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Okay, werde ich machen.

AW: RL-Pic Thread


Einzeltherapie in der Woche. In allen anderen Bereichen existieren keinerlei Unterschiede. Einzelzimmer, Essen, Komplementärtherapie, Sport uvm. Das ein Therapeut während der Behandlung gewechselt wird, ist sehr ärgerlich! Allerdings aufgrund von Urlaubansprüchen oder Krankheit ausfällen hin und wieder leider nicht vermeidbar. Wir hoffen dennoch, mit den positiv erwähnten Punkten Ihnen weitergeholfen zu haben. Die teilweise alten Zimmer werden nur oberflächlich gereinigt.

Die Sauberkeit im Haus ist manchmal unzumutbar gewesen. Man darf nicht in die Ecken schauen. Arztbriefe werden den Patienten nicht nach Hause geschickt. In der Klinik darf man in den Arztbrief noch nicht einmal schauen. In seine Behandlungsunterlagen darf man nur schauen, wenn ein Therapeut nach Terminvereinbarung anwesend ist. Also muss man sich seinen eigenen Arztbrief später nach Entlassung bei seinem einweisenden Arzt besorgen.

Das geht so natürlich nicht. Patienten haben das Recht, uneingeschränkt in ihre Behandlungsunterlagen schauen zu können. Das wird in der Klinik aber nicht erlaubt. Sehr schlimm war der insgesamt rüde Umgangston der Mitarbeiter. Die Gesprächsgruppen hatten den Charakter von Tribunalen. Patienten, die stärker erkrankt waren und mehr der Zuwendung bedurft hätten, wurden überheblich und respektlos behandelt.

Es hat mir sehr weh getan, das mit anzusehen. Wochen- und monatelang gab es unter den Patienten und einigen Mitarbeitern Ärger. Das war eine turbulente Zeit für uns. Die Klinikverwaltung hat nichts getan, die Situation zu beruhigen. Obwohl viele Patienten ja mit einer gewissen Vorgeschichte in die Klinik gekommen sind. Das Haus ist weniger eine Klinik als vielmehr ein besseres Hotel.

Persönlich würde ich es nicht mehr besuchen wollen. Ich war bis auf meine Einzeltherapeutin zufrieden. Sie war zum Zeitpunkt in Ausbildung noch. Ich durfte in Vertretung auch eine andere Therapeutin kennenlernen,obwohl jünger,eine für mich gute Therapeutin.

Ich hatte zum Glück 3 mal die Woche nur 1 Std Gruppentherapie. Meiner Meinung nach ist das besser als 1,5 Stunden. Die Gruppentherapeutin war sehr gut. Ich habe mich nach Eingewöhnung auf diese Gruppe eingelassen und es half mir weiter.

Tanztherapie,anfangs dachte ich das es dumm ist. DOch war es für mich die beste Therapieart , um an mich zu kommen und Dinge über m ich zu erfahren. Die Tanztherapeutin ist auch zu empfehlen. Die Sozialtherapeutin war sehr hilfreich für mich. Leider ist man als Nichtprivater in ein paar Dingen benachteiligt. Sei es in der Behandlung der Haut u auch der Physiotherapie.

Sporttherapien, Entspannung , Ressourcengruppen gibt es dort. Bewegungsbad istausserhalb und man wird hingefahren. Klinik ist noch etwas veraltet. Doch die Zimmer werden neu renoviert. Alle mit Bad u Fernseher. Fitnessraum im Winter zu kühl. Physiotherapieräume in kleinen dunklen Räumen.

Ausser am Wochenende wurde frisch gekocht in der eigenen Küche. Am Wochenende kann man nach Antrag nach Hause fahren,um erprobtes zu erlernen. Das fand ich sehr gut. Da man da die Mankos sah. Es gibt Abends und wochenende ein Belegarzt.

Ausser ein ausländischer Arzt , waren die anderen Rentner. Sie sind manchmal etwas ratlos. Aber ich hatte Glück u wurde ins Krankenhaus überwiesen. Ich war 13 Wochen dort und würde auch nochmal dort hin. Wichtig, man wird dort nicht gezwungen Medikamente einzunehmen. Das war für mich ein wichtiges Kriterium. Als Reha Klinik wirklich zu Empfehlen! Für einen Akkut Zustand besser ins Krankenhaus! Die Ärztliche Betreuung ist mit vorheriger Terminvergabe beim Arzt einfach zu wenig. Ein hohes Lob an die Klinik Wersbach.

Das Ganze Team ist einfach gut. Ich war Bestens aufgehoben und habe mich für 2 Monate mehr als wohl gefühlt. Eine Klinik wo der Mensch noch Mensch ist und nicht eine Nummer. Und wenn mal etwas nicht klappt dann wird es angesprochen und geregelt. Das kleine Wort Danke sagt mehr als alle Worte. Ich war in Wersbach perfekt aufgehoben. Das komplettte Wersbach-Team haben mir von Anfang an geholfen, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen; ich konnte mich voll und ganz auf meine Genesung konzentrieren.

Das Sportangebot war sehr anspruchsvoll und individuell abgestimmt; meine Bedürfnisse wurden stets berücksichtigt und angemessen behandelt. Die Sporttherapeutinnen waren sehr kompetent, freundlich und flexibel! Die Küche, die Versorgung vorbildlich; dass Essen sehr abwechslungsreich und genussvoll. Das Personal war freundlich, zuvorkommend, ging auf individuelle Wünsche ein; was will man mehr.

Ich hatte ein bezeichnendes Erlebnis gehabt. Ich klopfte dort an und fragte nach, ob die Möglichkeit besteht, dass ich mir eine Kleinigkeit mitnehmen könnte.

Die Verwaltung war jederzeit freundlich und aufnahmebereit, immer bemüht mir zu helfen, mir bei allen Fragen und Anforderungen zur Seite zu stehen. Das nennt man gelebte Dienstleistung. Die psychosomatischen Therapien waren ebenso perfekt aufgestellt; hier durchlebte ich Höhen und Tiefen, oftmals schmerzhaft, gewöhnungsbedürftig, aber im Kern genau das was mich weiterbrachte.

Ich habe mich eingelassen und genau das ist der richtige Ansatz weiterzukommen. Selbstverständlich habe ich meine Bedürfnisse, meinen Gemütszustand niemals aus dem Auge gelassen und wenn es zu viel wurde, den weiteren Verlauf - in Absparache -angepasst.

Wiedereingliederung im Job, die Sozialtherapeutinnen haben mich super unterstützt; haben mich sogar vor Ort beim Arbeitgeber professionell begleitet! Klinik Wersbach weiter so; Ihr habt mich wieder auf Kurs gebracht, mich für den Alltag gerüstet!

Hierbei profitiert der Patient nicht nur von der Humanität und dem Erfahrungsreichtum älterer, sondern auch jüngerer engagierter Ärzte, Therapeuten und einer Sozialarbeiterin.

Weiterhin orientiert sich das facettenreiche Gesundheitsprogramm an der Individualität und dem jeweiligen Krankheitsbild des Menschen. Ein Heilungsprozess beinhaltet, wie das Wort "Prozess" bereits andeutet, einen gewissen Zeitraum. So zeigte sich, dass man als Selbstzahler durchaus einen Zeitraum von ein bis drei Wochen einkalkulieren sollte, bis man den Programmablauf optimiert wie auch die Therapeuten und das Personal sich auf das individuelle Krankheitsbild eingestellt haben.

Die hier beschriebenen Argumente für eine Behandlung in der Klinik Wersbach sind nur einige von vielen Gründen dafür, das man die Klinik durchaus als eine der wertvollsten Kliniken Deutschlands bezeichnen kann.

Ich bedanke mich in diesem Zusammenhang nicht nur beim Klinikpersonal, sondern auch bei vielen Mitpatienten, deren Eigenschaften und Biographien meinen Aufenthalt ums Vielfache bereichert haben Dies war mein zweiter Klinikaufenthaltes, nachdem ich bereits im September schon dort war. Die Klinik hat wahrlich noch mal einige Schritte nach vorne gemacht. Sei es beim sportlichen Programm, sowie auch im Bereich der Psychiatrie.

Frau Demirel hat mir bei der Vorbereitung meines Klinikaufenthaltes, sehr geholfen. Was mich wirklich erstaunt hat war, meine Therapeutin. Bezüglich der Gründe meiner Depressionen, hat Frau Mrugalla was geschafft, was mir bei sehr vielen anderen vorherigen Sitzungen nicht möglich war. Ich bin dafür sehr dankbar, und Stolz wieweit wir in diesen Sitzungen gekommen sind.

Ansonsten, kann ich mich nur beim gesamten Team bedanken. Auf solch eine Phase, habe ich ehrlich gesagt keine Lust mehr. Tolle Umgebung und Landschaft. Hier kommt man wirklich zur Ruhe!

In dieser Klinik kann man sich wohlfühlen, wenn man mit psychischen Problemen kommt. Alle sind freundlich und die Therapeuten kompetent und geduldig.

Sollte man allerdings auch körperliche Probleme haben, die einer ärztlichen Behandlung bedürfen, ist man in dieser Klinik nicht gut aufgehoben. Mit einem Schnupfen kann man grad noch umgehen. Aber darüber hinaus wird's schwierig. Auch ist man eher zurückhaltend, was die Überweisung in ein Krankenhaus angeht. Was das angeht, ist man hier in den besten Händen. Ich hatte eine Reha über die Feuerwehrunfallkasse. Hervorheben möchte ich die Sportabteilung! Diese waren sehr nett kompetent und immer für einen da!

Sehr gut war auch die Küche! Ich war wegen einer etwas länger zurückliegenden PTBS. Auf diese wurde ich aber zu keiner Zeit behandelt. Die Psychologin war mehr damit beschäftigt mit mir über mein aktuelles Berfufsleben zusprechen. Obwohl ich drauf hinwies, dass das nicht das Problem ist, weswegen ich da bin. Per Zufall habe ich auf meiner Akte dann gesehen, dass ich angeblich eine schwere Depression und eine Paranoide Persönlichkeitsstörung!

Als ich die Therpeutin in Ausbildung darauf ansprach kam erst einmal nichts. Der Chefarzt toppte das ganze noch! Das ich nach dem ersten Ereignis ein Jahr krank war ignorierte dieser! Auch das ich meinen Beruf komplett wechselte spielte keine Rolle! Erst nach dem sie es schriftlich hatte ist sie von der Verhaltenstherapie auf die PTBS umgestiegen, teilte mir aber mit, dass ich keine PTBS habe sondern eine Angststörung, weil ich die Ereignissorte meide!

Als ich von einem Flashback berichtete, meinte der Chefarzt, es wäre nur ein Bild, so als wenn. An das Parfüm von einer Exfreunden richt, und dann das Bild vor Augen hat! Ich berichtet über einen Film mit kompletten Einsatz! Mein besonderer Dank gilt Frau Demirel, die mich schon vorab bei der Kostenübernahmeregelung unterstütze und die Kommunikation mit meiner Versicherung übernahm, sowie Herrn Politt, der mich herzlich empfing und jede noch so kleine Frage beantwortete.

