahr reicht es mit Holder pflücken. Heute musste ich einige Dossiers für Gesuche vorbereiten.

Aber es führt nichts daran vorbei. Kunstpublikationen können einfach nicht ohne die Hilfe von Stiftungen und Kulturämtern finanziert werden. Anschliessend habe ich im Garten die Hecke zurückgeschnitten. Eine Wüstenhitze war das. Die Büsche haben sich mit allergischen Essenzen gewehrt. Nun sehe ich aus wie eine faulende Erdbeere nach einem schlechten Markttag- und das Alles nur weil ich die Fernsicht liebe. Am liebsten würde ich heute bis nach Berlin sehen.

Vera wartet auf die Geburt ihres Kindes in einem Spital in Kreuzberg. Jeremie ist bei ihr und ich auch - aber ich nur per Whatsapp. Es ist für mich fast anstrengender wie vor fast 39 Jahren als Vera geboren wurde. Es ist so anspruchsvoll Grossvater zu werden. Heute habe ich mir vorgenommen, zusammen mit Monika den Holunder im Garten zu pflücken und zu Holunderbrei zu verarbeiten.

Bei uns nennt man das Holderäzonä. Ich liebe diese Beeren für meine Frühstücksmüsli im Winter, zusammen mit eingemachtem Rabarbermus, Jogurt und frischen Früchten ist das wunderbar. Nach unserer Ernte sieht nun der Holunderbaum aus wie nach einem radikalen Haarschnitt.

Mich erinnert das spontan an meine Besuche beim Dorfcoiffeur - Herr Hasler. Ich weiss nicht mehr sicher wie er hiess. Ich musste jeweils sagen: Wenn die Haare zu wenig kurz geschnitten waren schickte mich der Vater noch einmal ins Dorf.

Er soll es noch einmal machen aber dieses Mal gratis. Das war mir immer so peinlich. Seine Hände waren riesengross und sehr stark - zum Stolpern stark. Die letzten Tage habe ich genutzt für den Garten, die Kunst und den Verlag. Ich bin immer sehr früh, zwischen sechs und halb sieben aufgestanden. Heute habe ich mir mehr Zeit gelassen und den Morgen im Bett genossen. Am Nachmittag waren wir zum Geburtstagsfest von meinem Bruder Benno eingeladen.

Als Messmer konnte er den Pfareisaal benutzen. Ein lustiges und wirklich sehr durchmischtes Publikum war anwesend. Mich hat das alles sehr an meine Kindheit in Oberriet erinnert.

In den letzten Monaten ist bei mir der Entschluss gereift, meine zwei Biotope im Garten zurück zu bauen. Die anhaltende Hitze in den letzten Wochen hat dazu geführt, dass sich sehr viele Algen gebildet haben in den Weiern. Zudem müsste ich dauernd frisches Trinkwasser in die Teiche fliessen lassen und das finde ich nicht sehr sinnvoll. Der Hauptgrund ist aber der, dass wir ein Enkelkind erwarten und für Kleinkinder sind Biotope einfach zu gefährlich.

Ich habe nun den Plan, im ersten Biotop das Wasser ausfliessen zu lassen und auf der rechten Seite einen abgedichteten Wall aus Steinen zu bauen. In diesem Teil möchte ich ein Feuchtgebiet für Wasserpflanzen anlegen. Der Tag im Garten war sehr heiss.

Am frühen Abend hat sich in unserem Nachbarsgarten eine grosse und laute Fussball - Fangemeinschaft eingefunden. Grölend und saufend vergnügten sie sich im blauen Wasserbecken und besangen ihre Lieblingsfussballer. Ich habe keine Ahnung was es zu feiern gab. Wir hatten Claudia und Theo zu Gast, die ziemlich erstaunt waren, dass es so lebendig zu und her gehen kann in unserem Quartier.

Ich habe am Feuer auf dem heissen Stein einen Wildschweinbraten und einige marinierte Tofustücke gebraten. Dazu viel Wasser und einen guten Wein. In der frühen Nacht überraschte uns dann ein unheimlich starkes Gewitter.

Die Wassermassen flossen wie noch nie direkt in unseren Gartenraum und bildeten einen grossen See unter unseren Tischen. Auch im Nachbarhaus kehrte dann Ruhe ein.