Ich will nicht sagen, dass alles perfekt war. Ich bekam jeden Tag einen individuellen Therapieplan. Neben Musiktherapie und Sporttherapie bekam ich Gruppen- und Einzeltherapie, die auf meine Diagnose zugeschnitten war. Die Verpflegung war mehr als in Ordnung. Es kann nicht immer jedem schmecken aber die Qualität war immer sehr gut und die Angestellten der Küche super freundlich.

Insgesamt kann ich die Klinik Wersbach zu Prozent weiterempfehlen. Mein Aufenthalt in der o. Klinik war insgesamt positiv, insbesondere wegen eines MA. Die amerikanische Forscherin Judith Herman12 beschreibt den Begriff der komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung, der auch im deutschsprachigen Raum bereits verwendet wird13 und zu kontroversen Diskussionen14 geführt hat.

Dies führt zu sozialem Rückzug, oft Antriebsschwäche, Resignation und Verbitterung. Beschrieben wurde dieses Störungsbild erstmals von Michael Linden Dieser beschreibt die Patienten als meist uneinsichtig und schwer therapierbar, da es sich um Menschen handle, die in einem besonders engen Wertesystem erzogen wurden.

Beschreibung der Problembereiche Abbildung 1. Problembereiche Wie bereits im vorigen Kapitel dargestellt, sind die Symptomkriterien für die diagnostische Zuordnung im DSM oder ICD festgelegt, darüber hinaus sind jedoch die spezifischen Kenntnisse der Problembereiche der Krankheitsbilder erforderlich, um Betroffenen mit Hilfe des SkillsTrainings adäquate Hilfestellungen Skills zur Verfügung stellen zu können.

Bis heute gibt es noch keine allgemein gültigen wissenschaftlichen Aussagen über Entstehung und Ursachen der Krankheitsbilder. Für beide Störungen gibt es Biopsychosoziale Erklärungsmodelle, die auf die Bedeutung des Zusammenspieles der biologischen Veranlagung sowie der psychosozialen Umwelt hinweisen.

Chronische Suizidalität sowie das Gefühl, nicht verstanden zu werden auf Patientinnenseite und das Gefühl nicht verstehen zu können auf der Helferseite, bringt beide Seiten an die Grenzen der Belastbarkeit. In der Interaktion mit anderen genügt oft nur ein kleiner Auslöser, eine vermeintliche Zurückweisung und es wird ein Prozess eingeleitet, der Betroffene zusammenbrechen, sie den Bezug zur Realität verlieren lässt und zu suizidalen Krisen führt.

Hinter der Fachsprache verbirgt sich oft das von Patientinnen so bezeichnete namenlose Grauen und ein Schmerz, der nicht mit Worten zu beschreiben ist, eine emotionale Achterbahn ohne Ziel und Ende. Wer bin ich, was bin ich? Bin ich wirklich das herzlose kalte Monster, das manipuliert und die Mitmenschen gar nicht wahrnimmt? Ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr — Hilfe! Es ist wichtig, die Hintergründe, Zusammenhänge und Auswirkungen der jeweiligen Problembereiche zu erkennen.

Für beide Seiten kann dieses Wissen Entlastung bringen. Ich kann nicht mehr, es ist zu viel. Im normalen Zustand würde ich sagen, es geht mir schlecht. Da ich aber etwas verändern möchte, werde ich versuchen, es so zu beschreiben, was ich denke und fühle.

Dieser Gedanke zu sterben, diese Todessehnsucht lässt mich nicht los. Eigentlich muss ich aber sagen, dass ich ziemliche Angst vor dem Sterben habe. Aber die Angst vor dem Leben ist stärker. Leben, um verletzt zu werden und Schmerzen zu ertragen, psychisch und physisch? Ich wurde im Leben sehr verletzt und musste viele Schmerzen ertragen. Am nächsten Morgen beim Aufwachen ist alles anders.

Der Eine will weiterschlafen, ist mürrisch, der Andere will aufstehen, ist voll Tatendrang. Es findet ein Kampf statt. Betroffene sind geprägt durch das verzweifelte Bemühen, in der realen Welt ihren Platz zu finden, zu leben, besser gesagt, zu überleben. Sie werden überschwemmt von dem Gefühl der Hilflosigkeit, der Ohnmacht und der Verzweiflung. Alpträume, Flashbacks und ungewollte Erinnerungen, die sich dem Bewusstsein intrusiv aufdrängen, machen das Leben, so wie es ist, zur Hölle.

Diese Welt, die anderen Menschen, das eigene Selbst, der eigene Körper werden als bedrohlich, gefährlich und zum Teil als unecht erlebt.

Ein latentes Gefühl der Bedrohung sowie permanente Schuldgefühle und die Angst, anders und etwas ganz Schreckliches zu sein, begleitet sie. Patientin Die Bandbreite der Problematik, deren Manifestation in jedem Alter und in verschiedenen Lebensbereichen möglich ist, umfasst viele psychische und somatische Bereiche.

Im Folgenden wird besonders auf die Problembereiche eingegangen, die für das Skills-Training von Bedeutung sind.

Eine vor allem für die Borderline-Störung typische, extrem niedrige Reizschwelle führt zur Auslösung von Emotionen, die sich auf sehr hohem Erregungsniveau halten und nur langsam abklingen. Dazu kommen die Schwierigkeiten, Gefühle zu steuern, die mangelnde Impulskontrolle und eine enorme Angst vor Gefühlen. Betroffene sind impulsiv und reagieren wesentlich heftiger als andere Menschen in ähnlichen Situationen. Es konnte empirisch nachgewiesen werden, dass Betroffene Emotionen zwar wahrnehmen, aber nicht differenzieren, zuordnen und benennen können.

Diese werden als aversive und oft unerträgliche Spannungszustände wahrgenommen, gehen häufig mit dissoziativen Zuständen einher und werden nicht selten durch Selbstverletzungen oder andere dysfunktionale Verhaltensweisen unterbrochen, da in den meisten Fällen keine alternativen Lösungsstrategien zur Verfügung stehen. Worte Worte können den Schmerz nicht beschreiben den ich fühle wenn ich nichts fühle Roberta M.

Im Zustand der so genannten Emotionsüberflutung entsteht ein Gefühlswirrwarr, das zu weiteren unerträglichen Symptomen wie Körperwahrnehmungsstörungen, Wahrnehmungsverzerrungen, Hyperästhesie oder Analgesie, Veränderung der Sinneswahrnehmung, somatoformen Störungen und weiteren dissoziativen Symptomen z.

Depersonalisation und Derealisation führen kann. Diese Symptome sind verbunden mit Sprachlosigkeit und Kommunikationsschwierigkeiten, dem Gefühl der Leere und Realitätsverlust sowie dem Gefühl, die Kontrolle für Arme und Beine zu verlieren. Oft entsteht ein Gefühl der Selbstauflösung, der eigene Körper wird als fremd empfunden, Geräusche werden nur mehr entfernt wahrgenommen und optische Konturen lösen sich auf.

In diesem Zustand werden Betroffene von Panik überflutet und das Gefühl der Unwirklichkeit, Fremdheit und Bedrohung wird überdimensional. Um der Bedrohung zu entkommen, aktiviert der Körper seine Potentiale wie Angriff, Flucht oder Tot stellen freezing , die sensibilisiert und konditioniert werden. Eine Studie 12 Probleme bei der Emotionsregulation von Stiglmayr konnte den hoch signifikanten Zusammenhang zwischen Spannungszuständen und dissoziativer Symptomatik belegen Gelingt die Flucht nicht, führt der starke, unerträgliche innere Druck zu Handlungen, die nicht mehr kontrollierbar sind.

Ein weiteres Problem sind unangemessene Wutanfälle, ständige Konflikte und aggressive Handlungen, die oft als ich-fremd ich-dyston erlebt werden: Das bin nicht ich, es ist alles sinnlos Patientin.

Diese Wut als Überlebensstrategie kann helfen, um der Hilflosigkeit zu entkommen und ein Trauma nicht nochmals durchleben zu müssen. Es wurde festgestellt, dass Borderline-Patientinnen in Alltagssituationen und im Vergleich zu den Gefühlen von Vergleichspersonen, weniger positive Emotionen wie Freude und Interesse wahrnehmen, dafür aber vermehrt die Emotionen Angst, Scham, Ekel und Trauer.

Besonderen Stellenwert in der Borderline-Forschung hat das Gefühl Scham, es ist das unerforschteste Gefühl in der Psychologie überhaupt und wird von M.

Bohus als das zentrale Gefühl bei Borderline-Patientinnen genannt. Scham gilt als der Prädiktor für Therapieabbruch, Selbstverletzung und Suizidalität Man hofft, durch weitere Forschung auf diesem Gebiet, einen Durchbruch in der Borderline-Therapie zu erreichen.

Scham- und Schuldgefühle lassen die Welt und die anderen Menschen als richtig handelnd erscheinen, der Patient selbst entwickelt dadurch die Grundannahme: Ich bin nicht in Ordnung. Wo gibt es einen Platz auf der Welt, wo ich diese Gefühle und Erinnerungen nicht habe, wo sie mich nicht einholen? Momentan versuche ich zu vergessen, sie zu verdrängen, was könnte ich noch versuchen?

Besonders Gefühle, die mit Verlust verbunden sind, werden vermieden, daher 17 Stiglmayr Ch Spannung u. Dissoziation bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Reihe Psychophysiologie in Labor und Feld, Band Peter Lang, Frankurt a. Das Dilemma entsteht dadurch, dass Borderline-Patientinnen durch den dauernd auftretenden Krisenzustand und die damit verbundenen negativen Gefühle ständig mit der unvermeidlich erscheinenden Unterdrückung von Trauer konfrontiert sind.

Sie versuchen aus diesem Dilemma durch impulsive Handlungen herauszukommen. Alkoholund Drogenabusus, Autobahnrasen, promiskuitives sexuelles Verhalten und Einkaufsräusche lindern zwar kurzfristig den emotionalen Schmerz, sind aber in vielen Fällen Auslöser der nächsten Krise. Dissoziative Amnesie Dissoziative Fugue Dissoziative Identitätsstörung Multiple Persönlichkeitsstörung Depersonalisationsstörung Im Kontext der Borderline-Störung und Posttraumatischen Belastungsstörung finden sich sowohl die psychologischen Phänomene wie Derealisation und Depersonalisation als auch die somatoformen Phänomene wie Verlust der Kontrolle über die Willkürmotorik, Analgesie, Veränderung der Optik, Akustik oder kinästhetischen Wahrnehmung Studien konnten nachweisen, dass zirka fünfundsechzig Prozent aller Patientinnen mit einer BLS unter einer schwerwiegenden dissoziativen Symptomatik leiden Journal of Nervous and Mental Disease Zanarini MC ed Role of sexual abuse in the etiology of borderline personality disorder.

Psychiatric Clinics of North America 23 1: Dissoziative Symptome lassen sich zumeist aus traumatischen Erfahrungen und Erlebnissen herleiten und werden durch intrapsychischen Stress ausgelöst. Inwieweit dissoziative Phänomene den psychosozialen Lernprozess und assoziatives Lernen beeinflussen und zur Destabilisierung der Affektregulation beitragen, ist noch nicht ausreichend erforscht. Fest steht, dass die Fähigkeit, neue Erfahrungen zu machen, stark beeinträchtigt ist, Realität oft nicht situationsadäquat wahrgenommen wird und dass, wenn die Dissoziation nicht rechtzeitig unterbrochen wird, sowohl die Gesprächsführung als auch situationsadäquate Handlungen nicht möglich sind.

Es ist daher wichtig, dissoziative Phänomene zu erkennen, sie zu unterbrechen, um somit aktiv zur Problemlösung beitragen zu können. Die bereits erwähnten Ergebnisse des Forschungsprojektes von Stiglmayr über Zusammenhänge von Spannung und Dissoziation helfen, diese Phänomene einschätzen zu lernen Problembereich Verhaltensebene Spannungszustände und dissoziative Phänomene sind bedrohlich und schwer auszuhalten.

Betroffene versuchen, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, diese zu durchbrechen und zu beenden und setzen destruktive Verhaltensmuster ein. Selbstverletzungen und Selbstschädigungen wie Schnittverletzungen, Schlagen des Schädels, sich Brennen, Blutabnehmen, aber auch aggressive Durchbrüche, Alkohol- und Drogenabusus helfen, die überwältigenden und intensiven Gefühle nicht aushalten zu müssen, den namenlosen seelischen Schmerz auf die somatische Ebene zu lenken, Spannungszustände zu reduzieren und sich selbst wieder spüren zu können.

Diese selbstschädigenden Versuche, die innere Spannung zu regulieren, sind oft die sichtbaren Zeichen, deretwegen Menschen professionelle Hilfe aufsuchen. Aversive tension in patients with borderline personality disorder: Es gibt Gruppen von Betroffenen, wo Selbstverletzungen, die in der Regel im analgetischen Zustand durchgeführt werden, zu einem Gefühl der Entspannung, Ruhe und Geborgenheit führen oder zur Euphorisierung KICK , im Sinne der nicht-substanzgebundenen Suchtproblematik, eingesetzt werden.

Die so genannten Daily Cutters, Patienten, die sich täglich, oft mehrmals, schneiden, zählen zu der Personengruppe mit Suchtproblematik, da sich durch die Euphorisierung auch hier ein typisches Suchtverhalten entwickeln kann. Betroffene, die sich durch so genanntes Hochrisikoverhalten wie Balancieren auf Geländern, Rasen auf der Autobahn, riskantes Sitzen auf oder Überqueren von Bahngeleisen usw.

Zu erwähnen ist noch, dass selbstschädigende Verhaltensweisen nicht nur zur Reduzierung von aversiven Spannungszuständen, Beendigung von dissoziativen Zuständen und Reorientierung eingesetzt werden sondern auch als Selbstbestrafung und zur Schuldreduktion. Es ist wie ein Ritual, ich richte mir alles her: Klopapier, das Messer, Verbandzeug, Desinfektionsmittel und dann schneide ich mich, tief, sehr tief und wenn der Schmerz endlich kommt, wird es wieder erträglich, ich spüre mich wieder.

Selbstbild und Identität Das Gefühl, eine einheitliche und ganze Persönlichkeit zu sein und das Erleben einer eigenen stabilen Identität fehlen, das innere Regulationssystem für Gedanken, Gefühle und Handlungen funktioniert nicht. Dazu kommt in vielen Fällen eine negative Einstellung zum eigenen Körperbild Betroffene haben oft das Gefühl nicht von dieser Welt zu sein, anders als andere zu sein, anders zu denken, zu fühlen und zu handeln.

Sie erleben sich unterschiedlich, heute anders als gestern. Sie stellen sich oft die Frage: Wer bin ich wirklich? Spiele ich nur Rollen? Lebe ich hinter Masken? Kösel, München, S 27 25 Persönl. Wien, Seminar 16 Beziehung aber extreme widersprüchliche Gefühle verstärken die Unsicherheit der eigenen Identität.

Leere und Langeweile sind oft ständige Begleiter im Leben von Betroffenen, sie leiden unter Minderwertigkeits- und Kleinheitsgefühlen, fühlen sich hässlich, ungeliebt und unverstanden. Ich verstehe nicht, was mit mir los ist. Eine dicke Glaswand trennt mich vom Leben. Ich möchte aufwachen und erkennen, dass alles nur ein Alptraum gewesen ist. Es fällt mir schwer zu sprechen. Meine Arme und Beine gehorchen nicht.

Ich kann nicht, ich kann nicht … alles ist leer in mir. Warum hört der Traum nicht auf? Weil er echt ist? Ich kenne keinen Film, der so schlecht ist wie die Realität. Wo ist der Sinn des Lebens? Beziehung Das Fehlen eines stabilen Selbstbildes und die Fähigkeit zu heftigen Emotionsreaktionen erschweren zwischenmenschliche Beziehungen. Das Gefühl anders zu sein als alle anderen und Schwierigkeiten der Nähe- und Distanzregulation aktivieren vor allem in nahen Beziehungen konträre Schemata Grundannahmen , die einander blockieren und die — wie bei der Emotionsregulation beschrieben — in Spannungszuständen münden.

Dazu kommt, dass allein die Vorstellung verlassen zu werden, unerträglich ist, und es wird alles versucht, dies zu verhindern. Eine, von Linehan als solche bezeichnete scheinbare Kompetenz, die den Anschein erweckt, dass Betroffene selbstbewusst den Alltag bewältigen, kompetent handeln können und alles im Griff haben, täuscht über vorhandene Schwierigkeiten und fehlende Fertigkeiten hinweg. Borderline-Patientinnen haben die Fähigkeit, kompetenter und verantwortungsbewusster zu erscheinen als dies oft der Fall ist.

Besonders in Situationen, in denen über einen längeren Zeitraum negative Gefühle zu spüren sind, entsteht eine deutliche Diskrepanz zwischen verbaler und nonverbaler Ebene. Patientinnen bewältigen oft kompetent und selbstbewusst Situationen am Arbeitsplatz, sind jedoch nicht in der Lage, sich auch in engen Beziehungen adäquat zu verhalten.

Die Impulskontrolle, die durchaus während der Therapiesitzung gelingt, generalisiert nicht für andere Situationen. Es zeigt sich immer wieder, dass Borderline-Patientinnen theoretisch durchaus in der Lage sind, anderen Personen bei der Bewältigung interpersoneller Probleme zu helfen, sich selbst aber nicht helfen können.

Dieselben Fertigkeiten, die sie anderen raten, können sie bei sich selbst nicht anwenden. So ist es nicht ungewöhnlich, dass Menschen mit einer Borderline-Störung Berufe wählen, in denen sie anderen helfen und andere betreuen können. Erschwerend ist, dass Betroffene kein Vertrauen in die eigene Gefühlswahrnehmung haben, sie haben gelernt diese entweder als falsch zu interpretieren oder zu unterdrücken.

Ebenso neigen sie dazu, eigene Affekte, Gedanken, Gefühle und Verhalten als inadäquat wahrzunehmen und zu leugnen. In den meisten Fällen richten sie unrealistisch hohe Erwartungen an sich selbst. Dadurch nehmen sie sich selbst gegenüber eine invalidierende Position ein.

Diese Erwartungshaltung führt zu einem unvermeidbaren Versagen, dem mit Scham, Wut und Hass gegen sich selbst begegnet wird. Zugleich sind Borderline-Patientinnen ständig auf der Suche nach Gerechtigkeit und nach richtigem Verhalten.

Dabei schwanken sie zwischen Hoffnung und Verzweiflung, sie erleben sich selbst manchmal als im Grunde gute Menschen, die aber nicht korrigierbare Fehler und Mängel haben. Es kommt immer wieder zu Fehlverhalten und unerwünschten Reaktionen, die wiederum zu Scham, Schuld und Wutgefühlen führen. Die Biographien von Betroffenen weisen zu einem überaus hohen Prozentsatz auf traumatische Erlebnisse wie emotionale Vernachlässigung, sexuellen oder emotionalen Missbrauch sowie Gewalterfahrung hin.

So finden sich sexuelle Missbrauchserfahrungen bei etwa vierzig Prozent der Betroffenen Jede traumatisierende Beziehung, die sich über einen langen Zeitraum erstreckt, beeinflusst die psychische Entwicklung des Kindes. In den meisten Fällen fehlt eine gute, stabile Bezugsperson. Bindungstheoretisch fehlt die sichere Basis, der sichere Hafen, das Verstanden- und Versorgtwerden, Willkommen- und Geborgensein, Verlässlichkeit wird nicht erlebt.

Emotionales Defizit und ein invalidierendes, entwertendes Umfeld sind ebenso traumatisierend wie Missbrauchsund Gewalterfahrung. Unter diesen Lebensbedingungen entstehen unlösbare intrapsychische und interpersonelle Konflikte. Das Kind ist gezwungen, sie zu ertragen, um emotional überleben zu können.

Kinder entwickeln eine desorientierte, desorganisierte und pathologische Bindung zum Täter. Sie lernen, sich minutiös auf ihr Gegenüber einzustellen, zu entsprechen und dadurch Schlimmes abzuwenden.

John Bowlby spricht in der von ihm entwickelten Bindungstheorie von vorauseilendem Erfühlen, das dazu dient, den psychisch gestörten, gewalt26 Brown GR, Anderson B Psychiatric morbidity in adult inpatients with histories of sexual and physical abuse. American Journal of Psychiatry Die Folge davon ist eine verzerrte Sichtweise über das Funktionieren der Welt, die das Entstehen bestimmter Schemata, Erlebens- und Verhaltensweisen bedingt.

Automatische dysfunktionale Gedankenmuster manifestierten sich: Irgendetwas muss doch an mir nicht stimmen. Ich muss nur genau aufpassen, wie ich sein soll … Überanpassung kann die Strategie des Überlebens in Beziehungen werden und in späterer Folge orientiert sich die Beziehungsgestaltung an so genannten Überlebensregeln, die das emotionale Überleben gewährleisten und ein erneutes Verletzt werden verhindern sollen.

Die aktive Demonstration von Hilflosigkeit und Leid, aktive Passivität 28, resultiert aus der Vorstellung: Wenn mein Gegenüber erkennt, wie schlecht es mir geht, hat es auch die Macht, mein Befinden zu verbessern. Viele Betroffene leben in schwierigen zwischenmenschlichen Beziehungen, gekoppelt mit der Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe und Geborgenheit. Die Forderung nach absoluter Gerechtigkeit und Ehrlichkeit Echtheit , der ständige Konflikt, Misstrauen versus Vertrauen, die Angst vor Nähe versus Verschmelzungswünschen, lassen manchmal Beziehungen chaotisch erscheinen.