Ich staunte dann doch, dass an diesem 1. Augustabend keine einzige Rakete, kein Knaller und auch kein Vulkan abgebrannt worden ist. Ein sehr diszipliniertes Völklein. Heute morgen früh um halb acht hat mich bereits der Spediteur angerufen, dass er in zehn Minuten an der Lukasstrasse eintreffe und ich soll doch bitte auch gleich die Mehrwertsteuer bezahlen - sonst könne er mir die Ware nicht ausliefern.

Ich schwang mich auf mein Fahrrad und freute mich auf die Büchersendung. Eine imposante und interessante Sammlung von Löchern. Die Löcher sind teilweise erschreckend brutal, manchmal humorvoll, künstlerisch und hintergründig bis ausgefranst oder erotisch. August um 19 Uhr eröffntet wird.

Dann wird auch die Buchpremiere gefeiert. Eine Kommission wählt jedes Jahr eine junge Künstlerin, einen jungen Künstler aus, der oder die dann mit einer Publikation gefördert wird. Alles hat gut geklappt. Auch der Warenlift hat funktioniert. Das ist leider nicht immer der Fall. Das Buch ist sehr schön geworden. Lars Egert und Claudia haben sehr viel an diesem gelungenen Werk gearbeitet. Super - Bestellungen sind anb sofort möglich. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt!

Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Wir hatten interessante Gespräche und einen intensiven Austausch über Kunst und insbesondere über Malerei. Ich denke das war ein guter Tag. Schöner Sonntagsausflug ins Vorarlberg. Eveline und Roman haben uns in einer alten Mühle zum Mittagessen eingeladen. Gutes Essen, viel Sonne, feiner Wein. Ganz in der Nähe ist Angelika Kauffmann aufgewachsen bei Schwarzenberg.

Wir haben uns da auch den Musiksaal angeschaut. Die letzten Tage habe ich mit dem Aufarbeiten der liegengebliebenen Aufgaben verbracht. Nur schon die Bearbeitung aller Mails der letzten Tage war sehr aufwändig. Am Montag erwarte ich Atelierbesuch.

Das heisst aufräumen und wegräumen. Heute habe ich alle Bilder im Lager sortiert und bereitgestellt, damit ich dem Besuch eine spannende Auswahl von Werken präsentieren kann. Unter Anderem die drei sehr grossen Bilder der Wasserspiegelung im Necker von , an denen ich ein ganzes Jahr lang im neuen Atelierbau an der Brauerstrasse gearbeitet habe. In meinem Lager war es sehr heiss aber nun steht alles bereit für den Montagsbesuch.

Ich stand wieder um sechs Uhr auf. Ich wollte unbedingt noch alles gehackte Holz in das neu gebaute Lager beigen. Um zehn Uhr war ich so weit. Wir packten unsere Sachen ins Auto und fuhren um elf Uhr los. Die Fahrt dauerte mehr als fünf Stunden. Es gab viele Baustellen mit Stau. In Altstätten haben wir dann noch 20 Kilo Biotomaten abgeholt, die wir in den nächsten Tagen zu Sugo verkochen werden.

Bei uns zu Hause konnten wir dann im Garten einige riesige Zucchinis ernten. Die sind so gross, dass sie im Kühlschrank keinen Platz haben. Die letzten Tage habe ich viel nachgedacht, wie ich einen neuen Lagerraum für unser Brennholz bauen könnte. Die letzten sieben Jahre und die vielen Stürme haben meinem Holzlager arg zugesetzt.

Am Morgen um sechs Uhr habe ich mit der Arbeit begonnen und am Abend um 19 Uhr stand das neue, sehr solide gebaute Teil.

Heinz hat mir noch geholfen beim verschrauben der Blechabdeckung. Nun steht das Holzlager für die nächsten Jahre bereit. Die Tage waren wunderbar. Das war alles grossartig. Ich habe selten über eine so lange Zeit so viele fröhliche und glückliche Menschen erlebt. Am Sonntagmorgen gab es in einer kleinen, natürlichen Arena im Wald eine klassische Matinee mit zwei Musiklehrerinnen und zwei Musiklehrern.