Spiegel Ich dein Spiegel die Quelle aus der du trinkst und doch bin ich nur Reflexion durstig nach dir ohne dich nichts ich reflektiere um zu sein dein Spiegel ich Roberta M. Therapeutische Aspekte der Bindungstheorie. Sie haben im Allgemeinen Schwierigkeiten, aktiv Lösungsstrategien einzusetzen, vielmehr tendieren sie dazu, Probleme passiv und mit Hilflosigkeit anzugehen. Sie erwarten gleichzeitig, dass das soziale Umfeld bzw. Borderline-Patientinnen haben die Tendenz, andere Menschen aktiv zur Lösung ihrer Probleme zu bewegen, sind aber passiv bei eigenen Problemlösungsversuchen.

Ich habe nur noch Panik, ich will das Bett nicht mehr verlassen. Ich bin nur noch allein, auch wenn Menschen um mich sind. Ich habe schon so viele Typen kennen gelernt, doch ich bin allein, allein, allein. Bitte, bitte verlass mich nicht! Inkompatible Schemata und dysfunktionale Grundannahmen Schemata sind extrem starke und stabile Verarbeitungsmuster, die in der frühen Kindheit entstehen und sich durch das ganze Leben ziehen.

Piaget unterscheidet kognitive und affektive Schemata Schemata sind absolut wichtige Glaubenssätze und bedingungslose Überzeugungen, sowohl kognitiv als auch affektiv, über uns selbst und unsere Umgebung. Sie lenken und leiten die Wahrnehmungs-, Interpretations- sowie Handlungsebene und beinhalten eine Verknüpfung von Gedanken, Gefühlen, physiologischen Reaktionen und Handlungsentwürfen.

Sie steuern die Wahrnehmung und Interpretationen von Ereignissen, sodass eine sichere Orientierung möglich ist und neue Erfahrungen zugeordnet und bewertet werden können. Die in der Kindheit entstandenen Schemata stellen a priori Wahrheiten dar und gelten als selbstverständlich und unwiderruflich. Schemata sind nicht immer in unserem Bewusstsein, werden jedoch durch bestimmte Ereignisse aktiviert und steuern dann unsere kognitiven Prozesse so, dass Wahrnehmung und Handlung schemakonform sind und das Gefühl der Sicherheit und Kontrolle gewährleistet ist.

Sie sind durch starre Reaktionsmuster und kognitive Verzerrungen eingeschränkt, deuten positive Ereignisse falsch und verhindern das Lernen von neuen Erfahrungen. Sie sind dysfunktional und sobald sie aktiviert sind mit extremen Affekten verbunden. Sie bestätigen sich durch eine selektive Auswahl und Bewertung von Informationen ständig selbst.

Beltz, Weinheim 21 Beschreibung der Problembereiche Dysfunktionale Schemata treten als verzerrte Wahrnehmungsweise, unrealistische Erwartungen und Ziele sowie zwischenmenschliche Missverständnisse zu Tage.

Sie können in bestimmten Situationen extrem negative Gefühle und dysfunktionale Gedanken auslösen, kumulativ verstärkt werden und haben grundlegende Bedeutung in der Therapie. Bei traumatisierten Borderline-Patientinnen kommt es häufig zu einer zeitgleichen Aktivierung konträrer, widersprüchlicher Grundannahmen und Schemata, die ein lösungsorientiertes Handeln blockieren und als aversive Spannungszustände wahrgenommen werden.

Es entsteht ein quälendes Gefühl der Unsicherheit und eine paniknahe Angst vor Kontrollverlust. Wichtig ist noch das Wissen, dass Borderline-Patientinnen oft in einer engen Beziehung zum Täter standen oder noch immer stehen können.

Dies macht eine klare Abgrenzung zu diesem unmöglich, denn der Täter wird nicht nur als Täter erlebt, sondern ist auch primäre Bezugsperson. Aus dieser Verknüpfung organisieren sich einander widersprechende Grundannahmen und Schemata, die einander widerprechende und blockierende Gefühle aktivieren. Daher ist es nicht möglich, Situationen eindeutig schemakonform wahrzunehmen, zu bewerten und danach zu handeln. Gedanken und Gefühle werden meist als ich-fremd ich-dyston erlebt und führen zu einer ausgeprägten Störung des Selbstbildes.

Vor allem traumaassoziierte Schemata erschrecken, da sie mit dem Selbstbild nicht übereinstimmen, intrapsychische Bewertungssysteme aktivieren und dadurch situationsadäquate Emotionen falsch interpretiert werden. Selbst situationsadäquate Gefühle beeinflussen und aktivieren einen inneren Bewertungsprozess, der mit dem Selbstbild nicht zu vereinbaren ist.

Die Selbstwahrnehmung von eigener sexueller Lust kann die Bewertung, gewalttätig und zerstörerisch zu sein, auslösen. Die Wahrnehmung von Wut bedeutet aggressiv zu sein, die Kontrolle zu verlieren. Die perversen Introjekte des real vorhandenen Täters werden jedoch als ich-fremd erlebt und abgewehrt, sie verhindern eine adäquate emotionale Reaktion und können Autodestruktivität aktivieren.

Viele dieser intrapsychischen Bewertungen werden mit dem ehemaligen Aggressor in Verbindung gebracht, sodass selbst das Bedürfnis nach Vertrauen an die Erwartung einer sicher stattfindenden traumatisierenden Grenzüberschreitung gekoppelt wird.

Dazu kommt, dass 22 Inkompatible Schemata und dysfunktionale Grundannahmen zeitgleich aktivierte kognitive und affektive Schemata zu widersprüchlichen Handlungen auffordern, die nicht gleichzeitig erfüllt werden können und wieder verbieten innere Kontrollsysteme eine adäquate emotionale Reaktion. Auch in der Therapie zeigen sich aktivierte, widersprüchliche Schemata in nicht nachvollziehbaren Reaktionen und Verhaltensweisen.

Besonders dann, wenn Gefühle wie Angst, Wut, Scham und Schuld beteiligt sind, passiert es, dass Patienten beim Therapeuten Unsicherheit und Wut auslösen und dieser mit Ablehnung und Zurückweisung reagiert. Erkennt der Therapeut den Teufelskreis nicht, kommt es zu heftigen Reaktionen, Dissoziation oder schemabestätigender Retraumatisierung. Die affektive Re-Aktualisierung vergangener Erfahrungen durch die Therapie kann durch störungsspezifische Therapieansätze mit klaren Vereinbarungen und der bewussten Hemmung einer malignen Progression, eines aufgrund von raschem Erfolg schnell vorangetriebenen Therapiefortschrittes, verhindert werden.

Erst wenn es möglich ist, mit belastenden Gefühlen wie Schuld, Scham, Angst und Wut umzugehen und sie im Zusammenhang ihrer Entstehungsgeschichte zu verstehen, kann ein Zugang zu Veränderungsmöglichkeiten gefunden werden. In Abbildung 2 werden einige Beispiele inkompatibler Schemata tabellarisch gegenübergestellt, die bei Borderline-Patientinnen sehr oft gleichzeitig aktiviert werden.

Schemata 23 Beschreibung der Problembereiche 2. Erinnerungsdruck und Vermeidung 2. Flashback Unter Flashback versteht man ein plötzliches kurzes und ungewolltes Wiedererinnern eines Traumas, das Erleben einer Situation so als wäre sie Hier und Jetzt in allen Gefühlsqualitäten.

Flashbacks können im Wachzustand, aber auch im Schlaf überraschen. Aufgrund der dabei sichtbar werdenden Dissoziation wurde diese Symptomatik auch den Dissoziativen Störungen zugeordnet.

Etwas Bedrohliches, Gewaltsames, ich kann es niemandem sagen, sie werden denken, ich wäre verrückt. Vielleicht bin ich es ja auch, vielleicht werde ich bestraft dafür, dass ich versuche glücklich zu sein, in Sicherheit, geborgen … es holt mich ein, immer wieder.

Manchmal dringen Bilder, Geräusche, Gerüche oder auch körperliche Sensationen ein und es kommt zu einem länger anhaltenden Überflutungszustand durch innere Bilder. Dasselbe kann im Schlaf passieren und zu belastenden Alp- und Wiederholungsträumen führen. Dieses Erleben führt zur Vermeidung, um sich gegen diese Überflutung zu wehren und abzuschalten. Auslösende Situationen, Orte werden ebenso vermieden, wie die dazu gehörenden zwischenmenschlichen Kontakte.

Woher sie gekommen ist, ist mir unklar. Sie wird mich wieder die nächsten Stunden begleiten. Schön langsam glaube ich, ich muss mich daran gewöhnen, dass sie mein ständiger Begleiter sein wird. Was habe ich nur getan, dass ich zu diesem Leben fast nicht geeignet bin?

Ich denke, ich sollte auch an meinem Selbstvertrauen arbeiten, da ist nichts da oder nur wenig. Ich habe Angst, mich mit der Angst, der Wut und dem Ärger zu beschäftigen. Eigentlich will ich nur noch sterben! Ich bin so verzweifelt. Kann weder vor noch zurück. Julian Alle Menschen haben eine Lebensgeschichte, Erinnerungen, gute und schlechte, sie können sie zuordnen — nur dem ES gelang das nicht. Manchmal hatte ES ziemlich intensive Gefühle, ganz selten Bilder oder kurze Szenen dazu, die dann ganz plötzlich aus dem Nichts kamen, doch so mächtig intensiv und real sie auch schienen, es blieb nur wieder Unsicherheit, sie jemals gehabt zu haben.

Es fiel dem Lebewesen sogar schwer zu sagen, was vor einer Minute war. Somit musste es immer alles genau planen und aufschreiben, um die Kontrolle nicht zu verlieren und nachher zu überprüfen, dass es wirklich war. Patientin Über therapeutische Möglichkeiten wird im Kapitel Skills-Training berichtet, an dieser Stelle soll nur auf die Gefahr hingewiesen werden, mit dem unreflektierten Einsatz von Entspannungsmethoden unnötigen Schaden anzurichten.

Bei prädisponierten Menschen kann es dadurch zu Depersonalisations- und Konversionserscheinungen kommen und es können Flashbacks ausgelöst werden. Daher muss man alle Entspannungsmethoden im herkömmlichen Sinn als Kontraindikation für traumabedingte dissoziative Störungen ansehen.

Patients out of hell Linehan Die Erklärung von Begriffen wie Intrusionen, Flashbacks, Pseudohalluzinationen 33, Derealisation, Spaltung, paranoiden Ängsten und dem Gefühl fremdgesteuert zu sein ist schwierig und noch viel schwieriger ist es, sich einzufühlen.

Die Patienten können ihre quälenden Symptome meist nicht in Worte fassen. Unsere Tochter hat sich damit beschäftigt und versucht, der oft zitierten Sprachlosigkeit ein Ende zu setzen und Worte zu finden für Unsagbares. Der Weg in diesem Essay beschreibt eine Hölle, von der Marsha Linehan sagt, dass ihre Patienten aus ihr kommen, patients out of hell sind, aber es zeigt auch den enormen inneren Kampf auf der Suche nach Identität und Realität und lässt trotz allem das Ende offen, die Auflösung, zu der es nicht kommen muss.

Spiegelungen Lasse ich meine Augen geöffnet und gehe mit wachem, forschendem Blick weiter durch diese Welt, so ist es dir selbst zuzuschreiben, Elender, der du glaubst, mich mit deinen Grausamkeiten in die Knie zwingen zu können. So weit bringst du mich nicht, dass ich nach deinen Fäden tanze, deine blinde, aber glückliche Marionette spiele, es wäre gelacht, beugte ich mich ausgerechnet dir, den ich doch am meisten von allen verachtete — und es auch immer noch tue, mach dir keine Hoffnungen.

Es wird sich nie ändern — ich bleibe stark. Nur den Gang aus dem Haus trete ich nicht mehr so gerne an. Schon mit dem ersten Augenöffnen sagst du mir den Kampf an, versuchst, meine unberührte und unbeugsame Seele zu martern, zu schwächen.

So beginnt jeder Tag gleich, im selben bizarren, unwirklichen Ton. Die Gegenstände verlieren an Realität, die Natur verrenkt sich, beugt sich irrwitzig dem zerstörenden Menschen, lacht in verzweifeltster Agonie, wölbt und beugt den aufgetriebenen Leib, wie um ihren Peinigern noch zu gefallen.

Es nützt ihr nichts. Er zeigt es mir stets aufs Neue. So beginnt der Tag schwer und erdrückend, es gibt kein erholtes Aufwachen nach tiefem, angenehmem Schlaf mehr. Stattdessen lacht er nur irre und verhält sich, wie man es von ihm will — knirscht lediglich, bleibt unten liegen und tut nichts. Er spielt dein Spiel mit, aber mich holst du trotzdem nicht. Selbst wenn es ein Leben in Qualen und ohne Freude bedeuten sollte, so werde ich mir meine Kraft immer nur daraus schöpfen dich zu verhöhnen, Verfluchter.

Heute ist es soweit. Er hat etwas Besonderes geplant, wird erneut versuchen, mich in den Wahnsinn zu stürzen, wie schon etliche Male zuvor. Es kündigt sich stets an, mit einem dumpfen, bedrohlichen Gefühl. Die Umgebung alleine hätte mir nichts verraten, der Hund hängt am Zaun und bellt, wie er es immer tut, wenn Menschen vorbeigehen.

Nichts und niemand kann ihn davon abhalten, so vor der ihn zerfressenden Langeweile und Öde zu fliehen. Aber sie ist wieder da, die Unruhe. Nur darauf, dass ich Angst zeige, kannst du lange warten. Wann sind die Seelen der Menschen denn eigentlich wirklich gestorben?

Beim Ersten Weltkrieg, beim Zweiten, oder gar schon viel früher? Wie soll man es ermessen, wenn man sieht, dass sich die grundlegenden Dinge nicht ändern? Sie verändern ihre Form, ihre Gestalt, treten mit anderen Gesichtern auf, doch die Farbe der Masken bröckelt, ist durchscheinend und wenig überzeugend.

Wenn es nicht beabsichtigt ist, um die wenigen, welche sich noch dagegen stemmen, welche klug genug sind zu erkennen, in Verzweiflung zu stürzen und ihnen ihren Mut und Willen zu rauben. Denn was gibt es Schlimmeres, als kinderleicht erkennbaren Betrug, auf den anscheinend jeder hereinfällt? Ich fange an zu denken, wie er es will! Wie dumm von ihm zu glauben, ich suchte ihn aus Hilflosigkeit heraus auf, weil ich die Wahrheit nicht mehr ertrage — Unsinn.

Diese verzerrten Karikaturen von Menschen, welche so bösartig zu einer Farce gemacht wurden, mögen ein Sinnbild für den Untergang der bestehenden Welt sein, doch nicht das meine. Sie merken es nicht, keiner von ihnen. Meine Schwester steht dort, mit ein paar Freundinnen, hebt die Hand und winkt — nur kann ich diese Geste nicht erwidern, nicht dieses Mal.

Es sind die Fratzen von Toten, die mich ansehen, verstümmelte Leichen mit hungrigen Augen. In Kombination mit positiven Verstärkern zeigt sich die stärkste Wirkung. Bandura und seine Forschungsgruppe fanden heraus, dass zwischen Anregung des Verhaltens durch ein Modell und der Ausführung des Verhaltens durch den Beobachter erhebliche kognitive Verarbeitungs-prozesse wie Aufmerksamkeitszuwendung auf das im Modell gesehene Verhalten , Behaltensphase Speicherung des Verhaltensschemas , Reproduktionsphase hier wird erst das Verhalten praktiziert , motivationale Phase der Effekt des Verhaltens wird ausgewertet und entschieden, ob das Verhalten wiederholt wird oder nicht lägen.

Bandura spricht von Self-Efficacy "Selbstwirksamkeit". Er verweist in zahlreichen Untersuchungen auf die enorme Bedeutung der subjektiven Überzeugung, genügend eigene Kompetenzen zu besitzen, selber bestimmte Vorhaben umzusetzen und Aufgaben zu bewältigen.

Es besteht aus einigen Milliarden Neuronen. Bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts bestand allgemein Einigkeit darüber, dass es kein Nachwachsen von Nervenzellen im Gehirn erwachsener Organismen, wozu der Mensch zählt, gäbe.

Diese Aussagen wirken ermutigend für alle Lernungewohnten, wozu u. Fehlende Lese- und Schreib-kompetenzen wirkten sich negativ in Bezug auf berufliche Integration aus. Das Gehirn müsse seine Kriterien, nach denen es seine eigene Aktivität bewerte, selbst entwickeln. Dies geschähe aufgrund früherer interner Bewertungen der Eigenaktivität. Lernen sei für das Gehirn also Lernen am Erfolg. Dadurch stellt sich ein biologischer Stolperstein entgegen, dem allerdings durch aktivierende, selbstgesteuerte, offene Unterrichtsarrangements entgegnet werden kann.

Lernende sammeln neue erfolgsversprechende Erfahrungen die zu Lernerfolgen führen. Es ist für die emotionale Tönung verantwortlich, die unsere Denkprozesse begleiten. Das Wiedererkennungsgedächtnis Rekognitionsgedächtnis hilft uns Gegenstände, die wir einmal gesehen haben, wieder zu erkennen.

Das Arbeitsgedächtnis ist ein wichtiger Unterstützungsmechanismus, der uns beispielsweise über das Assoziationsgedächtnis Informationen aus dem Langzeitgedächtnis abruft, die gerade für die Bearbeitung einer bestimmten Aufgabe benötigt werden.

Das prozedurale oder implizite Gedächtnis umfasst alle Fertigkeiten, die wir eingeübt haben und beherrschen. Fehlt dem Lerner der Bezug zum relevanten Kontext, dann sind Informationen für ihn wenig bedeutsam.

Es kommt zum sog. Durch aktive Auseinandersetzung mit Problemen im täglichen schülerInnenzentrierten Unterricht ist eine Erhöhung der Anwendungsqualität von Wissen gewährleistet. Das entdeckende Lernen nach Bruner beinhaltet den Erwerb von Problemlösefähigkeiten und intuitives Denken. Dessen mentale Repräsentationen enaktive Ebene, ikonische Ebene, symbolische Ebene unterstützen den Lehrenden bei der Wahl seiner Methoden.

Von Bedeutung ist, dass sich für die Lernenden in einer Klasse der Lernprozess als sinnvoll erweist. Professionell agierende PädagogInnen entscheiden ganz spezifisch, für welchen Ablauf sie sich zum Wohle der SchülerInnen entscheiden.

Ob es nun das "entdeckende Lernen" nach Bruner, das "Handeln und Denken" von Hans Aebli oder das "Problemlösen als Sonderfall des planvolles Handelns" von Edelmann [ 37 ] ist, im Fokus muss das für die Lernenden passende Konzept zum selbstständigen Kompetenzerwerb stehen, um das künftige Leben möglichst eigenständig bewältigen zu können. Umgangssprachlich stünde der Begriff Motivation als Oberbegriff für alle jene Vorgänge bzw.

Es handle sich dabei um ein zielgerichtetes Handeln. Motive seien gelernte, überdauernde Dispositionen, welche das Verhalten bestimmten. Sie setzen ein bestimmtes, auf ein Ziel gerichtetes Verhalten in Gang und verschwinden, wenn das Ziel erreicht sei. Dieses Motiv wird als Erwartung an die eigene Leistungsfähigkeit bezeichnet und kann sich als Erfolgs- oder ein Misserfolgsmotiv darstellen.

Die wichtigsten Einflussfaktoren für die Entwicklung des Leistungsmotivs sei das Elternhaus durch die Erziehung zur Selbstständigkeit, durch die Erziehung durch Verstärkung, durch die Möglichkeit des Schaffens von Lernen durch Nachahmung oder durch den Anregungsgehalt der Umwelt.

Das Prinzip der Passung entspricht dem kalkulierten Risiko. Schüler sollen angeregt werden in diesem Spannungsfeld zwischen Erfolg und Misserfolg zu arbeiten. Besonders für den leistungsschwachen Schüler ist es wichtig, an Aufgaben zu arbeiten, die dem Prinzip der Passung entsprechend seinen Lernvoraussetzungen angepasst sind. Auch er darf nicht aus der Leistungssituation entlassen werden, weil er ebenso Erfolge erleben muss, um wahrnehmen zu können, dass Handlungsausgänge von ihm steuerbar sind Gefühl der Selbstwirksamkeit.

Sein Selbstkonzept mangelnder Fähigkeit wird bestärkt. Es ist unabdingbar, dass Unterrichtsmodelle, die dem Prinzip der Passung entgegenkommen, entwickelt und umgesetzt werden. Die Formen des "Offenen Lernens" beinhalten diese motivations- und selbstwirksamkeits-steigernden Komponenten.

Lehrende sind gefordert, dies in ihren Unterricht zu implementieren. Dass diese Vorgaben bei so manchem Sorgen und womöglich Versagensängste auslösen können, ist nachvollziehbar. Die Halbwertzeiten des Wissens Lebenszyklen des Wissens werden permanent kürzer.

Die Zukunftsforschung weist auf künftige atypische Beschäftigungsverhältnisse hin. Berufliche Veränderungen stehen bis zu siebzehn Mal in einer Berufsbiografie an. Die Existenz einer intakten Familie ist nicht mehr selbstverständlich. Kinder und Jugendliche sind häufig von klein auf auf sich selbst gestellt.