Wunderbare Musik aus ganz verschiedenen Zeiten. Ich habe die ganzen Tage sehr viele Fotos gemacht mit meiner Canon. Die Italiener waren so dankbar fotografiert zu werden. Einer lobte mich als "molto sensibile" An den Abenden hatte ich mit dem jungen Tiroler Alex und dem erfahrenen Roman zwei ausgezeichnete Assistenten.

Es war also auch mir möglich das gute Essen und "einige" Gläser Wein zu geniessen. Am Samstag spielte auch eine tolle Band. Wir tanzten wie die Wilden. Und das grossartige war für mich, dass mein Knie das alles ausgehalten hat. Alles zusammengepackt und nach Agrano gefahren. Eine ruhige und beruhigende Fahrt.

Heute traf ich die Kunsthistorikerin Nicole Rampa. Ein literarisches, fotografisches Lese- und Bilderbuch mit interessanten Menschen. Wir haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden und ich denke das kann zu einer guten Zusammenarbeit führen. Heute früh hatte ich einen Termin im Atelier an der Lukasstrasse.

Ich musste den Kammerjäger, Herr Krähenbühl aufbieten, da sich bei mir wieder junge Marder eingenistet haben. Die veranstalten richtige Festessen in den Nächten, mit frisch gejagten Vögeln.

Wir haben lange ausgeschlafen und bereiteten uns dann auf das nächste Fest vor. Geburtstag mit einer Festgesellschaft von 25 Freunden in unserem Garten eingeladen. Das dritte grosse Fest in drei Tagen. Ein sehr schöner Nachmittag mit Kind und Kegel. Eine schöne Gesellschaft bei bestem Wetter und toller Aussicht auf das Rheintal. Ich habe auch endlich wieder einmal Hannah, mein Patenkind getroffen.

Heute sind die Bücher von Mirko Baselgia geliefert worden. Die Ausstellungsdokumentation von Bellelay ist sehr schön geworden.

Am Abend hatten wir einen wunderbaren Abend in Trogen bei bestem Grillwetter. Es war sehr lustig. Für die Gastgeber riss der Abend aber eine grosse Schneise in den Weinkeller. Heute bin ich um sechs Uhr aufgestanden und nahm den Zug um 7.

Leider habe ich meine Tageskarte im Billett Automaten vergessen. Das kam mich sehr teuer zu stehen. Insgesamt Franken für eine Fahrt nach Bern. Die Sitzung mit Regine und Christian im Proger war sehr ergiebig. Die offene Diskussion mit Inputvorträgen wird am Oktober ab 14 Uhr im Saal vom Proger in Bern stattfinden.

Um neun Uhr musste ich in meinem Atelier sein. Der Liftmonteur hat sich angemeldet. Ich habe die Zeit genutzt, um die Bücher aus etwa zehn prall gefüllten Papiertaschen in meiner Bibliothek einzuräumen. Bei solchen Aufräumarbeiten stosse ich immer wieder auf überraschende Trouvaillen.

Leider habe ich meistens zu wenig Zeit um mich einer vertiefter Lekture zu widmen. Das heisst dann, dass ich die die interessanten Bücher wieder auf einem neuen Stoss staple, der sich dann mit der Zeit wieder zu einem hohen Bücherturm entwickelt. Das Wissen stapelt sich somit immer wieder in neuen Zusammenhängen. Am Mittag hat mich Carole abgeholt. Ich wollte unbedingt das Weidenholz in ihrem garten zu Brennholz verarbeiten und aufräumen.

Beim Holzhacken bin ich auf die Schädlinge gestossen, die dem Baum schon sehr zugesetzt haben. Das sind richtig gefrässige, bis zu 10 Zentimeter lange rötliche Raupen, die sich nach vier Jahren zu Nachtfaltern verwandeln, die ihre Eier wiederum in alten, morschen Birken oder Weidenbäumen ablegen.

Diese Falter haben eine Flügelspannweite von sechs bis neun Zentimeter. So richtig hässliche Riesenfalter. Um 19 Uhr hat mich dann Monika wieder abgeholt. Ich bin leider nicht ganz fertig geworden mit aufräumen.

Heute um fünf Uhr wurde mein neustes Werk von drei Bauarbeitern abgeholt. Die haben die cm hohe Skulptur wie ein Baby auf den Lieferwagen gehoben. Am Nachmittag fuhren wir zu Carol Forster nach Appenzell.

Sie hat in ihrem Garten eine grosse morsche Weide, die weit über das Hausdach gewachsen ist. Bei stürmischem Wetter schlagen die Äste auf die Dachziegel und es ist nie sicher ob ein Teil des Baumes abbrechen könnte. Ich habe Carol versprochen, den Baum zurück zu schneiden. Ich bin dann mehr als drei Stunden mit meiner Motorsäge und mit einer neuen Handsäge auf dem Baum herumgeturnt und schnitt den dicht ausgeschossenen Baum zu einem frischen und luftigen Weidebäumchen zurecht.

Den riesigen Asthaufen werde ich in den nächsten Tagen zu Brennholz verarbeiten. Monika und Carole haben während meinen gewagten Sägekapriolen einen wunderbaren Kalbsbraten mit Ofenfritten und Gemüse gekocht.

Als Abschluss des Tages habe ich dann im Garten noch zwei junge, schön gewachsene Holunderbäume eingepflanzt. Nach dem Frühstück waren wir im Nachbarsgarten eingeladen zu einer gegenseitigen Informationsrunde zum geplanten Neubau von Rosmarie und Franz Obertüfer, der an der Parketteriestrasse gebaut werden soll. Das ist ein riesiges Bauvolumen mit 18 Eigentumswohnungen.

Das Bauprojekt wird uns die nächsten Jahre noch oft beschäftigen. Wenn das Projekt bewilligt wird müssen wir mit zwei Jahren Baulärm rechnen. Gallen eingeladen für eine Besprechung eines Kunst am Bau Wettbewerbs mit einer anschliessender Baustellenbesichtigung. Das wird eine spannende Aufgabe sein, eine gute Lösung zu finden für drei Wandbilder. Am Abend sind wir zu einem Geburtstagsfest nach Büllach gefahren.

Brigitta Loher feiert ihren Sechzigsten. Ein richtig schönes Fest mit vielen interessanten Gästen, sehr guter Klezmer Musik und einer anschliessenden, lustigen, gemeinsamen Singrunde.

Heute Mittag musste ich zusammen mit Monika den kleinen, bearbeiteten Tisch zu Gilgi Guggenheim bringen. Das Gemälde von Gilgi konnten wir einladen aber das Auto war leider zu klein für meinen Tisch. Die Fahrerin konnte dann zum Glück ihren Vater erreichen, der dann den Tisch bei uns zu Hause mit seinem Firmenwagen abholte.

Nun ist alles doch noch gut gelaufen. Stefan hat dann eine schöne Fotoserie gemacht, mit allen Seiten der Holzskulptur. Bis um 11 Uhr organisierte ich meine neusten Projekte in der Kunst und bei den Büchern. Das hat ganz schön geholpert und gerumpelt. Den Hang runter ins Espenmoos gab dieses Gewicht so richtig Schub.

Die schnellen Land Rover wagten mich nicht zu überholen. Dann habe ich gewartet auf den Transport der neusten Bücher. Ich erwarte Exemplare von meinem Gästebuch - Planet Erde.

Pünktlich um halb zwölf ist ein riesiger Lastwagen angefahren. Ich bin so glücklich. Dier Bücher für die Tektonik Ausstellung sind sehr schön geworden. Das Gästebuch wird jetzt den ganzen Sommer in der Spitzmeilenhütte auf einem Tischchen liegen und für schöne Einträge der Gäste bereit sein. Jetzt muss ich in den Garten. Hermann hat für einige Gäste Wildschweinbraten gegart Heute morgen früh um acht Uhr habe ich mir die räumliche Situation bei der Firma Morant angeschaut.

Ich bearbeitete in ihrem Auftrag den letztjährigen grossen Christbaum, den sie der Stadt St. Gallen geschenkt und auf dem Klosterplatz aufgestellt hatten, mit der Kettensäge zu einer Skulptur. Nun suchten wir den idealen Standort im Firmengebäude. Ich gebe der Holzskulptur den Titel "Schöne Bescherung". Ungefähr so sah es bei mir zu Hause jeweils nach der Bescherung an Weihnachten aus Per Handschlag haben wir das "Geschäft" besiegelt.