Wo bietet sich für sie noch ein "sicherer" Ort des Erwachsenwerdens und Lernen-Könnens an - wenn nicht in einer Schule, in der auf diese veränderten Lebenswelten verstärkt eingegangen werden, und in der Programme für die unterschiedlichsten Lernansprüche angeboten werden müssen.

Die Bildungspolitik steht in der Verantwortung, jene mitzunehmen, die sich vom gegenwärtigen Tempo und den Ansprüchen des gesellschaftlichen Wandels überfordert fühlen und sich schwer tun, mit dem Neuen mitzuhalten. Die Unterschiedlichkeit der Bedürfnisse der Lernenden erfordert eine andere Herangehensweise in der Wissensvermittlung. Es soll niemand durch Nichtfolgenkönnen im Unterricht auf der Strecke bleiben. Für IntegrationsschülerInnen, aus welchen Gründen sie auch dazu wurden, stellen diese Erkenntnisse eine Chance dar, im Schulalltag ihre ganz persönlichen Kompetenzzuwächse zu erlangen.

Diese wirken unterstützend um zu einem erfüllten Leben zu gelangen und sich in dieser Welt besser zurechtzufinden.

Lehrer und Lehrerinnen haben die Verpflichtung auf Heterogenität und Individualität einzugehen. Durch eine Vielfalt an Lernmaterialien und damit verbunden die Möglichkeiten sich auf unterschiedlichste Art und Weise Wissen und Fertigkeiten anzueignen, muss es möglich sein, dass schulischer Erfolg für alle erreichbar ist. Dies drückt sich durch die verschiedenen Lerntypen aus. Aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen haben sich auch die Qualifikationserfordernisse an unsere Arbeitskräfte gewandelt und erweitert.

Neben grundlegenden fachlichen Fähigkeiten sind heutzutage auch vermehrt soziale, kommunikative und persönlichkeitsbildende Kompetenzen gefragt.

Die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen und zur freiwilligen Inanspruchnahme von Weiterbildungsprogrammen sind ebenso Kennzeichen dieser Entwicklung.

Die geänderten Rahmenbedingungen verlangen auch eine entsprechende Weiterentwicklung und Umgestaltung des Schul- und Bildungswesens, damit unsere Kinder und Jugendlichen die Vielzahl neuer Herausforderungen annehmen und die sich bietenden Chancen nutzen können [ 44 ]. Für einen Teil von IBA-SchülerInnen kann dies eine Chance darstellen, wenn es schulisch gelingt, mit ihnen in verschiedenen Formen von Trainings an diesen von Wirtschaftsseite geforderten Skills zu arbeiten.

Nicht alleine die Fachlichkeit sichert diesen jungen Menschen die Zukunft in der Erwerbswirtschaft. Vielfach ist der Einfluss der Familie bereits weggebrochen.

Peergroups haben deren Aufgabe übernommen. Hierbei stellt sich vor allem das Nichtvorhandensein der deutschen Sprache als Lernhemmnis dar. Einführung von Orientierungsverfahren um Talente und Potenziale zu erkennen und zu fördern und Schwachpunkte zu beheben. Entwicklung funktionierender Schnittstellen und Übergänge zwischen Schulstufen, Schulformen und Bildungseinrichtungen Kindergarten, Startschuljahr, Grundstufe, Mittelstufe, Oberstufen, weiterführende Bildung.

Schulische und duale Bildungsangebote, Differenzierung und Abstufung auch in der Berufsausbildung Lehre. Diese Aussage unterstreicht wiederum die Bedeutung in der schulischen Ausbildung auf Differenzierung und Abstufung nach Leistungsvermögen Bedacht zu nehmen. Bereits im Vorfeld der gesetzlichen Installation der Integrativen Berufsausbildung beschäftigte sich eine Gruppe Studierender ab anlässlich des AQUA [ 46 ] -Projektes mit dem Begriff "Kompetenz" und gaben diesem Begriff dem Vorzug gegenüber ähnlich meinenden wie Schlüssel Qualifikationen, dynamische Fähigkeiten, soft skills, Begabungen, Leistungsvermögen usw.

Zweck der integrativen Berufsausbildung ist die Verbesserung der Eingliederung benachteiligter Jugendlicher in das Berufsleben. Der förderungswürdige Jugendliche vereinbart unter Einbezug von Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Landesschulrat und Ausbildungsassistenz eine für ihn passende Variante 5er-Gremium. Es gibt SchülerInnen, die bereits so viel Lernerfahrung mitbringen, dass sie sich auf die verschiedensten Lehr- und Lernarrangements ohne Probleme einstellen und die von ihnen geforderten Erfolge bringen.

Integrative SchülerInnen hingegen bedürfen einer besonderen Vorgehensweise und bestimmter Lernarrangements im Unterricht. Der Umgang mit Heterogenität durch den Unterrichtenden stellt die Basis eines erfolgreichen Lernergebnisses für diese Lerngruppe dar. Nachdem Lesen als eine der Grundvoraussetzungen für das Lernen bezeichnet werden kann, stellt dies ein ernsthaftes pädagogisches Problem dar [ 50 ].

Eine wichtige Grundlage des Lernens an Berufsschulen stellt das Lesen dar. Nachhaltige Fördermöglichkeiten können daher nur im Rahmen des Unterrichts stattfinden. Für einen erfolgreichen integrativen Unterricht an Berufsschulen wird es vermehrt notwendig sein neue Lernwelten zu schaffen. In diese vielschichtig aufgebauten Aufgaben wurden gezielt Spielesequenzen eingebaut, die neben der Steigerung der Lesekompetenzen auch zur Motivations-, Kommunikationssteigerung und der Erhöhung der Teamfähigkeit beitragen.

Demnach Kompetenzen, die für Arbeitsprozesse der Zukunft unerlässlich sind. Es wird dabei Bedacht genommen, dass vor allem beim Spielen das Gesamtspektrum des Lernens [ 51 ] relativ komplex erfasst wird. Alle Aktivitäten, die auf einem "Spielfeld" stattfinden, finden sich in den folgenden acht Kriterien:. Lernen, bei dem das Können das Hauptziel ist, das Automatisieren von Fähigkeiten zu motorischen und geistigen Fertigkeiten.

Bei vielen sportlichen Aktivitäten wird die Motorik automatisiert - das Wissen und Kennen von unterschiedlichen Spielregeln, d. Die Verfeinerung der Motorik führt zu Schnelligkeit und Überlegenheit.

Dennoch wird häufig noch viel zuwenig im Kontext Lernen darauf geachtet. Offene Lernformen, wie beispielsweise das "Eigenverantwortliche Arbeiten und Lernen" bieten viele Möglichkeiten, Bewegung in die Klassenzimmer zu bringen. Wie kommt man am geschicktesten über diverse Hindernisse ohne sich zu verletzen?

Wie teile ich mir meine Kräfte ein? Viele Überlegungen sind notwendig, viele Strategien werden entwickelt, um zum Ziel zu gelangen. Es bietet wohl wenig Anreiz, wenn die Wege exakt vorgegeben sind oder wenn es womöglich nur einen Weg gibt. Es wird weder auf Individualität noch auf Heterogenität Rücksicht genommen. Lernen, bei dem das Behalten und Präsenthalten von Wissen das Ziel ist.

Wer hat die Nase vorn, mit wem spielt man besonders gern - beispielsweise Memory oder Activity? Etwas zu wissen verleiht Sicherheit und steigert unweigerlich den Selbstwert. Ich kann mein Wissen in ganz anderen Zusammenhängen einbringen.

Es geht darum, möglichst rasch ExpertInnenwissen mit Hilfe der modernen Medien wie Internet herauszuarbeiten. Lernen, bei dem die Übertragung auf andere Gebiete die Hauptsache ist, also die Steigerung der Fähigkeiten und Kräfte eine Freifach wählen um sich beruflich nach vielen Richtungen orientieren zu können - beispielsweise der Europäische Computerführerschein. Man lernt Englisch und kann sich dadurch mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern unterhalten. Viele, vor allem menschliche, Barrieren können überwunden werden.

Anderssprachige Menschen werden nicht mehr als "fremd" angesehen. Die Welt öffnet sich. Für Lehrlinge eröffnen sich die Chancen im Ausland zu arbeiten und damit Geld zu verdienen; weiters einen sicheren Arbeitsplatz zu erhalten. Man lernt Rücksichtnahme, Konflikte zu lösen, mit Personen anderer Kulturen umzugehen und für deren Anliegen Verständnis aufzubauen.

Lernen, bei dem das Gewinnen eines vertieften Interesses an einem Gegenstand das Hauptziel ist Differenzierung der Bedürfnisse und Interessen. Den einen interessiert das Innenleben eines Computers wesentlich mehr als zum x-ten Mal über eine Kletterwand zu steigen mit dem Ziel sich mit dem Freund zu messen, wer denn die bessere Technik hätte. Die andere will ihr Können in einem bestimmten Hobby verfeinern, der andere sammelt mit Leidenschaft verschiedene Pflanzen um sie zu Hause womöglich im Mikroskop zu betrachten.

Lernen, bei dem ein verändertes Verhalten das Ziel ist. Man lernt seine Grenzen kennen, in dem einem Grenzen durch andere gesetzt werden. Spiel- und Verhaltensregeln geben die Richtung vor. Es wurde besonders darauf Bedacht genommen, dass die Leseaufgaben die zusätzliche Förderung der genannten Sozialkompetenzen beinhalten.

Die Lernspiele umfassten neben Einzel- vor allem auch Teamaktivitäten. Durch gegenseitige Unterstützung konnten die Aufgabenstellungen innerhalb bestimmter Zeitvorgaben gelöst werden. Durch die Möglichkeit der Selbstkontrolle wurden die SchülerInnen aufgefordert, ihre Ergebnisse zu vergleichen. Diese Leseaufgaben sowie deren Evaluationsergebnisse bilden Teile von derzeit in Ausarbeitung befindlichen Bachelorarbeiten der Studierenden. Lernen gelernt wird, welche Fördermöglichkeiten der Lernende erhält, welche Lernhilfen als sinnvoll erachtet werden" [ 53 ].

Kann dies im heute noch vielfach praktizierten klassischen Frontalunterricht passieren? Die Subjektive Didaktik - als Modell von Edmund Kösel veröffentlich - beschäftigt sich mit einem ganzheitlichen Menschenbild und ebensolchen Methoden. Das heutige postmoderne Denken und Handeln, das heute nicht mehr an totalitäre Wahrheitsansprüche von angelegten Theorien und Wissenssystemen glaubt, nimmt die Pluralität von unterschiedlichen Denk-, Lebens-, Lehr-, Lern- und Wertformen und deren gleichzeitiges Auftreten in der Gesellschaft wahr und ernst.

Um mit diesen beschriebenen ganzheitlichen Ansatz erfolgreich vollziehen zu können, ist es für Lehrende wie auch Lernende von Vorteil über den eigenen Lernstil Bescheid zu wissen.