Nun muss ich die neue Skulptur noch fotografieren lassen und für den Transport vorbereiten. Heute Morgen bin ich zur Nachkontrolle beim Zahnarzt. Marco war sehr zufrieden mit dem Heilungsprozess. Zufälligerweise haben die Beiden vor vielen Jahren gemeinsam in Winterthur studiert.

Walter Kurzmeier hat uns versprochen, per WhatsApp einige Gesangsproben zu senden. Auf dem Rückweg nach St. Gallen besuchten wir die Ausstellung im Kulturort Weihertal bei Winterthur. Ein eindrücklicher Ort und eine feinsinnige Ausstellung, bei der viele Freunde und Freundinnen beteiligt sind. Mir haben bei dieser Ausstellung vor allem die unscheinbaren künstlerischen Interventionen gefallen. Im Galeriehaus wird es dann immer etwas wild aber auch hier gab es einige Überraschungen.

Die Kuchen von der Kulturaktivistin Maya von Meiss die wir probiert haben sind auch wahre Kunstwerke. Wir wollten dann zügig nach Hause fahren. Nach so heissen Tagen braucht es einiges an Wasser für den Garten und für die Teiche. Mit einem richtig schönen Ritual haben wir am Abend die erste grosse Zucchini aus unserem Garten gekocht mit Hackfleisch vom Bio-Truthahn, den ein Onkel von Monika aufgezogen hat und feinen Salaten, die ich eigenhändig ausgesät habe.

Später animierten wir noch unsere Nachbarn Lilian und Paul, bei uns vorbei zu kommen zu einem Schluck Wein. Ein schöner Tagesabschluss mit engagierten Gesprächen - wie immer. Heute ging es auch um die Schweizer Fussballmannschaft und um unsere multikulturelle Identität.

Der Künstler hat eine aufwändige und starke Installation für die Barockkirche geschaffen. Es scheint noch nicht ganz klar zu sein wer die immensen Kosten übernimmt. Die Publikation wird sehr schön. Beim Prägen des Umschlages gab es Probleme, die noch gelöst werden müssen. Nach dem Apero trafen wir uns in einem sehr schönen jurassischen Restaurant in der Nähe zu einem feinen Nachtessen in einer spannenden und anregenden Runde.

Der Künstler Benno K. Zehnder hat in den letzten 16 Jahren ein eindrückliches Farbkonzept für das Spital Schwyz realisiert, das nun in Buchform dokumentiert und besprochen wird. Zehnder auf eindrückliche Art. Da ist bei allen Sitzungsteilnehmern richtig Freude aufgekommen.

Ich habe dann in der Nähe vom Neumarkttheater, im grünen Glas gespiesen und anschliessend im Kunsthaus die Ausstellung "Extreme Mode in der Kunst" angeschaut.

Ich war total überrascht und verblüfft über die Exponate. Unsere Vorfahren waren um einiges verrückter wie die heutigen Modedessigner.

Das wäre ein super "Kleid" für mich. Eventuell etwas ungelenk und unbequem bei meinen vielen Zugfahrten, aber total sicher im Strassenverkehr und bei nächtlichen Spaziergängen. Bei dieser Gelegenheit konnte ich auch die druckfrische Visarte Zeitschrift "Schweizer Kunst" mitnehmen. Das aktuelle Heft ist dem Kunstmarkt gewidmet. Eine spannende Nummer zu einem brisanten Thema. Am Abend um 18 Uhr traf ich Monika auf dem Bahnhof. Die eindrückliche, riesige Installation "GaiaMother Tree" wurde unter anderem durch einen rituellen Gesang des Künstlers eingeweiht.

Das war eiine schöne Gelegenheit um viele Bekannte zu treffen. In den letzten Wochen male ich bei jeder Gelegenheit an meinem Regenbild.

Das braucht Geduld und Nerven. Am Nachmittag bin ich nach Zürich gefahren für eine vorbereitende Sitzung zur nächsten Kulturbotschaft. Die letzten Tage dienten der Erholung und dem Aufarbeiten von Liegengebliebenem. Heute Hatten wir noch einen Termin bei einem Generalunternehmer. Unsere Nachbarn wollen einen sehr grossen Neubau mit 18 Wohnungen realisieren.