Das Zusammenspiel zwischen biologischen und erworbenen Faktoren eines jeden Menschen in schwierigen Lernsituationen wird dadurch nachvollziehbar. Häufig klafft eine Schere zwischen diesen realen Bedürfnissen und den Unterrichtsstilen, die an den diversen Schulen zum Einsatz kommen.

An Berufsschulen wird diese Lern-Stil-Analyse noch nicht praktiziert. Es könnte ein Unterstützungsfaktor für das Unterrichten in heterogenen Gruppen sein. Durch die gebotenen Gruppenprofile wird den PädagogInnen mit einem Blick ermöglicht auf die verschiedenen Bedürfnisse der SchülerInnen bestmöglich eingehen zu können. Das Wissen über die Verschiedenheit im Lernprozess ist der erste Schritt um vor allem SchülerInnen, die aus welchen Gründen immer zu den Lernschwachen gehören, eine für sie erfolgreiche Schullaufbahn zu ermöglichen.

Die ersten vier Präferenzen oder Nicht-Präferenzen seien gewöhnlich schwer beeinflussbar und blieben zeitlebens erhalten und wüchsen von Kindheit an mit. Bei langfristiger Vernachlässigung wirkten sie sich negativ auf Motivation, Ausdauer und Verantwortungsgefühl für schulbezogene Aufgaben aus. Die weitgehende Erfüllung dieser biologischen Bedürfnisse seien für einen dauerhaften Erfolg in der Schule unerlässlich.

Sie führten unweigerlich zur Entwicklung positiver Einstellung zum Lernen. Deren Relevanz kommt besonders zum Tragen, wenn der Jugendliche mit Regeln und Vorschriften in der Schule, zu Hause und am Arbeitsplatz konfrontiert wird und zurande kommen soll. Die Auswertung der Lernstilanalyse beweist durch "Fragezeichen", dass sich diese jungen Menschen oftmals in einem persönlichen Umbruch befinden.

Allein das Wissen und Sprechen können darüber, kann Situationen bereinigen, Vertrauen aufbauen und zu Lernerfolgen führen. Edelmann , in ebenda.

Krammer, Daniel in Solidarität , S. Skript Motivationspsychologie S. Schober, Exenberger , S. Pestalozzis [ 60 ]. Er vertrat einen "ganzheitlichen" Ansatz. Diese Ganzheitlichkeit beziehe sich auf einen integrativen Bestandteil handlungsorientierter Konzepte.

Ausgehend von der Reformpädagogik betone das Ganzheitliche Lernen: Diese Ganzheitlichkeit umfasse die Dimension der Einzelperson, die Gruppendimension und weiters die thematische Dimension und das Umfeld, wobei hier im besonderen auf die Ausstattung des Klassenzimmers hingewiesen sei. Bereits Pestalozzi erkannte die Wichtigkeit des Zusammenwirkens sowohl der linkshemisphärischen analytisch-logischen und rechtshemisphärischen holistisch, gestalterischen Funktionen des Gehirns im Kontext ganzheitliches Lernen.

In Deutschland erfüllt sich die mittlerweile seit zwei Jahren pensionierte Reformpädagogin Enja Riegel [ 61 ] ihren Traum. An der von ihr bis zur Pensionierung geführten, mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichneten Helene-Lange-Schule, wurde bei der Übernahme der Schulleitung der Schulalltag mit einem zu Beginn fast einjährigen Widerstand des Kollegiums umgestellt. LehrerInnen unterrichten in Teams, jeweils in einem Jahrgang.

Für geeignete Räume wurden Wände niedergerissen. Die Klassen werden von SchülerInnen geputzt. Das Ersparte wird für das Engagement von professionellen Regisseuren für Theaterprojekte verwendet.

Das Motto Enja Riegels lautet: Mittlerweile wurde das Gymnasium, in dem Rituale, Regeln und Reviere ebenso wichtig sind wie Fächer, zur Gesamtschule.

All diese Tatsachen bestärken, auch im Schulalltag mit wesentlich intensiveren reformerischen Aktivitäten zu mehr Lernlust und unweigerlich damit verbunden zu mehr Lernerfolg zu kommen. Unterstrichen wird dieses auf reformpädagogischen Ansätzen beruhende Konzept auch durch eine empirische Untersuchung von Hans Haenisch, Landesinstitut für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen, Deutschland [ 63 ].

Nur was durch Selbsttätigkeit gelernt wird, hat die Chance zu überdauern und gespeichert zu werden. Eine Pädagogik, die junge Menschen zu selbstständigen, urteils- und handlungsfähigen Persönlichkeiten werden lässt, gewährt auch, dass sie diese in der ständig ändernden Berufswelt bewähren können [ 64 ].

Passt hier nicht der Begriff "Reformpädagogik"? Diese eigenständige Pädagogik zwischen dem Ende des Neill oder Rudolf Steiner. Die "Erziehung vom Kinde aus" war das allgemein gültige pädagogische Konzept. Der Vergleich der alten und neuen Ziele zeigt, dass die Konzepte der Reformpädagogik mehr als aktuelle Gültigkeit haben. Würde man die Ziele nicht mit "alt" und "neu" versehen, sie wären bis zum heutigen Tag gültige und moderne Erziehungsziele und deckten sich mit den Inhalten des schulischen Lernbegriffs von Heinz Klippert [ 65 ].

Wenn er von affektivem Lernen spricht, dann beinhaltet dies u. In all seinen Lernformen finden sich Ziele der Reformpädagogik. Tabelle aus Eichelberger, Wilhelm. Folglich bestehe die Aufgabe der Erziehung darin, die Fähigkeiten des Arbeitens - Basis menschlichen Wirkens - zu entwickeln.

Dies gelinge nur, indem das Kind "arbeitet"; dieses Prinzip hatte John Dewey "learning by doing" genannt. Die Arbeit mit heterogenen Gruppen erfordert Arbeitsbedingungen in Schulen zu schaffen, die den Fokus der Tätigkeiten auf die Lernenden mit all deren unterschiedlichen Ausgangs-voraussetzungen und Zielsetzungen richten. Huschke-Rhein verweist auf die besondere Wichtigkeit diskontinuierlicher Entwicklungsmodelle für die praktische Pädagogik.

Obwohl eine nicht-kontinuierliche Entwicklung in den traditionellen Entwicklungspsychologien höchstens als Störfall angenommen werde [ 68 ] , stellt sie für alle Formen des "Offenen Unterrichts", des "Selbstgesteuerten Lernens" eine bedeutsame theoretische Basis dar. Huschke-Rhein nicht gerade auf einen Entwicklungspfad zur Autonomie hin.

In einer offenen Lernumgebung, wo selbstorganisiertes, selbstgesteuertes und eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen stattfinden soll, ist es nicht möglich und nicht erwünscht nach der bisherigen Entwicklungs-psychologie vorgegebene, lineare, berechenbare, voraussagbare, kontinuierliche, messbare und erwartungskonforme Entwicklungsverläufe zu beobachten und zu attestieren. Hingegen im klassischen lehrerzentrierten Unterricht finden diese Verläufe in den täglichen Unterrichtsstunden ihre Umsetzung.

Änderungsprozesse laufen häufig viel zu langsam an. Nur wenige sind bereit, diese Änderungen zuzulassen. Solche Änderungen sind mit tief sitzenden Ängsten auf LehrerInnenseite verbunden.

Viele nicht nachvollziehbare Erklärungen werden abgegeben, um das "Alte" und doch in deren Augen "Bewährte" fortführen zu dürfen. Dennoch beweisen bereits die "frühen" Reformpädagogen und auch die aktuellen Entwicklungstheorien, dass diese Änderungen unumgänglich sind. Chaostheorie stellt dabei ein neueres Modell dar, das die theoretische Grundlage für offene Unterrichtsformen bilden könne.

Dabei dürfe "Chaos" nicht im umgangssprachlichen Sinn dieses Wortes verstanden werden. Es handle sich dabei um bestimmte Systemzustände, denen die typischen Eigenschaften klassischer deterministischer Systeme fehlten - vor allem die Berechenbarkeit, die Vorhersagbarkeit und die vollständige mathematische Bestimmtheit - ohne dass nun deshalb schon das "totale Chaos" herrschen müsste.

Gerade diese fehlenden Berechenbarkeiten, Vorhersagbarkeiten und die nicht vollständige mathematische Bestimmtheit bringt den "klassischen" Lehrenden in einen gewissen Bereich der Unsicherheit - Motto: Der klassische lehrerInnenzentrierte Unterricht richtet sich allerdings nach diesen Indikatoren. Sie geben anscheinend die nötige Stütze und Sicherheit um im Unterrichtsalltag zu bestehen, sich nötigenfalls rechtfertigen zu können und nach bestem Wissen und Gewissen agiert zu haben.

Den von der Chaostheorie her denkenden Modellen lägen radikal neue wissenschaftstheoretische Vorstellungen zugrunde. Die angenommenen Systeme würden nicht von Faktoren sondern von Attraktoren beeinflusst.

Sie seien von einer extrem hohen Komplexität gekennzeichnet. Die heute vielfach geforderte Kreativität sei ohne diese Begriffe gar nicht beschreibbar. Dieser Theorie läge weiters zu Grunde, dass Entwicklungen als intern und nicht wie nach wie vor dargestellt extern gesteuert anzusehen sind - von der jeweiligen Person gesteuert. Das Gehirn sei auf Grund der physiologischen Operationsweisen vollkommen autonom.

Dabei handle es sich um kognitive wie auch emotionale Prozesse. Pädagogisch habe dies zur Folge, dass ein radikaler Perspektivenwechsel auf das Kind hin erfolgt. Wobei hier wiederum die Ansätze der Reformpädagogik ihre theoretische Grundlage fänden. Statt frontaler Kommandos würden geringfügige Steuerimpulse gegeben und abgewartet, wie sich diese im Gesamtsystem auswirken würden.

Es folgten Überraschungen und es passiere Unterwartetes. Das Lernen des zu Lernenden sei nicht selbstverständlich. Viele Ergebnisse haben plötzlich ihre Richtigkeit. Die Lernenden haben selbst oder mit Unterstützung ein Ziel erreicht und haben erfahren etwas selbst geleistet und gelernt zu haben.

Sie sind vor allem auch Garant für zufriedenere Lernende und sie bieten ein Arbeitsfeld für unterschiedliche Lernniveaus. Der neue Erziehungsbegriff definiert ihre Rolle neu: Helfer, Helferin, Mitspieler und Mitspielerin in Systemprozessen steuere Systeme durch sanfte Impulse unter maximaler Einbeziehung der Selbststeuerungsfähigkeit aller Systemelemente.

Dieses neue Rollenverständnis muss allerdings erst Platz greifen. Das Sich-nicht-mehr als alleinig verantwortlich zu sehen, das Zurücknehmen der allgegenwärtigen Präsenz im Unterricht, die vielfältigen Lösungsmöglichkeiten, die plötzlich durch eine "andere" Lernkultur auftauchen sind wichtige Erkenntnisse der "neuen" LehrerInnenrolle.