Nun geht es um Baufragen, Abgeltungen, Sicherheiten, Baurisiken etc. Die Baugrube wird in unmittelbarer Nähe von uns rund zehn Meter in die Tiefe gehen. Ich hoffe wir werden durch dieses riesen Loch nicht eines Nachts im Schlaf verschlungen. Georgen bei Kollegen abgeholt. Monika hat viele Freundinnen und Freunde, die jedes Jahr bei dieser Kollektivbestellung mitmachen.

Nun müssen die Ölkanister und die vielen Tapenaden noch verteilt werden. Ein tolles Wochenende mit wunderbaren Menschen. Ich freue mich riesig auf mein Enkelkind.

Nach einem späten Frühstück haben wir einen langen Spaziergang in der nahen Hasenheide unternommen. Vera wohnt da gleich um die Ecke. Die Trauung war ernst, festlich und doch von grosser Berliner Lockerheit. Den Nachmittag verbrachten wir mit einem wunderbaren Essen im sehr schönen Salon im Restaurant Obermaier. Ich habe mich wunderbar unterhalten. Vera redet immer von der "Schnapsibar". Die heisst aber ganz anders und Schnaps trinke ich eh keinen.

In Kreuzberg musste ich mir zuerst eine Kleidung kaufen. Ich hatte grosses Glück und fand einen passenden, strahlend blauen Anzug. Ich weiss gar nicht ob ich nach meiner Erstkommunion je wieder einen Anzug gekauft habe.

Ich weiss nur dass die Ärmel meines damaligen Kittels viel zu lange waren. Mein Vater sagte dem Dorfschneider Ferdi Hutter, dass die Ärmel mindesten 10 Zentimeter länger sein müssten wie mein ausgestreckter Arm.

Er hätte kein Geld, um allen Söhnen jedes Jahr einen neuen Anzug zu kaufen. Ja und so wuchs ich dann Jahr für Jahr etwas besser in diese Kleidung hinein und dann auch ziemlich schnell wieder hinaus.

Ich habe mich sehr gefreut, Vera endlich hoch schwanger zu sehen. Nach einer langen Hitzeperiode freuten sich die Berliner an der starken Abkühlung. Ich habe ziemlich gefroren. Am Morgen früh kündeten Böllerschüsse an, dass das Kinderfest stattfinden wird.

Heute hatt ich meine Ruhe und konnte den ganzen Tag malen. Am Morgen malen bis gegen 15 Uhr. Dann musste ich mich vorbereiten für einen Vortrag in der Bibliothek in der Hauptpost. Das Zentrum für das Buch hat mich eingeladen einen Vortrag über den vexer Verlag zu halten für Studierende der Buchwissenschaften aus Erlangen. Ich habe viele Geschichten zu den Vexer Büchern erzählt und einige Beispiele vorgestellt. Die Stunde war sehr schnell vorbei. Die Studenten waren sehr interessiert.

Ich brachte dann meine Bücher wieder nach Hause und fuhr anschliessend quer durch die Stadt zum Sitterwerk. Dort fand die Hauptversammlung vom Verein "Buchstadt St. Am Morgen konnte ich alle Pendenzen, Bestellungen, Anfragen und Nachsendungen erledigen, die sich in der letzten Woche angestaut hatten.

Die zwei Schmerzspritzen verhinderten zwar ein grösseres Geschrei aber es war wirklich sehr anstrengend. Der Zahn war so richtig verkeilt mit seinen Pfahlwurzeln. Ich habe alles überstanden und meine Zunge ist nun dauernd damit beschäftigt, den grossen Wundkrater hinten links abzutasten. Die Zunge ist wirklich ein interessantes Organ. Ich war etwas benommen den ganzen Nachmittag.

Ich beschäftigte mich mit Disziplinarbeit an einem meiner neuen Bilder. Die Messe in Basel war sehr anstrengend aber spannend. An den Vormittagen hatte ich Zeit viele Ausstellungen zu besuchen und ab 14 Uhr war ich bei meinen Büchern in der Kaserne. Der Vorteil von einer solchen Messe ist, dass man sehr viele Bekannte und interessierte Menschen an einem Ort treffen kann. Ich habe viele Gespräche geführt und viele interessante Leute aus der Kunstwelt kennen gelernt.

Am Samstag wollte Monika nach Basel fahren, um mir beim Rücktransport der Bücher zu helfen - Bücher sind ja so extrem schwer. Das ging dann leider nicht, weil die Bahnstrecke in Winterthur unterbrochen war. Das war dann total stressfrei. Heute Morgen erwachte ich mit extremen Zahnschmerzen.