Jedes selbstreferentielle System brauche die Anerkennung durch ein anderes selbstreferentielles System. In der Anerkennung des Selbstseins und der Selbststeuerungsfähigkeit aller könne sich pädagogischer Eros, Professionalität und das pädagogische Verhältnis selbst entfalten.

Wird heute von Schulqualität gesprochen ist gerade der Begriff Professionalität allgegenwärtig. Ein wichtiger Meilenstein zum Erlangen dieser Professionalität ist die Erkenntnis: Sie orientieren sich nach Standards [ 75 ] wie von Oser und Oelkers [ 76 ]. Es fördert das Engagement auf beiden Seiten. Die Akzeptanz der "Vielfalt" in einer Klasse bezogen auf Herkunft und Können in physischer und psychischer Hinsicht ist wesentlich leichter zu erreichen.

Die Ziele der Pädagogik seien nicht vollkommene Autonomie sondern durch erneute Integration in andere Systeme überzuleiten. Überraschungen flexibel umgehen zu lernen. Je offener die Unterrichtsformen seien, desto mehr "Spielraum" steht zur Verfügung. An den oft fehlenden Qualifikationen für diesen "neuen" Unterrichtsstil seien viele Vorhaben an Schulen gescheitert.

Lehrerbildung dagegen findet vorwiegend sitzend, hörend und darüber-redend statt. Noch immer bestätigen Lehramtsstudierende diese Ausbildungsabläufe. Nur Engagierte erarbeiten sich oftmals durch "Learning by doing" die nötigen Fähigkeiten für einen schülerInnenzentrierten Unterricht, deren Ablauf der Theorie der diversen Reformpädagogen entspricht. Es ist häufig "Glückssache" der angehenden LehrerInnen , wer gerade für die fachdidaktische Ausbildung in den verschiedenen LehrerInnenbildungs-einrichtungen verantwortlich ist.

Junge LehrerInnen zeigen sich offen gegenüber Neuem, sie werden allerdings bei ihrem Einsatz im Schuldienst durch die Erfahrung und das Tun der "Altgedienten" in ihrem Handeln zum Teil gehindert. Erfolge und Misserfolge sind sehr schultypenabhängig. Es soll niemand durch Nicht-folgen-Können im Unterricht auf der Strecke bleiben. Diese wirken unterstützend zu einem erfüllten Leben zu gelangen und sich in dieser Welt besser zurechtzufinden. Lehrer und Lehrerinnen haben die Verpflichtung auf Heterogenität einzugehen.

Es gibt SchülerInnen, die bereits so viel Lernerfahrung mitbringen, dass sie sich auf die verschiedensten Lehr- und Lernarrangement ohne Probleme einstellen und die von ihnen geforderten Erfolge bringen. Nachdem Lesen als eine der Grundvoraussetzungen für das Lernen bezeichnet werden kann, stellt dies ein ernsthaftes pädagogisches Problem dar [ 82 ].

Für teilqualifizierte SchülerInnen werden Zielvereinbarungen getroffen. Es gibt in Tirol vierundzwanzig Fachberufsschulen. Neuerdings geht man an den Berufsschulen eher dazu über, diese SchülerInnen im Klassenverband zu belassen. Der traditionelle lehrerInnenzentrierte Unterricht kann nicht mehr stattfinden. Die PädagogInnen erhielten in den vergangenen zwei Schuljahren die Möglichkeit sich fachlich weiterzubilden. Eine zusätzliche Modulreihe vertiefte den Wissenserwerb.

Immer mehr LehrerInnen werden damit konfrontiert und interessieren sich für Möglichkeiten die "neue" Zielgruppe bestmöglich fördern zu können. Die Berufsschule wird künftig noch intensiver das Handlungsfeld für die integrative Berufsausbildung sein. Die staatliche Förderung für Firmen bei Aufnahme eines integrativen Lehrlings stellt zusätzliche Anreize dar, Lehrlinge mit verlängerter Lehrzeit und Lehrlinge mit Teilqualifikation aufzunehmen. Die Unterrichtsgestaltung kann auf Grund der unterschiedlichen Bedürfnisse und Ansprüche der Lernenden nicht mehr nur für eine Lerngruppe geplant werden.

Der "homogene" Klassenraum hat seine bisherige Bedeutung als "Belehrungsstätte" verloren. Die Gestaltung einer individuellen Lernum-gebung für heterogene Lerngruppierungen mit einer Vielfalt an Lernarrangements und vielen Materialien, Medien wird die Folge sein. Dabei werden die Lehrinhalte anders verteilt und durch ausgedehnte Vertiefungs- und Übungsphasen ergänzt.

In der Praxis wird meist die zweite Berufsschulklasse zweimal besucht, wobei Lehrlinge, die in Regelklassen integriert sind, im Abteilungsunterricht beim ersten Durchgang den ersten Teil des Stoffs, beim zweiten Durchgang den verbleibenden Teil des Stoff der zweiten Berufsschulklasse durchmachen. SchülerInnen mit verlängerter Lehrzeit haben die Möglichkeit den gesamten Lehrstoff in vier bzw. Somit befinden sich in allen Integrationsklassen an Berufsschulen unterschiedliche Schulstufen, die innerhalb einer Klasse eine eigene Abteilung bilden.

Eine zusätzliche pädagogische Herausforderung entsteht, wenn sich womöglich innerhalb dieser Abteilungen zusätzlich verschiedene Ausbildungsfachrichtungen befinden. Diese Problemfelder sind geradezu der Hinweis auf die Implementierung einer Lehr- und Lernform, die auf Heterogenität im Unterricht fokussiert ist. Fächerübergreifende Lernarrangements und Projektunterricht fördern vernetztes Denken und fächerübergreifende Kompetenzen.

Der Hinweis auf Teamarbeit ist in diesem anspruchsvollen Bereich des Unterrichtens besonders beachtenswert. Eine "gemeinsame Sprache" kann viele Widersprüche ausräumen. In gezielt angebotenen Fort- und Weiterbildungen können sich BerufsschullehrerInnen das notwendige Know-How und die Sicherheit für den Unterricht in heterogenen Klassenverbänden, wie dies integrative Klassen darstellen, erwerben.

Das Identifizieren und Benennen der Problemfelder, mit denen LehrerInnen konfrontiert sind, lässt hoffen, dass sukzessive an der Weiterentwicklung des Unterrichts im Zuge der Integrativen Berufsausbildung gearbeitet wird. Es wird heute von SchulabgängerInnen sehr viel verlangt. Neben Allgemeinwissen werden umfangreiche personale und soziale Kompetenzen gefordert.

Die sogenannten "Soft Skills" , benannt als Sekundärtugenden wie Pflichtbewusstsein, Ordnungssinn und Teamfähigkeit, wären für Berufseinsteiger oft wichtiger als Schulnoten. Sie seien in Wirklichkeit Primärtugenden. Die Stimmen nach dem Ruf dieser Schlüsselqualifikationen werden immer lauter. Medienkinder, verwöhnte Kinder, vernachlässigte Kinder, hedonistische Kinder, Kinder ohne hinreichendes Sozialverhalten, Kinder mit ausländischen Prägungen und gravierenden sprachlichen Defiziten - sind die Phänomene, denen Lehrende in den Schulen gegenüberstehen.

Das früher in der Familie stattgefundene soziale Lernen kann in der immer zunehmenderen Ein-Kind-Familie nicht mehr passieren. Der Einfluss der Medien, die immer weniger werdende Gelegenheit zur Eigentätigkeit und der damit verbundenen Selbsterprobung und Selbsterfahrung bilden Grundlage für Unselbstständigkeit und Unmündigkeit. Die Sozialisations- und Lebensbedingungen der SchülerInnen sind anregungsreicher, aber auch unübersichtlicher und unverbindlicher geworden.

Gerade im Berufsschulbereich stehen sich Schule und Ausbildungsbetriebe als duale Partner direkt gegenüber. Junge Menschen mit Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein, Problemlösekompetenz sind im Wirtschaftsprozess sehr gefragt. Allerdings bemängeln Personalverantwortliche das häufige Fehlen dieser Schlüssel-qualifikationen.

Das Fachwissen mit einer Halbwertzeit von ein bis drei Jahren wird bereits als selbstverständlich angesehen. Wo können sich nun die Jugendlichen, die nach den Vorgaben der Integrativen Berufsausbildung ausgebildet werden, einordnen? Die Jugend von heute sind unsere Leistungsträger von morgen.

Wie soll jemand zum Leistungsträger werden, wenn ihm nie eine Perspektive geboten wurde. Vieles spricht dafür, dass gerade die Berufsschule ein Ort sein kann, in dem über das Fehlermachendürfen, über das Spüren etwaiger Folgen, in kleinen Schritten Kompetenzzuwächse entstehen. Allerdings benötigt es, den Unterricht betreffend, optimale Rahmen-bedingungen. LehrerInnen sind mit offenen Lehr- und Lernformen vertraut, wissen über die persönlichen Befindlichkeiten ihrer BerufsschülerInnen Bescheid, finden die nötige Unterstützung in der Schulleitung, im Lehrkörper, in den Ausbildungsbetrieben und bei den Eltern und haben die nötigen zeitlichen Ressourcen um sich intensiv mit der neuen und sehr anspruchsvollen Situation auseinanderzusetzen.

Heinz Klippert beginnt in seinem "Haus des Lernens" [ 93 ] mit den sog. Sockeltrainings Methoden-, Kommunikations- und Teamtraining , in denen SchülerInnen sukzessive auf das eigenverantwortliche Arbeiten und Lernen im Fachunterricht vorbereitet werden.

Durch die Kultivierung innovativer Lernformen wird auch eine spürbare Entlastung der Lehrkräfte erreicht.

Kennzeichnend für das eigenverantwortliche Arbeiten und Lernen ist die spiralförmige Arbeitsweise. SchülerInnen dringen mittels unterschiedlicher Lernaktivitäten sukzessive in das jeweilige Thema ein. Nach Aussage von Heinz Klippert [ 94 ]:. SchülerInnen haben im herkömmlichen Unterricht zu wenig Raum um etwas zu "begreifen". Die meisten Kinder und Jugendlichen arbeiten an ihren Fähigkeiten vorbei. In der Schule sollen keine "EinzelkämpferInnen" Ausbildung betreiben.

SchülerInnen müssen ein Grundverständnis entwickeln. Sie sollen Ziele und Probleme verstehen. Teams sollen auf Klassenebene Durchsetzungs-vermögen erlangen. Es wird zuwenig auf der Kommunikations-ebene gearbeitet.

Nur die, die aufzeigen, kommen dran. Die Lernroutine der SchülerInnen wird nicht vorangebracht, wenn Dinge gleichzeitig passieren.

Es werden Nachhaltigkeit und Verbindlichkeiten eingefordert.