Eigentlich fühlte sich der Zahn eher wie eine Amalgam - Bombe an. Ich musste mir Schmerzmittel besorgen in einer Apotheke. Das hatte den schönen Nebeneffekt, dass ich ganz locker, leicht beduselt und stressfrei hinter meinem Büchertisch stehen konnte.

Die Welt war wieder in Ordnung, die Geschäfte liefen bestens und meine Laune war grossartig. Am Nachmittag fuhr ich ohne Umsteigen nach Basel. Ich war rechtzeitig in der Kaserne in Basel und habe meinen Vexer Büchertisch eingerichtet.

Um 19 Uhr war Eröffnung. Ich mag die Messe "I never Read". Es hat immer ein sehr interessiertes Publikum. Viele Studierende aus allen kreativen Sparten. Die meisten haben zwar kein Geld aber sie schauen deshalb noch genauer hin. Am Abend habe ich dann zusammen mit Stefan Banz in einem nahen Restaurant einen kleinen Imbiss genommen.

Wir hatten ein sehr inspirierendes und langes Gespräch. Mein Bild bekommt immer mehr Kontur. Aber es dauert und dauert. Heute habe ich alle Bücher in einen neuen, noch grösseren Rollwagen verstaut. Ich hoffe, dass ich morgen den schweren Wagen überhaupt in den Zug reissen kann Vier Frauen spielten Klezmer Musik vom Feinsten, drei Schreibende trugen ihre Texte vor und am Schluss gab es neben feinen Häppchen und dem auserlesenen Wein noch eine wunderbare Gesangseinlage mit spanischen und einem chinesischen Lied von Verena.

Gallen in unserem Quartier vor uns versteckt gehalten hat. Ich habe an diesem Abend wieder einmal mein lädiertes Knie beim Tanz getestet. Das malträtierte Teil hat sich unwahrscheinlich gefreut und bis zum Ende mitgetanzt.

Die letzten drei Tage konnte ich mich wieder meiner Malerei widmen. Das ist richtig wohltuend und meditativ. Zwischendurch packte ich drei grosse Schachteln mit Büchern für die Buchmesse in Basel. Ich musste einiges per Post voraussenden. Bücher sind ja so schwer. Gestern Abend hatten wir in meinen neuen Lager- und Atelierräumen eine kleine Privatvernissage.

Bei einem feinen Apero habe ich meinen Auftraggebern die nun fertiggestellte und bemalte Skulptur vorgestellt. Anschliessend haben wir bei Andrea Hornstein Geburtstag gefeiert in ihrem wunderschönen Garten im Linsenbühl.

Ein richtig schöner Sommerabend mit vielen Freunden. Heute war ich den ganzen Morgen mit Korrespondenz beschäftigt. Die zeigen zur Zeit schöne frühe Arbeiten von General Idea. Einige der Auflagenobjekte und Publikationen habe ich selber auch in den 80er und 90er Jahren bei Stampa gekauft. Eine ziemlich wilde Auswahl. Nach dem Dokumentaauftritt scheinen nun viele Sammler ganz wild auf diese Malerei zu sein.

Es ist manchmal zum Schreien. Jahrzehnte lang interessiert sich niemand für eine Arbeit und dann genügt ein Dokumentabeitrag um die Galeristen und die Sammler komplett gierig zu machen. Anschliessend habe ich Esther Hiepler in ihrem Atelier besucht und sie hat mir sehr schöne Originalhefte und Performancefotos aus den letzten Jahren gezeigt.

Ich bin immer noch sehr froh, dass ich ihre Heftsammlung als kleine Edition im schönen grünen Schuber im Vexer Verlag herausgeben konnte. Ich konnte nicht lange bleiben, weil ich nicht mit dem letzten Zug nach Hause fahren wollte. Ich werde mir die Ausstellung noch in Ruhe anschauen während der Art.

Nach einem ruhigen Sonntag mit viel Gartenarbeit habe ich heute an meinem neuen grossen Bild weitergemalt. Heute bin ich um sechs Uhr aufgestanden. Ein wichtiges Thema war die schlechte finanzielle Situation vom Kunst Bulletin.